Madonna di Campiglio (SID) - Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat Sebastian Vettels Team Red Bull als schlechte Gewinner bezeichnet. "Ich sehe Menschen, die WM-Titel gewonnen haben und sich nicht wie Champions benehmen können", sagte Montezemolo - ohne den Namen Red Bull zu nennen, aber dennoch mit eindeutigem Adressaten: "Wenn sie irgendwann einmal zehn Prozent von dem gewonnen haben, was wir gewonnen haben, werden wir antworten."

Montezemolo bezog sich offensichtlich auf die Vorwürfe des Red-Bull-Beraters Helmut Marko, der nach dem Wechsel des Chef-Strategen Neil Martin aus dem Weltmeister-Team der Formel 1 zu Ferrari unterstellt hatte, Ferrari wolle den "Red-Bull-Teamgeist abwerben".

Auch gegen Vettel, der seinem Piloten Fernando Alonso im letzten Rennen den sicher geglaubten WM-Titel entriss, stichelte der Verwaltungsvorsitzende Ferraris. "Ich wache jede Nacht auf und denke an dieses Rennen", sagte er mit Blick auf das durch taktische Fehler verlorene Saisonfinale in Abu Dhabi: "Ich will nicht sagen, wer der beste Fahrer der Welt ist. Aber ich weiß es."

Montezemolo hat auch Lob für Vettel übrig

Immerhin lobte Montezemolo den deutschen Weltmeister als "Beispiel für die neue Fahrergeneration". Als besonderen Vertreter hierfür nannte er aber Mercedes-Pilot Nico Rosberg: "Er hat eine fantastische Saison hingelegt. Er ist intelligent und schnell - und immer schneller zu sein als Michael, ist der beste Beweis dafür."

Rekordweltmeister Michael Schumacher sei nach den elf gemeinsamen Jahren bei Ferrari "Teil meines Herzens, Teil meines Lebens, ein sehr wichtiger Teil der Ferrari-Geschichte". Wie Alonso, der Schumacher trotz der enttäuschenden Comeback-Saison am Vortag als größten Rivalen im Kampf um den Titel bezeichnet hatte, gehöre er "zu den wenigen Menschen, die nicht daran zweifeln, dass er ein fantastischer Fahrer ist".

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