Sportpolitik Auf zur Wahl, Sportsfreund!

Sport spielt in den Programmen der Parteien kaum eine Rolle. Wie also stehen sie zu wichtigen sportpolitischen Themen? ZEIT ONLINE stellt fünf Fragen an fünf Parteien.

Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor einem WM-Spiel in München. Ob der Sport in seinem Ministerium noch richtig verortet ist? Die Parteien sind unterschiedlicher Meinung

Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) vor einem WM-Spiel in München. Ob der Sport in seinem Ministerium noch richtig verortet ist? Die Parteien sind unterschiedlicher Meinung

Sport ist wichtig. Darin sind sich die großen Parteien einig. Dass Sport nicht nur einen großen Beitrag zur Gesundheit, sondern auch einen wesentlich Teil zur Integration in die Gesellschaft beiträgt und deshalb die Förderung des Breiten- und Spitzensports fortgesetzt werden soll, ist in jedem Parteiprogramm zu lesen. Ein Wahlkampfthema ist Sport jedoch nicht.

Doch wie will der Staat gegen Doping vorgehen? Ist der Sport im Innenministerium noch richtig verortet? Muss Sport als Staatsziel in der Verfassung verankert werden? Diese und andere sportpolitische Fragen werden in den Regierungsprogrammen der Parteien auf wenigen Seiten oder gar in wenigen Zeilen abgehandelt. Nur selten werden dem Wähler konkrete Lösungsvorschläge präsentiert.

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ZEIT ONLINE schickte vor der Bundestagswahl fünf sportpolitische Fragen an SPD, Union, FDP, Grüne und die Linkspartei. Hier die Antworten:

Wie kann der Staat den Sport im Kampf gegen Doping unterstützen?

Der Kampf gegen Doping ist für alle Parteien ein zentrales sportpolitisches Thema. In der Frage, inwieweit der Staat in die Autonomie des Sports eingreifen darf und soll, vertreten die Parteien jedoch höchst unterschiedliche Positionen.

CSU, FDP und Linkspartei sind der Meinung, der Sport trage die Hauptverantwortung im Kampf gegen Doping. Die Sportgerichtsbarkeit funktioniere erheblich schneller, als dies bei der ordentlichen Gerichtsbarkeit der Fall wäre, und bestrafe Sportlerinnen und Sportler bereits heute effektiv und unmittelbar, behauptet beispielsweise die Linkspartei.

Die CSU hält die Verschärfung der Strafen für banden- und gewerbsmäßigen Handel mit Dopingmitteln und die Verabschiedung eines neuen Gesetzes, das den Besitz nicht geringer Mengen von Dopingsubstanzen unter Strafe stellt, zunächst für ausreichend. "Wir werden prüfen, ob diese neu eingeführte Strafbarkeit für eine erfolgversprechende Dopingbekämpfung ausreicht“, sagt Stephan Mayer (CSU).

Damit die neuen Gesetze auch angewandt werden, fordert die FDP die Einrichtung von Schwerpunktstaatsanwaltschaften. In ihrem Wahlprogramm versprechen die Liberalen zudem, sich für eine gezielte Förderung der Forschung einzusetzen, damit frühzeitig Nachweisverfahren für moderne Dopingmethoden entwickelt werden können. Auch die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) soll weiter umfassend unterstützt werden. "Sie hat in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet", sagt Detlef Parr (FDP).

"Der Sport kann das Doping-Problem erkennbar nicht allein lösen“, wendet hingegen die SPD ein. Sie sieht den Staat in der Pflicht, den überforderten Sport im Kampf gegen Doping zu unterstützen: "Die Maßnahmen sollte der organisierte Sport als Unterstützung und nicht als Eingriff in seine Autonomie begreifen.“

Die Sozialdemokraten setzen auf ein eigenständiges Anti-Doping-Gesetz. Ob ein Straftatbestand "Sportbetrug", wie ihn Winfried Hermann von den Grünen fordert, darin aufgenommen werden sollte, will die Partei nach der Bundestagswahl erneut prüfen. Hierzu lägen unterschiedliche juristische Expertisen vor.

Einig sind sich die Parteien in ihrem Ziel, die Prävention zu stärken. Sie sei eine bisher nicht konsequent genug betriebene Komponente, schreibt beispielsweise die FDP. "Junge Sportlerinnen und Sportler müssen über die ethisch-moralischen Verwerfungen wie auch über die gesundheitlichen Gefahren des Dopings aufgeklärt werden“, ergänzt die SPD. Dies setze voraus, dass Sportverbände, Vereine und Trainer umfassend über Doping informiert sind.

Leser-Kommentare
  1. Reißen, Stoßen, Drücken!

    Reißen: Die macht an sich reißen, auf Biegen und Breschen, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Stoßen: 1. nach der Wahl den Wähler vor den Kopf stoßen. 2. dafür sorgen, dass sich dann aber die Partei-Klientel (und die eigenen Parteibonzen) gesund stoßen können.

    Drücken: Die nicht mehr benötigten Arbeitskräfte, die weg kapitalisiert wurden, weg drücken, hinein in Armut und Siechtum, sinnlose Maßnahmen, Altersarmut und in die Stigmatisierung - nebst staatlicher Repressalien - durch Hartz I - IV.

    Das "sportliche" Credo der Politiker: "Dabei sein - (bei der Verteilung der üppigen Futtertröge, der Schalthebel der Macht, sowie der Anwartschaft auf satte Pensionen) - ist alles!

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