Bundesliga, 15. Spieltag Schalke 04 besiegt Hertha BSC
Die Krise der Hertha hält an, der FC Bayern holt auf und sonst: fünf Unentschieden. Alle Spielberichte des Bundesliga-Spieltages
© Achim Scheidemann/dpa

Die Schalker Marcelo Bordon (Mitte), Ersatztorwart Matthias Schober und Ivan Rakitic (r.) jubeln nach dem 1:0 durch Kevin Kuranyi
Schalke 04 - Hertha BSC 2:0
Kevin Kuranyi mit seinem 100. Bundesliga-Tor und Rafinha per Last-Minute-Elfmeter haben Hertha BSC noch tiefer in die Krise gestürzt und Schalke 04 in die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga geschossen. Nach drei Spielen Ladehemmung schaffte Kuranyi am Sonntagabend in der 59. Minute seinen Jubiläumstreffer; den Endstand zum 2:0 (0:0)-Arbeitssieg markierte Rafinha in der Nachspielzeit (90.+2). Das Team von Felix Magath, der sein 400. Spiel als Bundesliga-Trainer absolvierte, zog damit nach Punkten mit dem Tabellenzweiten Werder Bremen (beide 28) gleich und verkürzte den Rückstand auf Spitzenreiter Bayer Leverkusen auf drei Zähler.
"Hauptsache gewonnen – so muss man es sagen", meinte Magath. "Wir haben keine Mittel gefunden und deshalb bin ich froh, dass wir überhaupt gewonnen haben." Sein Kollege Friedhelm Funkel war sauer über das Tor Kuranyis, das "klar Abseits" gewesen sei. "Die Niederlage war natürlich unnötig, denn wir haben sehr diszipliniert gespielt. Schalke hätte nie und nimmer ein Tor geschossen, wenn nicht der Abseitstreffer gegeben worden wäre."
Für die ohne ihren gesperrten Kapitän Arne Friedrich angetretenen Berliner stand nach dem 14. Ligaspiel nacheinander ohne Sieg schon am Nikolaustag fest, dass sie auf dem letzten Platz überwintern werden. Überdies warten im Heimspiel gegen Leverkusen und dann bei Bayern München ganz schwere Brocken auf die Hertha, die kurz vor Schluss durch eine Riesenchance von Adrián Ramos fast den Ausgleich geschafft hätte. Doch der gerade eingewechselte Kolumbianer knallte vor 60 801 Zuschauern in der Schalker Arena den Ball per Scherenschlag aus nächster Nähe freistehend übers Tor.
Der Spielfilm in der Schalker Arena war schnell erzählt: Hertha wollte nicht verlieren – S04 fehlten zumindest eine Stunde die Ideen. Dabei hätte allein Kevin Kuranyi die "Königsblauen" in der ersten Hälfte klar in Führung bringen können. Doch der eifrige Stürmer, der vor einer Dreierkette ein ständiger Unruheherd in der Hertha-Abwehr war, vergab gleich drei prächtige Möglichkeiten (19./23./32. ) und schaffte sein 100. Bundesliga-Tor zunächst wieder nicht.
Nach 13 Spielen ohne Sieg verlegte sich die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel aufs Verhindern von Schalker Chancen – egal wie. Die wenigen Angriffsversuche liefen zumeist über Patrick Ebert, der vor drei Tagen in der Euro League beim 1:0-Hoffnungsschimmer in Ventspils noch gefehlt hatte. Doch wirkliche Gefahr für das von Manuel Neuer gehütete Tor der Schalker bestand nicht.
Ebert war in der 59. Minute auch für die erste Chance der Berliner zuständig. Mit seinem Freistoß aus rund 28 Metern konnte er Neuer aber nicht aus der Ruhe bringen. Ganz im Gegenteil. Der Abwurf des Nationalkeepers leitete die Führung der Gastgeber ein. Eine Flanke von Lukas Schmitz verlängerte Marcelo Bordon zu Kuranyi, der aus Abseitsverdächtiger Position sein Jubiläumstor köpfte.
Magath brachte zur zweiten Halbzeit Halil Altintop und verpasste ihm nur 36 Minuten später mit der Auswechslung die Höchststrafe. Trotz des Erfolgs war Meistertrainer Magath ganz offensichtlich überhaupt nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die den hart erarbeiteten Sieg schließlich unter Dach und Fach brachte.
FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Zambrano, Bordon, Westermann - Höwedes, Matip (46. Altintop - 82. Sanchez) - Farfán (65. Moritz), Rakitic, Schmitz - Kuranyi
Hertha BSC: Drobny - Piszczek, Janker, von Bergen, Pejcinovic - Lustenberger, Cicero - Ebert, Raffael, Nicu (68. Ramos) - Wichniarek
Zuschauer: 60.801
Tore: 1:0 Kuranyi (59.), 2:0 Rafinha (90.+2/Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Bordon (5) / Cicero (1)
Gelb-Rote Karten: Janker (86./wiederholtes Foulspiel)
Beste Spieler: Rafinha, Kuranyi / Ebert, von Bergen
© Jürgen Schwarz/ dpp

Fussball, 1. Bundesliga, 15. Spieltag, 1. FC Köln - Werder Bremen: Kölns Milivoje Novakovic (r.) und Bremens Per Mertesacker kämpfen um den Ball
1. FC Köln - Werder Bremen 0:0
Werder Bremen hat seine phänomenale Serie fortgesetzt, aber den Abstand zu Spitzenreiter Bayer Leverkusen nicht verringern können. Mit dem 0:0 beim heimschwachen 1. FC Köln blieb das Team von Trainer Thomas Schaaf zwar im 23. Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage, hinkt in der Fußball-Bundesliga als Zweiter den Leverkusenern (31 Punkte) jedoch weiter drei Punkte hinterher. "Gerade bei so einer Tabellenkonstellation kann man sagen, dass wir zwei Punkte liegen haben lassen", sagte Bremens Geschäftsführer Klaus
Allofs.
Ohne die Geniestreiche ihres zuletzt überragenden Regisseurs Mesut Özil, der kurzfristig wegen einer Grippe passen musste, schlugen die Bremer (28) am Sonntag aus ihrer Überlegenheit kein Kapital. Stattdessen konnte sich der Tabellen-14. aus Köln (14) über einen glücklichen Zähler freuen. "Wir wussten, wir können mithalten, wenn wir aggressiv gegen den Ball spielen", erläuterte Kölns Trainer Zvonimir Soldo das "Erfolgsrezept" für den Punktgewinn. Traurig war der Kroate aber darüber, dass die Kölner als einziges Team nun schon neunmal ohne Torerfolg blieben. "Das kommt schon noch", meinte Soldo. Auch sein Kollege Schaaf haderte mit der Chancenverwertung: "Wir haben es einfach nicht zum Abschluss gebracht. Das war das Problem."
Angetrieben von Nationalspieler Lukas Podolski, nach abgebrummter Gelb-Sperre wieder dabei, begannen die lauffreudigen Kölner sehr engagiert. Podolski war es dann auch, der die beste Chance (14.) des ersten Durchgangs vorbereitete, die aber zugleich das ganze Dilemma der FC-Offensive in dieser Saison verdeutlichte: Nach seiner präzisen Flanke gelang Kölns Kapitän Milivoje Novakovic das "Kunststück", aus vier Metern das Bremer Gehäuse zu verfehlen. Der Beweis, warum das Soldo-Team Soldo mit nur sieben Toren den schwächsten Angriff der Liga stellt, war erbracht. 60 Sekunden zuvor hatte Bremens Bundesliga-Debütant Sebastian Mielitz, der den grippegeschwächten Nationalkeeper Tim Wiese gut vertrat, bei einem Petit-Freistoß seine erste Bewährungsprobe gemeistert.
Nach der ersten Viertelstunde verlagerte sich das Geschehen vor 50.000 Zuschauern mehr und mehr in die Kölner Hälfte. Die überlegenen Bremer, bei denen Tim Borowski anstelle von Özil Regie führte, rissen die Partie an sich und belagerten das Gehäuse von Kölns Keeper Thomas Kessler, der für Faryd Mondragon (Oberschenkelprobleme) ins Team gerückt war und seine Saisonpremiere feierte. Große Werder-Chancen blieben aber Mangelware. Abgesehen von einer Direktabnahme des emsigen Marko Marin (35.) und einem Freistoß von Hugo Almeida (43.), bei denen Kessler jeweils zur Stelle war, kam die torgefährlichste Offensive der Liga (31 Treffer) nicht so richtig auf Touren.
