Rom (SID) - Neuer Trainer, neue Spieler, neue Ziele: Italiens Nationalcoach Cesare Prandelli hat gleich mit seiner ersten Kadernominierung für Aufbruchstimmung im Land des entthronten Weltmeisters gesorgt. "Eine italienische Revolution. Die neue Nationalmannschaft ist jünger, frischer und hoffentlich schöner", titelte die Gazzetta dello Sport am heutigen Samstag. Besonders die Berufung von Mario Balotelli und Antonio Cassano stieß auf Zustimmung. Vorgänger Marcello Lippi hatte beide Talente wegen ihres exzentrischen Charakters zuletzt nicht berücksichtligt.

Unerwartet kam zudem die Nominierung von Stürmer Amauri. Der in Brasilien geborene Angreifer von Juventus Turin hatte erst vor wenigen Wochen dank seiner Ehefrau die italienische Staatsbürgerschaft erhalten. Nun könnte er bereits am Dienstag in London gegen die Elfenbeinküste sein Debüt geben. Auch in dieser Frage hatte Lippi eine andere Politik verfolgt und stets gebürtigen Italienern den Vorzug gegeben.

Cannavaro zurückgetreten, Buffon verletzt

Aus dem WM-Kader bleiben damit nur noch neun Profis: Torwart Federico Marchetti, die Verteidiger Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini, die Mittelfeldspieler Daniele de Rossi, Riccardo Montolivo, Claudio Marchisio, Simone Pepe und Angelo Palombo sowie Stürmer Fabio Quagliarella. Nach der WM war Kapitän Fabio Cannavaro zurückgetreten, Torhüter Gianluigi Buffon ist verletzt.

Beim Neuanfang helfen soll zudem der ebenfalls nominierte Stuttgarter Cristian Molinaro. Durch die neuen Spieler sinkt das Durchschnittsalter der "Squadra Azzurra" deutlich. Gerade 25,7 Jahre sind die Kicker der Prandelli-Mannschaft im Schnitt alt. Zum Vergleich: Lippis Team in Südafrika war durchschnittlich 28,9 Jahre alt.

Juve stellt die Mehrheit

Überraschend verzichtet hat Prandelli dagegen auf die Stürmer Alberto Gilardino und Giampaolo Pazzini. "Prandelli will neue Kicker testen. Gilardino und Pazzini sind längst Fixsterne, auf die der Coach stets zurückgreifen kann", schrieb die Gazzetta über den Ausschluss der beiden Stars.