Valencia (SID) - Wenn englische Fußball-Klubs zu Auswärtsspielen nach Europa reisen, bleibt oftmals ein Teil ihrer Stärke auf der Insel zurück. Besonders ausgeprägt ist dieses unerklärliche Phänomen bei Fahrten von Manchester United nach Spanien. ManUnited konnte nur ein einziges von bislang 18 Spielen auf der iberischen Halbinsel gewinnen. Diese wenig schmeichelhafte Statistik will der 18-malige englische Meister am heutigen Mittwoch im Spitzenspiel der Champions League beim spanischen Tabellenführer FC Valencia zumindest etwas aufbessern.

Dabei muss der Zweite der Premier League auf Stürmerstar Wayne Rooney verzichten, der sich im Ligaspiel bei den Bolton Wanderers (2:2) eine Knöchelverletzung zugezogen hat. Ob sein Ausfall allerdings tatsächlich eine Schwächung für Manchester bedeutet, ist fraglich. Denn der 24-Jährige läuft seit der für England und ihn persönlich miserablen WM sowie den Enthüllungen über einen erneuten Sex-Skandal seiner Form hinterher.

"Der Skandal hat ihm sicher keinen Gefallen getan, der Druck ist wahrscheinlich sehr groß. Und es ist offensichtlich, dass er seit der WM seine Form verloren hat", sagte ManUnited-Mittelfeldspieler Darron Gibson ungewohnt deutlich. In der vergangenen Saison waren Rooney unglaubliche 34 Pflichtspieltreffer gelungen, in dieser Spielzeit durfte er erst über ein Ligator jubeln.

Owen vertritt verletzten Rooney

Statt Rooney wird wohl Michael Owen neben dem zuletzt überragenden Ex-Bundesligaprofi Dimitar Berbatow in der Startelf gegen Valencia stehen. Doch die Probleme der Red Devils, die zum Auftakt der Champions League nicht über 0:0 gegen die Glasgow Rangers hinauskamen, liegen derzeit in der Defensive. Sieben Gegentreffer in den vergangenen drei Ligaspielen sind für Innenverteidiger Nemenja Vidic zu viel: "Dass wir den Kasten zuletzt nicht sauber halten konnten, ist sehr enttäuschend."

Valencia will die leichte Verunsicherung ausnutzen. Der Gastgeber, der in der heimischen Liga die hoch gehandelten FC Barcelona und Real Madrid derzeit in Schach hält, tritt mit breiter Brust an. "Wir haben einen Lauf und sind zu allem fähig", sagte Torhüter Cesar Sanchez.

Der Champions-League-Finalist von 2000 und 2001 hat die Abgänge der Nationalspieler David Silva und David Villa, die dem finanziell angeschlagenen Klub etwa 70 Millionen Euro einbrachten, erstaunlich gut aufgefangen. Zum Auftakt der "Königsklasse" hatte Valencia den türkischen Klub Bursaspor 4:0 besiegt.