Doping-Vorwürfe Sportgericht bestätigt Sperre von Pechstein
Claudia Pechstein bleibt gesperrt. Die mehrfache Eisschnelllauf-Olympiasiegerin, die jegliches Doping bestreitet, will nun vor das Schweizer Bundesgericht ziehen.
Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein bleibt gesperrt: Der Internationale Sportgerichtshof (Cas) hat die vom Eisschnelllauf-Weltverband (ISU) verhängte Zwei-Jahres-Sperre offiziell bestätigt. Die Sperre läuft danach rückwirkend vom 8. Februar 2009 bis zum 7. Februar 2011. Damit droht Deutschlands erfolgreichster Winter-Olympionikin das Karriere-Aus.
Nach Auffassung des Cas weise Pechstein "verglichen mit der allgemeinen Bevölkerung in Europa und anderen Spitzenläufern, und auch im Vergleich mit ihren eigenen Werten abnormale Retikulozyten-Werte auf".
- Retikulozyten: Ganz natürlich ...
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Retikulozyten braucht jeder Mensch. Sie sind eine Vorstufe der ausgewachsenen roten Blutkörperchen, die Sauerstoff von der Lunge zu den Muskeln transportieren.
Nach großen Blutverlusten – wenn viel neues Blut gebildet wird – erhöht sich im Körper der Anteil der Retikulozyten.
Auch beim Training in großen Höhen, wo die Luft relativ wenig Sauerstoff enthält, oder bei besonders kalten Temperaturen bildet der Körper auf natürliche Weise mehr Retikulozyten.
- ... und künstlich durch Doping
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Sportler können die Bildung der Retikulozyten auch durch das Dopingmittel Erythropoetin (Epo) erhöhen.
Um einem Dopingverdacht besser nachgehen zu können, hat der Eislauf-Weltverband ISU einen Grenzwert für den Anteil von Retikulozyten an Gesamtmenge roter Blutkörperchen angesetzt: Dieser beträgt 2,4 Prozent.
Sollte dieser Wert überschritten werden, kann Doping mit Epo vorliegen. Allerdings müssen die Fahnder dabei auch andere Faktoren berücksichtigen, etwa ein Höhentraining.
Andere Dopingverfahren erniedrigen den Retikulozyten-Wert. Wenn Sportler eine Eigenblut-Konserve verwenden, bildet der Körper nicht mehr so viel Retikulozyten.
Einige Verbände gehen daher ab einem Wert unter 0,2 Prozent von einem Verdacht auf Blutdoping aus.
Bei Doping-Tests während der Mehrkampf-WM in Hamar seien bei der 37-Jährigen Retikulozyten-Werte von 3,49, 3,54 und 3,38 Prozent gemessen worden. Der Grenzwert liegt bei 2,4. Am 8. Januar 2009 seien es nur 1,74 Prozent gewesen, am 18. Februar 1,37 Prozent. "Diese Abnormalität konnte nicht vernünftig durch die verschiedenen Rechtfertigungen der Athletin oder einen medizinischen Hintergrund ausgeräumt werden", heißt es in der Begründung weiter.
Der von der Athletin ausgewählte Hämatologe habe sie eingehend untersucht und geschlossen, dass es keine feststellbaren Anzeichen für eine Blutkrankheit oder Anomalie gebe. Gleichzeitig bestätigte der Cas, die Mess-Methoden der vom Weltverband ISU benutzten Geräte seien verlässlich.
- Reaktionen: Michael Vesper
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Der DOSB-Generaldirektor sagte:
"Der DOSB steht mit voller Überzeugung hinter dem indirekten Dopingnachweis. Es ist gut und war notwendig, dass der Cas dafür in Anlehnung an die Position der Welt-Anti-Doping-Agentur Bedingungen formuliert hat, damit der Nachweis auch rechtssicher geführt werden kann."
- Wilhelm Schänzer
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So reagierte der Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln:
"Ich bin sicher, dass der indirekte Nachweis von Doping-Missbrauch aufgewertet wird und die Entscheidung eine positive Stimmung bei den Verbänden erzeugt. Nicht wohl ist mir aber, dass das Urteil nur auf einen Parameter, die erhöhte Anzahl von Retikulozyten im Körper, beruht."
- Werner Franke
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Der Molekularbiologe meint:
"Ich hatte das für mich erwartet – insbesondere wegen der rhythmischen Korrelation der Werte mit Wettkämpfen. So etwas gibt es in der Natur nicht."
- Detlef Thieme
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Dies sagte der Leiter des Instituts für Dopinganalytik und Sportbiochemie in Kreischa:
"Das Prinzip ist bestätigt. Individuelle Blutprofile und Blutpässe werden an Bedeutung gewinnen. Wichtig ist, wie sind die Details beschaffen, was wird uns für die Praxis mit an die Hand gegeben."
Der Eisschnelllauf-Weltverband hatte die Berlinerin am 3. Juli wegen auffälliger Blutwerte für zwei Jahre gesperrt. Damit war Pechstein die erste Sportlerin, die aufgrund von indirekten und nicht eindeutigen Dopingnachweisen von den Wettbewerben ausgeschlossen wurde. Dagegen war Pechstein vor dem obersten Sportgerichtshof in Berufung gegangen. Aussagen von zwölf Zeugen und Experten sowie etliche Gutachten wurden während des Prozesses ausgewertet.
