Robert Enke Tod eines Helden
Einer der besten Torhüter Deutschlands ist gestorben. Mit dem Tod Robert Enkes ist eine gesellschaftliche Identitätsfigur verloren gegangen. Alexander Schwabe kommentiert
Was ist denn passiert? Ein Mensch ist gestorben. In diesem Fall ein bekannter Sportler. Ein tragischer Fall, unfassbar wie jeder Tod. Doch weder hat er eine Bedeutung für die politischen Verhältnisse im Land noch für die ökonomischen. Nichts also ist geschehen, was für eine Gesellschaft wirklich relevant wäre, sollte man meinen.
Doch so ist es nicht. Obwohl sich in Deutschland jedes Jahr mehr als 9000 Menschen umbringen, erschüttert dieser Suizid die Nation. Denn Robert Enke war ein Held: außergewöhnlich leistungsstark, außergewöhnlich populär, er trug die Nummer eins in der Fußball-Nationalmannschaft.
Im Römischen Reich war der siegreiche Feldherr ein Held. Triumphal zog er ein, bejubelt vom Plebs im Stadion. Doch es war ein entrückter Held, den wenigsten vertraut. Allein sein Name und die Geschichten, die von ihm erzählt wurden, sorgten dafür, dass das Volk ihn verehrte. So bot er eine Projektionsfläche, auf die der gewöhnliche Mann seine Sehnsüchte warf. Als Person aber blieb er abstrakt und fern.
Das ist beim modernen Helden anders. Ihn kennt man. Besser: Man meint, ihn zu kennen. Es vergeht kein Tag, an dem man ihm nicht begegnen kann. Alles ist über ihn zu lesen: jeder Schmerz in seinem Knie, jedes Virus, das ihn plagt. Über den medizinischen Zustand seines Körpers wissen wir besser Bescheid als über den unseres eigenen. Nach jedem Spiel können wir ihn treffen, im eigenen Wohnzimmer. Er ist uns vertrauter als der Nachbar, dem wir ab und an im Treppenhaus begegnen.
Der moderne Held ist ein Medienprodukt. Und da für die Mainstream-Medien nichts wichtiger ist als Personality, schleicht er sich ins Private. Am Dienstagabend kam Enke zu uns auf die Couch, ein letztes Mal. Diesmal wurde die Routine im trauten Heim mittels eines Laufbands auf dem Bildschirm unterbrochen: +++ Hannover-96-Torwart und Nationalspieler Robert Enke tot +++. Der Star war uns plötzlich beklemmend nah.
Vor knapp einem Jahr warf sich der Milliardär Adolf Merkle in der Nähe von Ulm vor den Zug. Dieser Tod war dem Spiegel eine Titelgeschichte wert. Denn es ließen sich daran die komplexen Vorgänge auf den Finanz- und Wirtschaftsmärkten erklären. Einer der reichsten Männer des Landes, hoffnungslos in den Fehlschaltungen der globalen Geldströme verloren, war zum Opfer eines gierigen Heuschreckenkapitalismus geworden. Doch Merkle war selten in der Öffentlichkeit aufgetreten, das Publikum kannte ihn kaum. So war sein Tod nur eine Metapher.
Enkes Tod geht uns näher. Ihn kannten und schätzten die meisten. Enke war ein Mensch, mit dem man litt, schon als er seine ältere Tochter verlor. Er galt als mustergültig, ein sympathischer Sportler. Er war ein Torwart ohne die Exzentrik seiner Kollegen Kahn oder Lehmann: keine Ausraster, kein Ritt auf dem Boulevard. Enke ging zu allererst seiner Arbeit nach. Mit Leidenschaft, aber sachlich und nüchtern. Er war der Jugend das bessere Vorbild. Deshalb betrübt sein Tod selbst solche, die sich nicht für Fußball interessieren.
- Datum 11.11.2009 - 20:46 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Ein Torwart kann über seine Position innerhalb einer Mannschaft gar nicht "einer von vielen" sein. Er wird immer unter der besonderen Beobachtung der Öffentlichkeit, der Fans und der Journalisten stehen. Ganz besonders dann, wenn er in einem Spiel Schwächen offenbart. Aber auch dann, wenn er einen Glanztag erwischt.
Robert Enke hat sich nicht "verdrückt", wenn es mal weniger gut lief. Aber er hat auch nicht die Nähe der Mikrofone und der Scheinwerfer gesucht, wenn er hervorragend gehalten hat. Das lag nicht an mangelnder Rhetorik, viel eher an seiner Bescheidenheit. Für viele Fussballfans war Enke ein Held. Er selbst wollte das wohl nie sein.