Pech hatten die Hanseaten, dass sie nicht früh in Überzahl agieren durften. Denn FC-Verteidiger Youssef Mohamed hatte Glück, dass ihn Schiedsrichter Jochen Drees nach seinem Foul als letzter Mann an Marin (28.) nicht vom Platz stellte. "Das ist eine Notbremse", sagte der verärgerte Allofs.
Nach Wiederanpfiff änderte sich wenig am Bild. Werder blieb in einer schwächer werdenden Partie das bessere Team, ließ aber ohne Özil das präzise Zuspiel in die Spitze vermissen. Bremens Offensiv- Akzenten setzten die spieltaktisch und technisch limitierten Kölner Kampf- und Laufbereitschaft entgegen. Dieses Rezept wäre für die Soldo-Elf in der 54. Minute fast aufgegangen, aber Mielitz verhinderte mit einer Fußabwehr die FC-Führung durch Novakovic. In der Schlussphase drückten die Bremer, doch das goldene Tor wollte nicht fallen.
1. FC Köln: Kessler - Schorch, Geromel, Mohamad, Ehret (46. McKenna) - Pezzoni - Chihi, Petit, Maniche (78. Freis), Podolski - Novakovic
Werder Bremen: Mielitz - Fritz, Mertesacker, Naldo, Boenisch - Frings - Jensen, Borowski, Hunt - Hugo Almeida (70. Rosenberg), Marin
Zuschauer: 50.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Maniche (4), Mohamad (3), Petit (7), Schorch (1) / Boenisch (1), Frings (3), Naldo (2)
Beste Spieler: Schorch, Geromel / Frings, Hunt
© Thorsten Wagner/Bongarts/Getty Images

Maik Franz jubelt nach dem Schlusspfiff
Eintracht Frankfurt – FSV Mainz 2:0
Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Arena erzielten Maik Franz (29. Minute) und Alex Meier (90.) die Treffer für die Eintracht, die den dritten Heimsieg der Saison feierte. Die Mainzer dagegen kassierten nach fünf ungeschlagenen Spielen in Serie wieder eine Niederlage. "Es tut weh, mit so einer Niederlage umzugehen", sagte der FSV-Manager Christian Heidel. "Wir hatten klar die besseren Chancen, aber die Eintracht hat das clever gemacht."
Bereits in der neunten Minute hatte Nikos Liberopoulos die Chance zur Führung, scheiterte per Kopf aber am stark reagierenden Heinz Müller im Mainzer Tor. Im direkten Gegenzug verpassten Aristide Bancé, der an Frankfurts Torhüter Oka Nikolov scheiterte, und Amri im Nachschuss das 1:0 für den Aufsteiger. In der Folgezeit verflachte die stets verbissen geführte Partie allerdings ein wenig.
Michael Skibbe hatte jener Elf vertraut, die in der Vorwoche bei Hertha BSC 3:1 gewonnen hatte. Patrick Ochs spielte erneut im rechten Mittelfeld, abgesichert von Franz, der die rechte Außenposition in der Viererabwehrkette begleitete. Der 28-Jährige war es in der 29. Minute auch, der die Frankfurter bei einem seiner Vorstöße in Führung brachte. Nach einer Hereingabe von Marco Russ hatte sich der Neuzugang vom Karlsruher SC im Rücken der Mainzer Abwehr davongestohlen und schoss zum 1:0 ein. Für den Verteidiger war es bereits der vierte Saisontreffer. Die Gäste fanden derweil nicht in ihren gewohnten Rhythmus. Thomas Tuchel hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:1 gegen den Hamburger SV auf zwei Positionen verändert. Für den verletzten Miroslav Karhan rückte Neuzugang Eugen Polanski ins Team, Amri spielte etwas überraschend für den zuletzt starken Elkin Soto. Gerade die Passsicherheit und Übersicht des Kolumbianers fehlte den 05ern.
Bancé, der nun schon seit sechs Spielen auf einen Treffer wartet, war in der Offensive wenig torgefährlich - Frankfurts Keeper Nikolov verlebte eine sehr ruhige erste Halbzeit. Nur bei einem Schuss von Amri wurde das Tor des 35-Jährigen noch einmal gefährdet. Nach dem Seitenwechsel wurden die Mainzer etwas offensiver. Der aufgerückte Niko Bungert setzte in der 53. Minute einen Kopfball neben das Eintracht-Tor, übersah dabei aber den wesentlich besser postierten Tim Hoogland. In der 70. Minute scheiterte Hoogland per Kopf an Nikolov. Kurz zuvor war Amri wegen wiederholten Foulspiels vom Platz gestellt worden. Doch die Hausherren konnten die personelle Überzahl erst kurz vor Schluss für einen zweiten Treffer nutzen.
