Doping-Verfahren
Die Indizien sprechen weiter gegen Pechstein
Claudia Pechstein gilt als gedopt. Sie hat es nicht geschafft, ihre Unschuld zu beweisen. Doch was kann ein Athlet tun, um den Beweis zu erbringen? F. Teuffel kommentiert
© Christof Koepsel/Getty Images

Claudia Pechstein hat vor dem Sportgerichtshof eine Niederlage einstecken müssen
Nach einem Motiv für Doping muss man nicht lange suchen. Eine lange Zeit erfolgreiche Athletin will im Spätherbst oder eher schon im Winter ihrer Karriere noch mal vorne mitlaufen. Weil sie nicht alle anderen an sich vorbeiziehen lassen mag, dopt sie mit Epo. So ist es für den Internationalen Sportgerichtshof gewesen, deshalb hat er die Dopingsperre gegen Claudia Pechstein bestätigt.
Sollten drei angesehene Juristen tatsächlich irgendeinem Druck erlegen sein? Dem Druck des Internationalen Olympischen Komitees zum Beispiel? Die Welt-Anti-Doping-Agentur hatte doch vorher extra Druck herausgenommen aus diesem Verfahren und erklärt: Hier geht es nur um Claudia Pechstein, nicht um Dopingbekämpfung insgesamt.
Eine Beeinflussung der Richter ist möglich, aber dass sie sich davon lenken ließen, ist unwahrscheinlich. Claudia Pechsteins Blutwerte waren ein großes Rätsel, für das Doping eine nahe liegende Lösung ist. Sie selbst hat es nicht geschafft, ihre Unschuld zu beweisen. Hier liegt nun der kritische Punkt des Verfahrens, ja der ganzen Dopingbekämpfung. Was kann ein Athlet tun, um eine mögliche Unschuld zu beweisen?
Pechstein hat erst zögerlich mit ihrer Verteidigung begonnen, das muss sie sich vorhalten lassen. Dann hat sie allerdings selbst in ihr Innerstes, Ureigenstes schauen und ein genetisches Gutachten erstellen lassen.
Dieses Gutachten wies eine genetische Veränderung auf, beweisen konnte es aber nichts. Viel Zeit und Geld wären nötig, um aus dem genetischen Gutachten eine Erklärung zu ziehen. Claudia Pechstein wird daher als gedopt gelten. Allerdings mit einer Einschränkung: Sie könnte auch die Ausnahme sein, die absolute Ausnahme, deren Blutwerte aus dem Rahmen fallen.
Erschienen in Der Tagesspiegel
- Datum 25.11.2009 - 20:54 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
- Kommentare 7
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Was kann ein Athlet tun, um eine mögliche Unschuld zu beweisen?
Diese Frage wird leider nicht beantwortet =9
...eine genetische Alteration zu bestehen scheint, die es unklar macht, ob wirklich gedopt wurde. Wenn ihr Körper also die festgestellten Stoffe herstellt, die verboten sind, darf sie nicht sportlich mitmachen? Warum? Weil ihr Körper zu gut ist? Oder ist sie behindert und darf daher nicht? Oder gilt In Dubio nicht?
Mal hat ein Langstreckenläufer sein Stöffchen in die Zahnpasta geschmuggelt bekommen (Baumann), mal war das Dope für den asthmakranken Hund eines Radprofis (Winokurow), mal hat einer Spaghtetti Bolognese mit hormonverseuchtem Hackfleisch gefuttert (Linford Christie), mal in peruanische Kokablätter eingewickelte Bonbons gelutscht (Tyler Hamilton), mal war einer ein Mischwesen, dessen fremde Körperzellen von den Stammzellen seines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produdiert wurden (Vandenbroucke) - die Liste der dämlichen Ausreden ist ebenso lang wie die Pinocchio-Nasen der Ertappten bei ihren Beteuerungen, von nichts nix gewusst zu haben.
ohne positiven Befund, kein Doping! Alles andere ist spekulativ!
...eine genetische Alteration zu bestehen scheint, die es unklar macht, ob wirklich gedopt wurde. Wenn ihr Körper also die festgestellten Stoffe herstellt, die verboten sind, darf sie nicht sportlich mitmachen? Warum? Weil ihr Körper zu gut ist? Oder ist sie behindert und darf daher nicht? Oder gilt In Dubio nicht?
In allen Profi Sprotarten wird gedoped. Wenn Tests 100%tig wären, wäre die nächste Olympiade ziemlich leer.
Was die Leute dabei vergessen ist, dass Doping keine Vorteile gegenüber anderen zeitgenössischen Atleten bringt, denn die dopen ja auch - eine erstklassige Genetik, eisenharte Disziplin und perfektes Training sind also trotz Doping unabdingbar.
Wozu also das ganze? Weil alle anderen es auch machen und weil nur mit modernem Doping die alten Rekorde immer wieder gebrochen werden können.
Wieviele Zuschauer hätten die Weltmeisterschaften oder olympischen Spiele denn noch wenn nur alle 10 - 15 Jahre mal ein neuer Rekord rauspringen würde?
benutzt Frau Pechstein um mit spekulativen Schuldzuweisungen ohne Beweisse,Sportler auszusondern.Jetzt wird sich jeder fragen wer wird der Nächste sein, dem dieses Schicksal blüht.
Ein klarer Verstoß gegen die bürgerlichen Rechte,auch Sportler haben Rechte.
...dann ist ja die kleine "Friesinger" momentan auch krank - ???
Wie gesagt:
Genau wie bei der "Pech"stein:
Die Gedanken sind frei und wenn ganz "Oben" nur noch spekuliert wird, dann kann man sich ganz "Unten" auch dazu hinreißen lassen, das Gleiche zu tun.
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