Malmö (SID) - Am Freitagmorgen um 04.30 Uhr war die völlig verkorkste WM endlich Geschichte. Mit reichlich Sorgen im Gepäck und neuen Zielen vor Augen traten Bundestrainer Heiner Brand und die deutschen Handballer nach dem Debakel in Schweden müde und niedergeschlagen die Heimreise an.

Brand, Verbandspräsident Ulrich Strombach und Vizepräsident Horst Bredemeier werden am Montag in Gummersbach das schlechteste Abschneiden einer deutschen Mannschaft in der 73-jährigen WM-Geschichte analysieren. Trotz einiger Kritik und einer großen persönlichen Enttäuschung will der Bundestrainer seinen bis 2013 laufenden Vertrag aber anscheinend erfüllen. Die Rückendeckung vom Präsidium ist ihm jedenfalls sicher.

"Ich weiß schon, wo es hingeht. Beide Seiten müssen aber über gewisse Dinge reden. Nach so einem Turnier kann man nicht sagen, man geht zur Tagesordnung über", sagte Brand. Auch für ihn fühlte sich der 40:35-Zittersieg gegen Argentinien nach zweimaliger Verlängerung im Spiel um Platz elf in Kristianstad wie eine Niederlage an.

"Heiner Brand ist das Gesicht des deutschen Handballs"

Trotz des Turniers mit Pleiten, Pech und Pannen ist Brand intern unumstritten. Noch vor der Abreise beugte Bredemeier einer Trainerdiskussion vor: "Für mich hat der Bundestrainer wie in anderen Turnieren davor auch hier in Schweden gute Arbeit geleistet. Ich werde die Platzierung nicht an seiner Person festmachen. Heiner Brand ist das Gesicht des deutschen Handballs. Wir brauchen ihn."

Brand kündigte noch vor dem Treffen mit der Spitze des Deutschen Handball-Bundes (DHB) eine Besprechung mit seiner Frau und engen Freunden an. Unter dem Strich deutet alles darauf hin, dass er seine mittlerweile 14-jährige Amtszeit wohl fortführen wird, mit den Planungen für die kommenden Aufgaben hat er längst begonnen.

Bereits am 05. Februar steht in Leipzig das Allstar-Spiel gegen eine Bundesliga-Auswahl an. Im März geht es in der EM-Qualifikation mit zwei Spielen gegen Island weiter. Bei der EM 2012 in Serbien muss der Weltmeister von 2007 unbedingt dabei sein, um sich noch einen Platz bei einem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2012 in London zu sichern. Der Europameister von Serbien ist in London direkt dabei, zwei weitere Tickets gibt es für ein Quali-Turnier.