Sport NewsHecken von Rang neun enttäuscht

Bern (SID) - Stark gelaufen, schwach bewertet - für die deutsche Meisterin Sarah Hecken haben die Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Bern mit einer Enttäuschung begonnen. Trotz eines weitgehend fehlerfreien Kurzprogramms wurde die Mannheimerin von den Juroren nur auf dem neunten Platz eingestuft, die 17-Jähige wusste somit nicht so recht, ob sie sich freuen oder ärgern sollte.

Den Sieg dürften die Finnin Kiira Korpi und Ksenia Makarowa aus Russland unter sich ausmachen. Die 22 Jahre alte Finnin begeisterte das Publikum mit einem traumhaft sicheren und federleicht gelaufenen Kurzprogramm (63,50) und übernahm hochverdient die Spitze. 60,35 Punkte erhielt Makarowa für einen trotz der eisigen Temperaturen feurigen Flamenco.

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Am Abend sicherten sich Nathalie Pechalat und Fabian Bourzat die Golddmedaillen im Eistanz. Die Franzosen siegten mit einem großartigen Chaplin-Medley und 167,40 Punkten vor Jekaterina Bobrowa und Dimitri Solowjew aus Russland (161,14) sowie den Briten Sinead und John Kerr (157,49).

"Wie ein Lottogewinn"

Im Schatten der Medaillen sorgten Nelli Zhiganschina und Alexander Gaszi für die beste deutsche Eistanz-Platzierung bei einer internationalen Meisterschaft seit sieben Jahren. Mit dem siebten Platz (140,69) blieben die beiden Oberstdorfer nicht nur deutlich über ihren Erwartungen, sie holten auch einen zweiten deutschen Startplatz für die europäischen Titelkämpfe 2012 in Sheffield heraus.

"Noch vor zwei Monaten hätten wir eine solche Platzierung nicht für möglich gehalten. Wir freuen uns, dass wir es allen Kritikern zeigen konnten", sagte Gazsi. Bundestrainer Martin Skotnicky ergänzte: "Nelli und Alex sind für uns wie ein Lottogewinn."

51,12 Zähler erreichte Hecken und stapfte daraufhin eher missmutig durch die Katakomben. "Mit mir bin ich schon zufrieden, mit den Bewertungen der Preisrichter aber nicht", sagte die letztjährige WM-Zwölfte. Die Dreifach-Dreifach-Kombination gelang der Gymnasiastin ebenso wie der dreifache Salchow und der Doppel-Axel.

"Neues Wertungssystem, alte Probleme"

Auch Trainer Peter Sczypa konnte die strenge Bewertung seines Schützlings nicht nachvollziehen, der Pole schüttelte ratlos den Kopf: "Das ist eben Eiskunstlauf mit dem neuen Wertungssystem, aber den alten Problemen." Der Coach verstand auch nicht, dass die Juroren die choreografischen Verbesserungen seiner Schülerin bei ihrem ausdrucksstarken Tango nicht honorierten.

Aus dem Rennen um die Goldmedaille so gut wie ausgeschieden ist Titelverteidigerin Carolina Kostner. Nach zwei Stürzen durfte die in Oberstdorf trainierende Südtirolerin noch froh sein, mit 53,17 Zählern gerade noch eine Medaille im Blickfeld zu behalten.

Lokalmatadorin Sarah Meier, die in Bern ihren letzten Wettkampf bestreitet, brachte erstmals bei diesen Titelkämpfen einen Hauch von EM-Stimmung in die Arena. Der in den vergangenen Monaten von zahlreichen Verletzungen gebeutelte Eidgenossin katapultierte sich mit 58,56 Punkten auf Rang drei und fuhr glückstrahlend und mit zahlreichen Geschenken des Publikums in den Händen vom Eis.

Die europäischen Titelkämpfe werden am Samstag mit der Kür-Entscheidung bei den Damen (13.00 Uhr) fortgesetzt. Am Abend (18.15 Uhr) werden die Medaillen in der Herren-Konkurrenz vergeben.

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  • Quelle sid