Formel-1 Mercedes kauft Mehrheit an Brawn GP
Mercedes trennt sich von McLaren und übernimmt den Rennstall des amtierenden Weltmeisters Jenson Button. Doch ausgerechnet dieser steht nun auf der Streichliste.
© Carl Court/AFP/Getty Images

Pirouetten im Formel-1-Zirkus: Mercedes und Brawn GP, hier mit einem Testauto, machen zukünftig gemeinsame Sache
Mercedes startet in der kommenden Formel-1-Saison mit einem eigenen Team. Dafür wird der Autobauer die Mehrheit am Brawn-Rennstall übernehmen, gab Daimler-Chef Dieter Zetsche am Montag bekannt. Von 2010 an soll das Team unter dem Namen Mercedes Grand Prix fahren. Das Stuttgarter Unternehmen erwirbt mit Hilfe eines Investoren-Partners einen 75,1-Prozent-Anteil an Brawn GP. In diesem Jahr lieferte Mercedes die Motoren für den britischen Rennstall. Das Team von Ross Brawn holte mit Jenson Button den Fahrer-Titel und wurde zudem Konstrukteurs-Weltmeister.
Doch eben jener Formel-1-Weltmeister Jenson Button steht bei nach der Übernahme seines Teams Brawn GP durch Mercedes offenkundig auf der Streichliste. Damit wäre der Weg für einen Wechsel des Briten zu McLaren frei, berichten englische Medien am Montag. Button pokert seit Wochen um einen neuen Vertrag bei seinem bisherigen Rennstall, doch Teamchef Ross Brawn lehnte die Gehaltsforderungen des Champions bislang als zu hoch ab.
Teamchef bei Mercedes GP soll Ross Brawn bleiben. Die Bekanntgabe der beiden Fahrer werde "noch ein bisschen dauern", sagte Haug. Der Wiesbadener Nico Rosberg soll wohl der neue Spitzenfahrer werden. Als zweiter Stammpilot ist der Mönchengladbacher Nick Heidfeld im Gespräch. Somit könnte in dieser Übernahme "Button das Opfer sein", schrieb die Londoner Tageszeitung The Times. Dieser steht offenbar vor einem Wechsel zu McLaren als zweiter Pilot neben Lewis Hamilton.
Der 29-Jährige hatte die Spekulationen zuletzt angeheizt, als er am vergangenen Freitag die McLaren-Fabrik in Woking besichtigte und mit Teamchef Martin Whitmarsh sprach. Bei dem Traditionsrennstall ist das zweite Cockpit neben Lewis Hamilton noch frei, da der Finne Heikki Kovalainen wohl keinen neuen Vertrag erhält. "Das britische Dream-Team wird immer wahrscheinlicher", meinte der Telegraph.
Von der Beteiligung an seinem bisherigen Formel-1-Partner McLaren will sich Mercedes bis 2011 trennen. Die britische Firma werde den 40-Prozent-Anteil der Schwaben zurückkaufen, sagte Zetsche. Die Interessen der beiden Unternehmen hätten nicht mehr zu 100 Prozent übereingestimmt, erklärte Zetsche. Bis 2015 wolle Mercedes jedoch weiter die Motoren an McLaren liefern. Für die Trennung von McLaren sei "eine friedliche Lösung gefunden worden", betonte Mercedes- Motorsportchef Norbert Haug.
Von Seiten der Arbeitnehmer erntete Zetsche Kritik. "Wir haben kein Verständnis dafür, dass der Vorstand mit dem Ausstieg (bei McLaren) gleich wieder ein neues Formel-1-Abenteuer beginnt", sagte Konzernbetriebsratsvorsitzender Erich Klemm. Die Beschäftigten müssten angesichts der derzeitigen Absatzkrise "erhebliche Einkommensverluste" durch Arbeitszeitverkürzung und Kurzarbeit hinnehmen.
- Datum 16.11.2009 - 16:08 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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