Privat hatte es der 96-Keeper in den letzten Jahren sehr schwer. Vor drei Jahren starb seine damals 2-jährige Tochter an einem angeborenem Herzfehler - ein schwerer Schlag für ihn und seine Frau. Vor einigen Wochen musste sich Robert Enke mit einer rätselhaften Virus-Erkrankung herumplagen, die sich länger hinzog, als zunächst anzunehmen war.
Enke hat das alles scheinbar gelassen überstanden. Aber welche Gedanken er sich wirklich machte, wird nur schwer nachzuvollziehen sein.
Eigentlich sollte die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ein Höhepunkt in Enkes Karriere, vielleicht sogar in seinem Leben, werden. Er selbst hat sich in dunklen Minuten oder Stunden entschieden, diese Akzente in dramatischer Weise ganz anders zu setzen.
Robert Enke war ein großer Sportler und am Ende seines kurzen Lebens ein sehr einsamer Mensch.
Also nichts gegen Herrn Enke, aber ihn jetzt als Held zu stilisieren halte ich doch für stark überzogen.
Er war ein guter Fussballspieler, dem das Leben übel mitgespielt hat, und der irgendwann nicht mehr weiterleben wollte. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Helden sind etwas ganz anders. Helden sind Leute mit moralisch hochstehenden Prinzipien, die die Bedeutung von Aufopferung und Schmerz kennen, und trotzdem nicht aufhören zu kämpfen. Leute die der Welt ein Vorbild sind, und gedanklich und moralisch die Richtung weisen.
Jetzt einen toten Fussballer, Einer von Vielen, mit diesem Wort zu adeln, ist ja wohl etwas zuviel des Guten.
Ja er ist tot, und das ist tragisch, aber lasst mal die Kirche im Dorf.
Genau richtig. Diese Art Schlagzielen zu produzieren, ist der Grund, warum Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, unter unglaublichen Druck geraten. Es wird maßlos übertrieben und die Medien werden Ihrer Verantwortung nicht gerecht. Angebracht, gerade in diesem unglaulich tragischen Fall, wäre einfach sachlicher Journalismus. Diese Überschrift hätten sich die Damen und Herren wirklich schenken können.
Genau richtig. Diese Art Schlagzielen zu produzieren, ist der Grund, warum Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, unter unglaublichen Druck geraten. Es wird maßlos übertrieben und die Medien werden Ihrer Verantwortung nicht gerecht. Angebracht, gerade in diesem unglaulich tragischen Fall, wäre einfach sachlicher Journalismus. Diese Überschrift hätten sich die Damen und Herren wirklich schenken können.
Meine Mutter, mein Bruder, mein Cousin ...haben direkt oder indirekt verursacht durch ihre Lebensweise Selbstmord begangen. Von den Öffentlichkeit unbemerkt. Die Ursachen und Auslöser sind wie bei Robert Enke ähnlich. Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist das öffentlich bekundete Mitleid nur geheuchelt. Namen erspare ich mir. Die unmenschlichen Anforderungen an Menschen in unserer Zeit und die Gleichgültigkeit Menschen Menschen gegenüber für ihre existentiellen Sorgen, die nicht nur materieller Art sind, wird von den ursächlich direkt oder indirekt auslösenden Mitmenschen durch ihre zielgerichtete Handlungsgier nur noch weiter verschärft werden. Letzlich bleibt ein verletzter, sensibler Mensch alleine mit seinen existentiellen Problemen. Die nahen Angehörigen können oft die brechenden Dämme nicht mehr verschließen. Selbst die Institution Katholische Kirche steht den verzweifelten Mensch nicht von Amtswegen zur Seite. Meiner katholischen Mutter wurde sogar posthum noch von dem katholischen Pfarrer das Reqium verweigt als Strafe dafür, dass sie Selbstmord begegangen hat. Auch mir fehlen in diesem Zusammenhang die Worte. Nach der jetzt öffentlich unüberhörbar bekundeteten Trauer für Robert Enke geht die Mehrheit der Menschen aus Politik und Sport, die Vorbilder sein könnten für ein menschlicheres Zusammenleben über kurz oder lang zur Tagesordnung über und fragen: „War was?“ Das Fußballgeschäft und die Proftmaximierung fest im Auge! Auch hier gibt es zum Glück sicherlich Ausnahmen.