Eintracht Frankfurt: Nikolov - Franz, Chris, Russ, Spycher - Bajramovic - Ochs, Schwegler, Korkmaz (78. Köhler) - Meier - Liberopoulos (89. Teber)
FSV Mainz 05: Müller - Heller, Bungert, Noveski (46. Svensson), Löw - Hoogland, Polanski - Schürrle (72. Grimaldi), Ivanschitz (46.Pekovic), Amri - Bancé
Zuschauer: 51.500 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Franz (29.), 2:0 Meier (90.)
Gelbe Karten: Chris (4), Franz (5), Ochs (4) / Pekovic (2)
Gelb-Rote Karten: Amri (68./wiederholtes Foulspiel)
Beste Spieler: Ochs, Meier / Polanski, Bungert
© Vladimir Rys/Bongarts/Getty Images

Mats Hummels freut sich nach seinem Tor für den BVB
Borussia Dortmund - 1. FC Nürnberg 4:0 (3:0)
In Dortmund geht es weiter aufwärts. Mit dem Erfolg über den 1. FC Nürnberg setzte die Mannschaft von Jürgen Klopp die Erfolgsserie von nunmehr acht Bundesliga-Spielen ohne Niederlage fort. Vor 72.100 Zuschauern sorgten Kevin Großkreutz (8.), Lucas Barrios (13.), Mohamed Zidan (36.) und Mats Hummels (61.) für den höchsten Saisonsieg der Borussia. Dagegen musste der Club einen weiteren Rückschlag im Kampf um den Klassenverbleib hinnehmen.
Inspiriert durch den starken Auftritt beim 2:1 vor einer Woche in Hoffenheim erwischte die unveränderte und vor Selbstvertrauen strotzende Borussia einen Traumstart. Gleich der erste gute Angriff bescherte die 1:0-Führung: Nach einem sehenswerten Zuspiel von Jakub Blaszczykowksi war Neuzugang Großkreutz zur Stelle und erzielte mit seinem ersten Bundesliga-Treffer die Führung. Nur fünf Minuten später war Club-Torhüter Alexander Stephan erneut geschlagen. Aus kurzer Distanz beförderte der BVB-Torjäger Barrios eine Flanke von Patrick Owomoyela im zweiten Versuch über die Linie.
Dortmund wurde es allerdings auch leicht gemacht durch den schwachen Auftritt der Nürnberger Defensive. Die ohne Raphael Schäfer, Marcel Risse und Christian Eigler angetretenen Gäste spielten zwar passabel nach vorn, agierten in der Deckung aber viel zu sorglos. Diese ungewohnten Freiräume nutzte die Borussia nach Belieben. In höchster Not klärte der für den gesperrten Schäfer ins Tor gerückte Stephan gegen Barrios, war gegen den Nachschuss von Zidan jedoch chancenlos. Anders als noch beim überraschenden 3:2 in Wolfsburg vor zwei Wochen machte sich für den Club die mutige Spielart diesmal nicht bezahlt. Lediglich Isaac Boakye deutete bei einem Fallrückzieher (32.) bis zur Halbzeit Torgefahr an.
Auch nach Wiederanpfiff dominierte der Gastgeber die Partie. Nach Chancen von Hummels (48.), Zidan (52.) und Barrios (59.) erhöhte Hummels per Kopf zum 4:0. Nur die Abschlussschwäche der Dortmunder, die ihr bestes Saisonspiel zeigten, verhinderte eine noch höhere Niederlage der überforderten Nürnberger.
Borussia Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender (46. Felipe Santana), Sahin - Blaszczykowski (69. Valdez), Zidan (80. Feulner), Großkreutz – Barrios
1. FC Nürnberg: Stephan - Diekmeier, Wolf, Maroh, Pinola - Nordtveit - Gygax (46. Judt), Choupo-Moting (81. Gündogan), Kluge - Boakye (61. Charisteas), Bunjaku
Zuschauer: 72.100
Tore: 1:0 Großkreutz (8.), 2:0 Barrios (13.), 3:0 Zidan (36.), 4:0 Hummels (61.)
