Sport News Fünf weitere Radprofis mit verdächtigen Blutwerten

New York (SID) - Die wichtigsten Sponsoren wenden sich von Lance Armstrong ab und der Weltverband UCI gerät mal wieder in Erklärungsnot: Der Radsport befindet sich weiter im Würgegriff des Dauerthemas Doping. Während die Radfirma Trek und der Sportartikelhersteller Nike die US-Behörden bei den Ermittlungen gegen Armstrong unterstützen, hat die UCI fünf namentlichen bekannte Fahrer trotz auffälliger Blutwerte nicht gesperrt.

Nach einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) hat die UCI im Dezember 2009 eine Liste mit acht Namen erhalten, deren Biologischer Pass Unregelmäßigkeiten aufwies. Bisher wurden allerdings lediglich der Italiener Franco Pellizotti, der Slowene Tadej Valjavec und der Spanier Jesus Rosendo gesperrt. UCI-Präsident McQuaid bestätigte, dass es diese fünf Fahrer gebe.

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Howman: "Wir haben das Recht einzugreifen"

Nach Informationen des WSJ haben zudem mindestens zwei Mitglieder des neunköpfigen Expertengremiums, das die Biologischen Pässe analysiert, Bedenken geäußert, die UCI würde bestimmte Fahrer schützen. Als Konsequenz will die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) künftig Einsicht in die mit dem Biologischen Pass gesammelten Daten erhalten. In den vergangenen drei Wochen seien entsprechende Maßnahmen eingeleitet worden. "Unsere Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass das System nicht umgangen wird. Wir haben das Recht einzugreifen, wenn wir denken, dass Fälle nicht ordnungsgemäß verfolgt werden", sagte WADA-Direktor David Howman.

Lediglich für Pellizotti ist von Italiens Olympia-Komitee CONI eine Sperre über zwei Jahre beantragt worden. Valjavec wurde von Sloweniens Anti-Doping-Agentur freigesprochen, Rosendo fährt derzeit munter bei der Portugal-Rundfahrt.

Laut UCI-Boss McQuaid seien die Daten des Biologischen Passes bisher nicht an die WADA weitergeleitet worden, weil dazu keine Pflicht bestand. "Ich wehre mich gegen Behauptungen, dass wir Betrüger nicht konsequent genug verfolgen", sagte McQuaid. Der Ire verwies darauf, dass auch der Radsport das Recht auf Selbstkontrolle habe.

Armstrong verliert Unterstützung

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