was Ihnen und ihrer Familie wiederfahren ist. Und mit dem Großteil, was sie schreiben, haben sie sicher Recht. Aber ich finde schon, dass es auch in so einer schwieriegen Situation Menschen gibt, mit denen man reden kann und die für einen da sind! Man muss aber versuchen darüber zu reden und sich jemandem anzuvertrauen, was sicherlich nicht einfach ist. Gerade in einer Gesellschaft, wie der unseren, wo Schwächen nicht geduldet werden!
was Ihnen und ihrer Familie wiederfahren ist. Und mit dem Großteil, was sie schreiben, haben sie sicher Recht. Aber ich finde schon, dass es auch in so einer schwieriegen Situation Menschen gibt, mit denen man reden kann und die für einen da sind! Man muss aber versuchen darüber zu reden und sich jemandem anzuvertrauen, was sicherlich nicht einfach ist. Gerade in einer Gesellschaft, wie der unseren, wo Schwächen nicht geduldet werden!
Salopp gesagt, finde ich den Artikel ziemlich daneben.
Ein Held ist auch für mich was ganz anderes.
Mir tut es um Enke und seine Angehörigen leid, dass er keinen anderen Weg mehr gesehen hat, als diesen.
So viel Verständnis ich auch für suizidale Menschen, ihre Situation und ihre oftmals vorhandenen Depressionen o.a. psychischen Leiden aufbringe, so bleibt doch ein Makel an solchen Leuten, die sich vor den Zug werfen, haften: Warum um alles in der Welt muss man ANDERE Menschen da mit hineinziehen?! Die Zugführer sind nach solchen Vorfällen oft traumatisiert und eine Notbremsung kann zu Verletzungen bei den Passagieren führen!! Hat der Enke denn kein Hochhaus, keine Brücke, kein Messer o.ä. finden können?
Die Entscheidung zum Suizid selbst, so traurig sie ist, kann man niemandem vorwerfen - es ist ja "nur" das eigene Leben. Aber man darf doch, soweit es in der eigenen Macht steht, ANDERE Menschen damit nicht belasten oder dabei gefährden! Hier kann man durchaus eine Grenze ziehen...
"Hat der Enke denn kein Hochhaus, keine Brücke, kein Messer o.ä. finden können?"
..."Aber man darf doch, soweit es in der eigenen Macht steht, ANDERE Menschen damit nicht belasten oder dabei gefährden! Hier kann man durchaus eine Grenze ziehen..."
Jetzt stellen Sie sich mal vor er wäre von einem Hochhaus gesprungen, direkt Ihnen vor die Füße. Vielleicht würden Sie dann endlich bemerken, dass das kaum einen Unterschied gemacht hätte...
für jemanden, der sich das Leben nimmt, gibt es so gut wie keine Möglichkeit zu vermeiden, andere damit hineinzuziehen. Freunde und Angehörige ohnehin nicht, aber betroffen werden auch Fremde, die den Leichnam finden oder bergen müssen. Zudem, die Möglichkeit sich "human", auf wenig grausame Art umzubringen (Schusswaffe, Medikamente" hat der Normalmensch nicht. Depressiven würden selbst Organisationen wie Dignitas nicht zur Seite stehen.
Jenseits dessen, das Erschreckende am Fall Enke ist, dass er einige "Weisheiten" hinsichtlich von Depressionen erschüttert:
Depressive seien "Weicheier", es fehle ihnen an Anerkennung, an einer liebevollen Beziehung, sportliche Betätigung sei ein probates Gegenmittel .....
"Hat der Enke denn kein Hochhaus, keine Brücke, kein Messer o.ä. finden können?"
..."Aber man darf doch, soweit es in der eigenen Macht steht, ANDERE Menschen damit nicht belasten oder dabei gefährden! Hier kann man durchaus eine Grenze ziehen..."
Jetzt stellen Sie sich mal vor er wäre von einem Hochhaus gesprungen, direkt Ihnen vor die Füße. Vielleicht würden Sie dann endlich bemerken, dass das kaum einen Unterschied gemacht hätte...
für jemanden, der sich das Leben nimmt, gibt es so gut wie keine Möglichkeit zu vermeiden, andere damit hineinzuziehen. Freunde und Angehörige ohnehin nicht, aber betroffen werden auch Fremde, die den Leichnam finden oder bergen müssen. Zudem, die Möglichkeit sich "human", auf wenig grausame Art umzubringen (Schusswaffe, Medikamente" hat der Normalmensch nicht. Depressiven würden selbst Organisationen wie Dignitas nicht zur Seite stehen.
