SPD-Politiker Danckert "Der Sport muss mehr gefördert werden"

Peter Danckert tritt nach vier Jahren als Sportausschuss-Vorsitzender ab. Der SPD-Politiker über Strafen im Anti-Doping-Kampf und fehlende Fördermittel für den Sport.

Peter Danckert ließ als erster Vorsitzender den Sportausschuss öffentlich tagen

Peter Danckert ließ als erster Vorsitzender den Sportausschuss öffentlich tagen

Der SPD-Politiker Peter Danckert tritt nach vier Jahren als Vorsitzender des Sportausschusses ab. Seine Fraktionskollegin Dagmar Freitag übernimmt sein Amt. Unter seiner Leitung hatte sich der Sportausschuss zu einem viel beachteten Gremium entwickelt. Danckert kritisierte häufig die Sportverbände, sich nicht ausreichend im Anti-Doping-Kampf einzusetzen. Dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) unter Präsident Thomas Bach war diese offensive Politik nicht genehm.

ZEIT ONLINE: Herr Danckert, die SPD besetzt zwar weiterhin den Vorsitz des Sportausschusses, aber Sie wollen den Posten nicht mehr. Warum?

Peter Danckert: Ich habe das Amt des Vorsitzenden gerne ausgeübt. Ich musste mich nun allerdings zwischen dem einflussreichen Haushaltsausschuss und dem Sportausschuss entscheiden. Meine Prioritäten liegen im Haushaltsausschuss.

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ZEIT ONLINE: Zuletzt war zu lesen, die neue Regierungskoalition wolle Sie nicht als Vorsitzenden. Was könnte der Grund dafür sein?

Danckert: Ich habe in den vergangenen vier Jahren durchgesetzt, dass wir öffentlich tagen. Und ich habe gegenüber Journalisten schnell meine Statements abgegeben. Durch die Transparenz der Sitzungen wurde der Ausschuss von der Öffentlichkeit ganz anders wahrgenommen. Einigen Mitgliedern im Ausschuss und hohen Funktionären im organisierten Sport war dies ein Dorn im Auge.

ZEIT ONLINE: Warum war es Ihnen so wichtig, die Sitzungen öffentlich zu machen?

Danckert: Zuvor saßen die Journalisten, die über die Arbeit des Ausschusses berichten wollten, vor verschlossenen Türen. Sie mussten sich dann von den parteipolitisch gefärbten Statements der einzelnen Mitglieder ein Bild machen, was im Ausschuss abgelaufen ist. Es gab keine guten Gründe, die Öffentlichkeit von den Sitzungen auszuschließen.

ZEIT ONLINE: Werden die Sitzungen auch weiterhin öffentlich stattfinden?

Danckert: Das entscheiden die Koalitionsfraktionen. Wenn die Mehrheit im Ausschuss sagt: "Wir wollen nicht öffentlich tagen", wird es so geschehen. Das war übrigens auch ein Grund, mich nach den vier Jahren im Sportausschuss anderweitig zu orientieren.

ZEIT ONLINE: Sie sind in Ihrer Amtsperiode oft als Kritiker des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) aufgetreten. Unter anderem haben Sie gefordert, Doping gesetzlich unter Strafe zu stellen, oder Fördergelder für den Radsport einzufrieren. Warum hat sich in diesen Angelegenheiten trotzdem nichts getan?

Danckert: In beiden Fällen war die Unionsfraktion dagegen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Doping intensiv verfolgt werden muss. Doch das entscheide ich nicht alleine.

Leser-Kommentare
  1. Darum:

    Wenn schon in den Medien die Werbeeinnahmen durch die Ausstrahlung und Wiederholung von immer mehr "Dumpfbacken"-Filmen oder anderen geistlosen journalistischen Ergüssen zurückgehen, ja selbst bei dem Abzock-Sender SKY die Kunden in Scharen davon laufen, dann muss der Sport ja noch mehr gefördert werden.

    Damit immer mehr laufende, schwimmende, fliegende, fahrende oder reitende Litfaßsäulen umher laufen, dafür brauchen wir natürlich erstmal Geld - von den Einnahmen der Pharmaindustrie ganz zu schweigen.

    Nur ein erfolgreicher Sportler ist ein guter Sportler - egal wie es in seinem Innersten aussieht:

    Er hat genauso zu funktionieren, wie die Gesellschaft es von ihm erwartet - bis in den Tod.

    Dann jammern all jene, die eine Mitschuld an seinem Ableben tragen.

    Am meisten wird aber die Werbeindustrie jammern, denn die haben wieder einmal einen Werbeträger, aber keinen Menschen, verloren.

    Zum Glück gibt es noch andere Dumme, die sich auf dieses Geschäft einlassen - ist ja dann wenigstens finanziell besser, als in Afghanistan ins Gras zu beißen.

    Sport frei!

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