Köln (SID) - Zehnkämpfer Pascal Behrenbruch startet nach dem Wirbel um seine Nichtberücksichtigung für die Leichtathletik-EM am nächsten Wochenende (18./19. September) im französischen Talence. "Ich habe vor den Augen von DLV-Cheftrainer Herbert Czingon einen Test sehr erfolgreich absolviert. Dennoch hat mir der Deutsche Leichtathletik-Verband vom Start in Frankreich abgeraten. Der DLV konnte mich zwar gegen meinen Willen von der EM fernhalten, aber den Start bei einem Meeting kann er mir nicht verbieten", sagte der WM-Sechste von Berlin dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Pascal Behrenbruch hatte Ende Mai beim Zehnkampf in Götzis/Österreich schon im 100-m-Lauf einen Anriss der Plantarsehne erlitten, aber dennoch mit 8069 Punkten die deutsche EM-Norm erfüllt. Ein später durch den Hürden-Fehlstart misslungener Leistungstest und das Untersuchungsergebnis durch DLV-Chefmediziner Helmut Schreiber, allerdings durch Atteste von Behrenbruch-Ärzten widerlegt, hatte den DLV zur Nichtnominierung für die EM bewogen.

Behrenbruchs Klage gegen den DLV vor dem deutschen Sportschiedsgericht in Köln lief letztlich ins Leere, weil die Meldefrist für die EM bereits verstrichen war. "Aber es entstanden mir Kosten von 5000 bis 6000 Euro. Das würde einem Fußball-Profi nicht weh tun - aber einem Leichtathleten", sagt Behrenbruch.

Ziel: Deutsche Jahresbestleistung

In Talence will der 25-Jährige nun zumindest seine Kosten für Vorbereitung und Start über das Preisgeld einspielen. "Ich will meine deutsche Jahresbestleistung steigern, möglichst 8200 Punkte machen", sagt Behrenbruch, der sich in Barcelona eine Chance auf Bronze (8370) gegeben hätte. Bei der WM 2009 in Berlin war er mit Bestleistung von 8439 Zählern Sechster geworden.

Bei seinem Test vor Talence übertraf Behrenbruch die Erwartungen in mehreren Disziplinen des Vierkampfs, vor allem mit 51,90m im Diskuswerfen und mit 2,00m im Hochsprung. Darüber hinaus sprang Behrenbruch 7,10m weit und lief die 300m in starken 34,8 Sekunden.

"Cheftrainer Czingon war sehr beeindruckt von meinen Leistungen. Er meinte, das wäre eine gute Basis für den Einstieg ins Wintertraining. Aber vom Start in Talence hat er mir abgeraten", so Behrenbruch, der sich und seinem Trainer nun selbst etwas beweisen will und ansonsten versichert: "Ich bin nicht auf Konfrontation zum DLV aus, ich will künftig ein gutes Verhältnis zum Verband haben."