Jenseits dessen, das Erschreckende am Fall Enke ist, dass er einige "Weisheiten" hinsichtlich von Depressionen erschüttert:
Depressive seien "Weicheier", es fehle ihnen an Anerkennung, an einer liebevollen Beziehung, sportliche Betätigung sei ein probates Gegenmittel .....
Ich bedauere, dass sich jemand für den Freitod entscheidet. Was aber die Medien aus diesem Tod machen ist einfach nur lächerlich! Ich möchte mir nicht vorstellen was diese Berichterstattung für die Familie bedeutet. Und diese Heldenvergleiche sind einfach nur widerlich, der Autor sollte sich schämen so etwas nur zu schreiben. Richtige Helden zeichnen sich durch Aufopferung, Kampf bis zum Letzten und große Taten aus. Die römischen Feldherren bezwangen ganze Völker schafften und sicherten so der Metropolis das Überleben. Was hat nun Jemand der einen Ball aufhält mit Heldentum zutun. Es lässt sich festhalten, dass die Medien, wie der Autor auch, falsche Menschen adeln. Niemand erklärt einen gefallen Soldaten in Afghanistan zum Helden, aber natürlich Fußballer wen den sonst? Dem Autor kann ich nur Verachtung entgegen bringen!
Werter "Pinkus": Römische Feldherren haben Angriffskriege geführt, fremde Völker gemeuchelt und unterjocht sowie ihre eigenen Truppen für ihren persönlichen Ruhm sterben lassen - auch so etwas sollten wir heutzutage nicht mehr als "Held" bezeichnen...
Werter "Pinkus": Römische Feldherren haben Angriffskriege geführt, fremde Völker gemeuchelt und unterjocht sowie ihre eigenen Truppen für ihren persönlichen Ruhm sterben lassen - auch so etwas sollten wir heutzutage nicht mehr als "Held" bezeichnen...
Werter "Pinkus": Römische Feldherren haben Angriffskriege geführt, fremde Völker gemeuchelt und unterjocht sowie ihre eigenen Truppen für ihren persönlichen Ruhm sterben lassen - auch so etwas sollten wir heutzutage nicht mehr als "Held" bezeichnen...
Stimme Ihnen voll zu. Ich würde auch eher Herrn Enke als Helden sehen als Römische Feldherren. Er hat ganz offensichtlich gegen schwerste Depressionen gekämpft, ein Kampf, dessen schwere man nur dann wirklich ahnen kann, wenn man einmal Erfahrungen mit echten Depressionen gemacht hat, d. h. nicht mit flüchtigem Selbstmitleid, das jeden ab und an trifft.
Es ist sehr tragisch, was Herrn Enke passiert ist und dass ihm niemand helfen konnte, er hatte leider nicht das Glück den richtigen Menschen im richtigen Moment zu treffen. Einen Menschen, der sich für seine tief liegenden Schmerzen wirklich interessiert, ohne beruflich daran gebunden zu sein wie es Psychiater sind.
Er hätte einen Freund gebraucht, in dem Moment, als es ihm wirklich schlecht ging und er den fatalen Schritt unternahm.
Was die starken Reaktionen betrifft, denke ich, dass diese zum großen Teil darauf zurück gehen, dass wir alle immer denken, dass Fussballstars und andere öffentliche Personen Leute wären, denen es immer gut geht, weil wir im Irrglauben leben, dass viel Geld glücklich macht. Es ist aber keineswegs der Fall. Der Verlust eines Kindes, wie er Herrn Enke geschehen ist, zehrt an allen gleich und ist durch nichts wettzumachen.
Ich kann nur zum Ausdruck bringen, dass ich ihm wünsche, dass er den Frieden findet, den er auf Erden vergeblich gesucht hat und seiner Familie kann man eigentlich nur alles gute wünschen, dass sie diese traurige Situation erfasst und durchsteht.
Stimme Ihnen voll zu. Ich würde auch eher Herrn Enke als Helden sehen als Römische Feldherren. Er hat ganz offensichtlich gegen schwerste Depressionen gekämpft, ein Kampf, dessen schwere man nur dann wirklich ahnen kann, wenn man einmal Erfahrungen mit echten Depressionen gemacht hat, d. h. nicht mit flüchtigem Selbstmitleid, das jeden ab und an trifft.
