Köln (SID) - Für den schnellsten Mann der Welt ist die Saison gelaufen: Manager Ricky Simms erklärte am Dienstag auf SID-Anfrage, Dreifach-Olympiasieger und Weltrekordler Usain Bolt habe die Saison vier Tage nach seiner Stockholmer 100-m-Niederlage gegen Tyson Gay (USA) beendet. Am Montag hatte Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt bei Jamaikas Star eine Rückenverletzung diagnostiziert, die nach seiner Auffassung ohne entsprechende Behandlung zu Folgeverletzungen der Wadenmuskulatur oder der Achillessehne führen könnte.

"Ich bin sehr enttäuscht, dass ich zwei Top-Meetings verpasse, aber ich denke, es ist besser, kein weiteres Risiko einzugehen", sagte der 23 Jahre alte Superstar. Bolt hatte Starts am 19. August mit Jamaikas 4x100-m-Staffel in Zürich und acht Tage später in Brüssel vor Augen. Dort sollte er erstmals seit seinem Berliner WM-Triumph 2009 in Weltrekordzeit von 9,58 Sekunden wieder auf Landsmann Asafa Powell und den Amerikaner Tyson Gay treffen.

Gegen den in 9,84 siegreichen Ex-Weltmeister Gay hatte Bolt am Freitag beim Diamond League Meeting in Stockholm in 9,97 Sekunden die erste Niederlage seit zwei Jahren erlitten. Wochen vor Olympia 2008 hatte Bolt ebenfalls in Stockholm in 9,89 gegen Powell (9,88) verloren, seitdem 14 Siege über 100m, 13 über 200m und sieben mit der 4x100-m-Staffel gefeiert, mit der er in 37,10 Sekunden seinen dritten Weltrekord hält.

Schwere Folgen für Bolt

"Wenn er weiter läuft, könnte dies eine Verletzung der Oberschenkel- oder Wadenmuskulatur nach sich ziehen", heißt es im Statement nach der Untersuchung von Müller-Wohlfahrt, der Bolt bereits während der sechswöchigen Zwangspause im Juni/Juli an der Achillessehne behandelt hatte.

Der Münchner Mediziner, der auch bei der Fußball-WM für die deutsche Mannschaft im Einsatz war, verordnete Bolt im Interesse der weiteren Karriere eine Pause zur Behandlung des Problems. Das Computerbild zeigte zur Freude Bolts, dass die Achillessehne komplett verheilt ist.

Bolt: Kein Risiko