Dennoch konnte sich Pechstein, die jegliches Doping bestreitet, nicht durchsetzen. "Das zu akzeptieren, ist für mich unglaublich hart", sagte die Sportlerin in einer ersten Reaktion. "Nach dem wochenlangen, unwürdigen Hin und Her war das Urteil aber abzusehen. Ich bin nicht mehr über das Ergebnis geschockt, sehr wohl aber darüber, wie es zustande gekommen ist. Erst die ISU, jetzt der Cas. Ich habe lernen müssen, dass es ausgerechnet vor Sportgerichten offenbar keinen Platz für das im Sport so oft beschworene Fair Play gibt", erklärte Pechstein.
"Wie man mich ohne Beweis, aufgrund eines einzigen Indizes, das zudem in der Wissenschaft noch sehr umstritten ist, sperren kann, wird mir für immer unbegreiflich bleiben", fügte sie hinzu. Ihr Anwalt Simon Bergmann kündigte an, schnellstmöglich ein Verfahren vor dem Schweizerischen Bundesgericht in Lausanne anzustrengen. Er sprach von eine "schwarzen Tag für die Sportrechtssprechung."
- Datum 25.11.2009 - 17:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 5
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Arme Claudia. Aber ich denke, bedanken kann Sie sich bei denen, die immer intransparentere Möglichkeiten zu Dopen entwickeln und bei jenen, die das Nutzen.
Die Sportgerichte müssen so hart urteilen. Die Welt des Sports ist eine hauptsächlich subjektive. Daher kann auch ihre Rechtsrechung unmöglich eine vollkommen objektive sein.
Gratulation zum Kampf gegen Doping. Frau Pechstein sollte reinen Tisch machen und ein Geständnis abelegen und sofort bei der Bundespolizei kündigen. Das hätte Größe und Anstand anstatt diesen unwürdigen Kampf zu führen, den ihr sowieso niemand wirklich abgenommen hat.
ob es schlüssig ist, darüber lässt sich streiten. Schließlich gibt es noch immer keine Beweise, sondern nur Indizien. Und Sie wollen ja auch nicht aufgrund von Vermutungen zum Kriminellen abgestempelt werden, oder Ritter Kunibert? Im Übrigen muss Frau Pechstein dann nicht mehr kündigen, sondern sie wird gekündigt werden! Und ich versteh auch ihren Kampf um ihre sportliche und berufliche Zukunft. Es ist ja ihr Broterwerb. Würde und Anstand stehen da nur im Weg. Aber es ist schon traurig für die Glaubwürdigkeit des Sports und der Person C. Pechstein! Der Verband und Pechstein versuchen sich gegenseitig die Schuld zu geben, aber am Ende gibt es nur die besagten Verlierer! Ob da mal nicht eine riesige Lawine losgetreten wird. Man wird sehen!
ob es schlüssig ist, darüber lässt sich streiten. Schließlich gibt es noch immer keine Beweise, sondern nur Indizien. Und Sie wollen ja auch nicht aufgrund von Vermutungen zum Kriminellen abgestempelt werden, oder Ritter Kunibert? Im Übrigen muss Frau Pechstein dann nicht mehr kündigen, sondern sie wird gekündigt werden! Und ich versteh auch ihren Kampf um ihre sportliche und berufliche Zukunft. Es ist ja ihr Broterwerb. Würde und Anstand stehen da nur im Weg. Aber es ist schon traurig für die Glaubwürdigkeit des Sports und der Person C. Pechstein! Der Verband und Pechstein versuchen sich gegenseitig die Schuld zu geben, aber am Ende gibt es nur die besagten Verlierer! Ob da mal nicht eine riesige Lawine losgetreten wird. Man wird sehen!
ob es schlüssig ist, darüber lässt sich streiten. Schließlich gibt es noch immer keine Beweise, sondern nur Indizien. Und Sie wollen ja auch nicht aufgrund von Vermutungen zum Kriminellen abgestempelt werden, oder Ritter Kunibert? Im Übrigen muss Frau Pechstein dann nicht mehr kündigen, sondern sie wird gekündigt werden! Und ich versteh auch ihren Kampf um ihre sportliche und berufliche Zukunft. Es ist ja ihr Broterwerb. Würde und Anstand stehen da nur im Weg. Aber es ist schon traurig für die Glaubwürdigkeit des Sports und der Person C. Pechstein! Der Verband und Pechstein versuchen sich gegenseitig die Schuld zu geben, aber am Ende gibt es nur die besagten Verlierer! Ob da mal nicht eine riesige Lawine losgetreten wird. Man wird sehen!
Im Zweifelfalle zugunsten des Beschuldigten. Die hohen Herren demonstrieren Stärke am falschen Platze. Da bin ich doch sehr skeptisch, ob da die Chemie den gesunden Menschenverstand ersetzen kann?
ich meine, wenn k. pechstein wirklich unschuldig ist, muß sie das ausbaden was ihre, ach so unschuldigen kameraden/innen, angerichtet haben.
wer kann denn noch einem sportler glauben ??
wo wird nicht überall gedopt, im radsport,im pferdesport,wer hätte das für möglich gehalten,bei leichtathleten, gewichthebern USW...
immerwieder wird beteuert, ich doch nicht!!!!!!!
ich glaube, es wird gelogen das sich die balken biegen !!!!
jetzt sind mal wieder die fussballer drann,bestechung und wettbetrug.
was hören wir,wir haben kein geld genommen.
es werden ehrenerklärungen abgegeben.
auch da wird gelogen!!!!!!
vor jahren haben mehrere spieler von schalke 04 ehrenerklärungen abgegeben, was waren sie wert, nichts, die spieler haben getan als könnten sie kein wässerchen trüben, haben auf mitleid gemacht,am ende wurden sie überführt !!!
da soll noch jemand diesen leuten glauben????
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