Berlin (SID) - Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass hat Zweifel an einem deutschen Triumph bei der Frauenfußball-WM. Der Schriftsteller, selbst bekennender Fan des Frauenfußballs, sagte über einen möglichen WM-Sieg der deutschen Mannschaft im Deutschland-Radio: "Ich möchte das anzweifeln. Da muss sie sich jetzt fangen. Die beiden ersten Spiele, sie haben die zwar gewonnen, mühsam. Da muss noch etwas in der Mannschaft geschehen."

Allerdings ergänzte der Autor von Romanen wie "Die Blechtrommel" und "Hundejahre", dass Deutschland auch ohne Titel auskäme. "Es ist gar nicht notwendig, dass sie wieder Weltmeister werden. Das ist eine wunderbare Veranstaltung, sehr gut und sympathisch vorbereitet von der Steffi Jones, und dagegen ist nichts zu machen."

Grass outete sich erneut als Fan und sagte über den bisherigen Turnierverlauf im Vergleich zum Männerfußball: "Es läuft, wenn man mal dieses Nigeria-Spiel auslässt, fairer, es gibt weniger Fouls, es ist noch stärker ein Mannschaftsspiel, ein betontes Mannschaftsspiel, und das hat für mich - das sage ich natürlich nur als Mann - einen zusätzlichen ästhetischen Reiz."

Vom Auftreten und Verhalten der WM-Hauptdarstellerinnen zeigte sich der 83-Jährige äußerst angetan. "Ich finde auch die Spielerinnen - ich bin natürlich, was die deutsche Mannschaft betrifft, vertrauter als andere - sehr individuell ausgeprägt. Ihr ganzes Auftreten in der Öffentlichkeit ist differenzierter, als ich es von männlichen Fußballern bis jetzt erfahren habe."