Gedenkspiel für Robert Enke Jedes "Ah", jedes "Oh" rückte die Trauer in den Hintergrund
Wie das Nationalteam seinen verstorbenen Torwart Enke würdigt und versucht, in den normalen Fußballalltag überzugehen. Von Matthias Bossaller, Gelsenkirchen
© T. Silz/AFP/Getty Images

Die Fans des DFB-Teams gedachten dem verstorbenen Nationaltorwart Enke
Lukas Podolski hätte am liebsten nur über Fußball geredet. Doch das ging an diesem Abend in Gelsenkirchen nicht. An diesem Mittwochabend, dem Spiel eins nach dem tragischen Tod von Robert Enke, musste Podolski darüber Auskunft geben, ob und wie sehr ihn die Ereignisse der vergangenen Tage belastet haben.
Da stand er vor den Journalisten, die Hände tief in den Taschen seiner Trainingshose vergraben und erzählte, dass seine Gedanken während des Spiels "bei Robert" gewesen seien. Sein Elfmetertor zum zwischenzeitlichen 1:0 feierte er mit zum Himmel gestrecktem Zeigefinger. Eine Geste mit Symbolcharakter, wie er anmerkte: "Jeder weiß, dass ich Katholik bin. Robert hat uns von oben zugeschaut."
Nach dem Freitod Robert Enkes wollten die deutschen Spieler das Länderspiel gegen die Elfenbeinküste nutzen, um in den gewohnten Alltag zurückzufinden. Podolski und die anderen Nationalspieler betonten zwar, froh gewesen zu sein, nach den Tagen des Innehaltens wieder Fußball spielen zu können, doch im Anschluss an das 2:2 gegen den afrikanischen WM-Teilnehmer war ihnen anzumerken, dass der Schock über den Tod des beliebten Kollegen noch tief sitzt. Philipp Lahm sagte: "Es war schwer heute." Per Mertesacker gab zu, dass diese Woche "nicht einfach zu verkraften" war, dass er "einen guten Freund" verloren habe. Tim Wiese, der in der ersten Hälfte im Tor stand, ergänzte: "Ich versuche die vergangenen Tage aus dem Kopf zu kriegen, das war das Übelste, was ich je erlebt habe." Acht Tage nach der Schreckensnachricht nähern sich die deutschen Spieler nur mit Mühe der Normalität an.
© Vladimir Rys/Bongarts/Getty Images

Podolski jubelt: Klicken Sie auf das Bild, um die wichtigsten Fotos des Länderspielabends zu sehen
Der verletzte Mannschaftskapitän Michael Ballack legte kurz vor dem Anpfiff ein Trikot des Torhüters auf die Ersatzbank. Anschließend lief auf der Videoleinwand hoch unter dem Dach des Stadions ein Film über Robert Enke. Er zeigte ihn als Tierliebhaber, seine spektakulären Paraden im Trikot von Hannover 96, und er zeigte Enke mit seiner Tochter Lara auf dem Arm. Zu den Bildern ertönte You’ll never walk alone. "Nach dem Video war uns allen mulmig. Danach hat man gesehen, dass sein Tod noch in uns steckt", sagte Per Mertesacker, der mehrere Jahre mit Enke zusammen für Hannover 96 gespielt hatte.
- Datum 08.01.2010 - 11:44 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Ok. Ich gebe es zu, ich bin selbst schuld an der Tatsache, daß die "Zeit" dieses Thema bis zum Erbrechen ausweidet. Ich klicke auf diese Artikel und viele andere auch. Ich gelobe Besseres in der Hoffnung, daß dieses komerzielle Ausschlachten einer Tragödie bald aufhört.
nicht viel hinzuzufügen! Lasst Enke ruhen in Frieden.
nicht viel hinzuzufügen! Lasst Enke ruhen in Frieden.
Meines Erachtens war der Umgang mit der Trauer angemessen. Und eigentlich sollte man jemanden so unmittelbar danach nicht fragen, wie er mit der Trauer zurecht kommt. Es sei denn er fängt selber davon an.
oder wie soll man es sonst verstehen, dass Gomez bereits bei seiner Einwechslung aus gepriffen wurde?
Fußballfans - manchmal ist wohl doch mehr Luft im Kopf als im Ball...
nicht viel hinzuzufügen! Lasst Enke ruhen in Frieden.
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