Seefeld (SID) - Schwach auf der Schanze, Sturzpech in der Loipe: Die deutschen Kombinierer haben den angestrebten Podestplatz bei der Generalprobe für den WM-Teamwettbewerb verpasst. Das Quartett mit Johannes Rydzek, Eric Frenzel, Björn Kircheisen und Tino Edelmann belegte in Seefeld bei der einzigen Mannschaftskonkurrenz vor dem Saisonhöhepunkt nur Platz vier. Den Sieg sicherte sich Norwegen vor Österreich und Frankreich.

"Wir können nicht zufrieden sein. Ein vierter Platz ist eigentlich indiskutabel", sagte Schlussläufer Edelmann und mahnte mit Hinblick auf die Titelkämpfe in Oslo: "Heute wurden uns unsere Defizite einmal mehr aufgezeigt. Bis zur WM müssen wir noch ordentlich Boden gutmachen."

Probleme mit dem kurzen Schanzentisch

Knapp sechs Wochen vor der Eröffnungsfeier am Holmenkollen verschenkte das deutsche Team den Sieg schon an der Schanze. "Da haben wir es liegen lassen. Wir sind weit weg von den Besten, und das verwundert mich schon", sagte der ratlos wirkende Bundestrainer Hermann Weinbuch. Seine Athleten hatten durch die Bank weg Probleme mit dem kurzen Schanzentisch der neu erbauten Anlage östlich von Innsbruck und verschenkten durch schlechte Absprünge etliche Meter.

Vizeweltmeister Kircheisen (Johanngeorgenstadt) betrachtete das Ergebnis dementsprechend skeptisch. "Wir hatten in den vergangenen Jahren speziell im Team-Wettbewerb vielleicht zu viel Erfolg", sagte der Sachse. Besonders der große Rückstand nach dem Springen wurmte Kircheisen, so habe man in Oslo keine Chance.

Das Quartett, das auch bei der WM in dieser Besetzung eine Medaille holen soll, war als Fünfter mit 48 Sekunden Rückstand auf Sprungsieger Frankreich in die 4x5-km-Staffel gegangen. Startläufer Johannes Rydzek musste nach einem Sturz sogar noch Japan vorbeiziehen lassen. "Dann ging mir etwas die Luft aus. Ich bin zu schnell angegangen", sagte der Oberstdorfer.

Auch Frenzel (Oberwiesenthal) erging es nicht besser, bei seiner Aufholjagd bremste den 22-Jährigen ein Sturz. Erst Kircheisen brachte das deutsche Team wenigstens in die Nähe eines Podestplatzes. "An den Stürzen hat es sicherlich nicht gelegen. Wir müssen einfach einen Zahn zulegen", sagte Kircheisen.