Es ist sehr tragisch, was Herrn Enke passiert ist und dass ihm niemand helfen konnte, er hatte leider nicht das Glück den richtigen Menschen im richtigen Moment zu treffen. Einen Menschen, der sich für seine tief liegenden Schmerzen wirklich interessiert, ohne beruflich daran gebunden zu sein wie es Psychiater sind.
Er hätte einen Freund gebraucht, in dem Moment, als es ihm wirklich schlecht ging und er den fatalen Schritt unternahm.
Was die starken Reaktionen betrifft, denke ich, dass diese zum großen Teil darauf zurück gehen, dass wir alle immer denken, dass Fussballstars und andere öffentliche Personen Leute wären, denen es immer gut geht, weil wir im Irrglauben leben, dass viel Geld glücklich macht. Es ist aber keineswegs der Fall. Der Verlust eines Kindes, wie er Herrn Enke geschehen ist, zehrt an allen gleich und ist durch nichts wettzumachen.
Ich kann nur zum Ausdruck bringen, dass ich ihm wünsche, dass er den Frieden findet, den er auf Erden vergeblich gesucht hat und seiner Familie kann man eigentlich nur alles gute wünschen, dass sie diese traurige Situation erfasst und durchsteht.
Robert Enke wird hier zu einer Lichtgestalt erhoben, was mich etwas verwundert. Bis die ersten Nachrichten über seinen Tod rumgingen hatte ich seinen Namen noch nie gehört. Was übrigens den meisten Leuten in meinem Bekanntenkreis ebenso ging.
Dass er mit einer offenbar unbehandelten Depression am Ende Selbstmord beging ist traurig, vor allem für seine Familie. Warum man das zum Titelthema machen muss kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
Als Arzt in einer geschlossenen psychiatrischen Station bin ich sehr dankbar, dass sich die Medien und damit die Öffentlichkeit am Beispiel der Selbsttötung dieses Sportler mit dieser lebensbedrohlichen Krankheit beschäftigen.
Schlimm genug sind für diese Patienten schon die Symtome der Erkrankung; wenn nun wenigstens die Scham durch die Tabuisierung dieser in unserer Leistungsgesellschaft als Schwäche empfundenen Erkrankung gemildert wird, indem durch diese Berichterstattung depressive Störungen thematisiert werden und gleichzeitig durch den fatalen Krankheitsverlauf zur Behandlung gemahnt wird, können wir hoffen, dass das der Beginn eines gesellschaftlichen Wandels ist.
Herr Enke hat mit der stationären Behandlung aufgrund dieser Tabuisierung das Ende seiner Karriere verbunden.
Wäre die Haltung der Gesellschaft zu psychischen Erkrankungen eine, andere, würde er und all die anderen, die sich aufgrund dessen vor einer Behandlung scheuten, vielleicht noch leben.
Daher hoffe ich auf einen großen Nachhall dieser Tragödie.
Und hoffe, dass in einigen Jahren psychische Erkrankungen als ein genauso normaler Teil des Lebens gesehen werden wie körperliche Erkrankungen.
Als Arzt in einer geschlossenen psychiatrischen Station bin ich sehr dankbar, dass sich die Medien und damit die Öffentlichkeit am Beispiel der Selbsttötung dieses Sportler mit dieser lebensbedrohlichen Krankheit beschäftigen.
Schlimm genug sind für diese Patienten schon die Symtome der Erkrankung; wenn nun wenigstens die Scham durch die Tabuisierung dieser in unserer Leistungsgesellschaft als Schwäche empfundenen Erkrankung gemildert wird, indem durch diese Berichterstattung depressive Störungen thematisiert werden und gleichzeitig durch den fatalen Krankheitsverlauf zur Behandlung gemahnt wird, können wir hoffen, dass das der Beginn eines gesellschaftlichen Wandels ist.
Herr Enke hat mit der stationären Behandlung aufgrund dieser Tabuisierung das Ende seiner Karriere verbunden.
Wäre die Haltung der Gesellschaft zu psychischen Erkrankungen eine, andere, würde er und all die anderen, die sich aufgrund dessen vor einer Behandlung scheuten, vielleicht noch leben.
Daher hoffe ich auf einen großen Nachhall dieser Tragödie.
Und hoffe, dass in einigen Jahren psychische Erkrankungen als ein genauso normaler Teil des Lebens gesehen werden wie körperliche Erkrankungen.
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