Geelong (SID) - Silber für Judith Arndt, Bronze für Marcel Kittel: Die deutschen Radprofis haben bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften im australischen Geelong einen Start nach Maß erwischt und die Ausbeute aus dem Vorjahr bereits nach dem ersten Tag übertroffen. Arndt musste sich nach 22,8km nur der Britin Emma Pooley geschlagen geben, die 15,17 Sekunden schneller war. Kittel musste sich zuvor im U23-Rennen der Männer lediglich dem Taylor Phinney (42:50) und dem Australier Luke Durbridge (42:52) geschlagen geben.

"Es hat sehr gut angefangen. Ich habe vorher mit drei Medaillen gerechnet. Wir sind auf dem besten Weg, unser Ziel zu erreichen. So kann es weitergehen", sagte BDR-Vizepräsident Udo Sprenger dem SID. Im vergangenen Jahr war der Bund Deutscher Radfahrer mit zwei dritten Plätze aus Mendrisio heimgekehrt. Bereits am Donnerstag könnte die Rechnung aufgehen, wenn der Cottbuser Tony Martin als Mitfavorit ins Zeitfahren der Männer geht und den Schweizer Titelverteidiger Fabian Cancellara vom Thron stoßen will.

Arndt mit Silber unzufrieden

Den WM-Titel hatte auch Arndt auf der Rechnung, am Ende musste die in Australien lebende Leipzigerin aber froh sein, mit 63 Hundertstelsekunden Vorsprung vor der Neuseeländerin Linda Melanie Villumsen den zweiten Platz gerettet zu haben. "Eine Medaille bei der WM ist immer schön, aber mein Ziel war es, Weltmeisterin zu werden. Ich ziehe es vor zu gewinnen", sagte Arndt ein wenig enttäuscht.

Es war bereits die siebte WM-Medaille ihrer Karriere, der WM-Titel war ihr bislang aber nur 2004 gelungen, als sie das Straßenrennen in Verona gewonnen hatte. Hinzu kommen noch eine olympische Silber- und Bronzemedaille. "Meine Leistung war so ziemlich das Optimum. Es wäre aber besser gewesen, wenn es ein paar Grad wärmer gewesen wäre. Bei der Kälte ist es nicht so angenehm an den Anstiegen", sagte Arndt, die inzwischen in der Nähe von Melbourne lebt und andere Temperaturen als die zwölf Grad vom Mittwoch kennt. Eine Chance auf einen "Heimsieg" bleibt ihr im Straßenrennen am Samstag noch, wenngleich es schwer sei, die Niederländerinnen Ex-Weltmeisterin Marianne Vos zu schlagen.

51-Jährige wird Fünfte

Eine starke Vorstellung lieferte auch "Grand dame" Jeannie Longo-Ciprelli ab. Die 51-Jährige verpasste als Fünfte knapp das Podium. Charlotte Becker fuhr als zweite deutsche Starterin auf Platz 14.