Gelbe Karten: Großkreutz (1), Hummels (2) / Judt (5), Pinola (3), Wolf (4)
Beste Spieler: Subotic, Barrios / Choupo-Moting
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Stefan Kießling freut sich trotz des 0:0
Hannover 96 - Bayer Leverkusen 0:0
Bayer 04 Leverkusen, der Spitzenreiter der Bundesliga, musste sich in Hannover zwar mit einem Remis begnügen, blieb aber auch im 15. Saisonspiel ungeschlagen. Die Leverkusener sind ungeachtet einer enttäuschenden Vorstellung weiter auf dem besten Weg zur Herbstmeisterschaft. Die Hannoveraner besaßen insgesamt die besseren Chancen und sicherten sich vor 34.341 Zuschauern nach zuletzt zwei Niederlagen zumindest einen Punkt.
Aus dem Mittelfeld entwickelte die Bayer-Mannschaft ungewohnt wenig Druck, gute Anspiele auf den Torjäger Stefan Kießling und dessen Sturmpartner Eren Derdiyok blieben Mangelware. Der zuletzt starke und hochgelobte Toni Kroos blieb ebenso blass wie der zweite offensive Mittelfeldspieler Tranquillo Barnetta. Geradezu zögerlich wirkte der Tabellenführer in vielen Situationen und dazu wackelig in der Defensive, wo nur Sami Hyypiä und der Torwart Rene Adler überzeugten. Torchancen gab es selten. Bis zur 39. Minute dauerte es, ehe Kroos mit der besten Möglichkeit der ersten Halbzeit am stark parierenden Florian Fromlowitz scheiterte. Bei der zweiten großen Bayer-Chance rettete Konstantin Rausch bei einem Kießling-Kopfball (65.) auf der Linie.
Bayer ließ den Hannoveranern zu viel Platz. Lukas Sinkiewicz, der für den leicht angeschlagenen Manuel Friedrich in der Innenverteidigung spielte, erwies sich als Unsicherheitsfaktor. So ermöglichte er mit seinem Fehler dem 96-Kapitän Arnold Bruggink die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit, als Adler sich bei dem Fernschuss strecken musste, um den Ball noch über das Tor zu lenken.
Die Hannoveraner agierten gegen den Tabellenführer mutig. Immer wieder suchten sie den Weg nach vorne. Aggressiv störten sie im Mittelfeld und spielte den Ball schnell. Allerdings fehlte dem Ein-Mann-Sturm Didier Ya Konan meist das Durchsetzungsvermögen, auch wenn der Angreifer von der Elfenbeinküste fleißig lief und Sinkiewcz in manche Verlegenheit brachte. Lange fehlte Hannover jedoch die Genauigkeit in den Pässen und Durchschlagskraft, um mehr als ein wenig Verwirrung im Leverkusener Strafraum zu stiften. Der hohe Aufwand wurde erst in der zweiten Hälfte mit besseren Einschussmöglichkeiten belohnt. Die größte Chance der zweiten Halbzeit vergab Jiri Stajner sechs Minuten nach der Pause mit einem Schuss über das Tor. Nach einer Stunde scheiterte der tschechische Angreifer am klasse haltenden Adler. Zudem rettete der Tormann gegen den allein vor ihm auftauchenden Hanno Balitsch (80.).
Hannover 96: Fromlowitz - Cherundolo, Haggui, Schulz, Rausch - Balitsch - Pinto, Rosenthal (89. Djakpa) - Bruggink - Stajner (76. Schlaudraff), Ya Konan (76. Hanke)
Bayer Leverkusen: Adler - Schwaab, Sinkiewicz, Hyypiä, Castro (72. Sarpei) - Vidal, Reinartz - Barnetta (74. Kadlec), Kroos (72. Bender) - Kießling, Derdiyok
Zuschauer: 34.341
Gelbe Karten: Bruggink (2), Cherundolo (3) / Barnetta (3), Sinkiewicz (1)
Beste Spieler: Haggui, Schulz / Adler, Hyypiä
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Ivica Banovic erzielt das zwischenzeitliche 1:2
VfL Wolfsburg - SC Freiburg 2:2
Der VfL Wolfsburg verliert die oberen Tabellenplätze in der Bundesliga immer weiter aus dem Blick. Trotz spielerischer Überlegenheit und zahlreicher hochkarätiger Chancen kam der amtierende deutsche Meister am Samstag gegen den SC Freiburg nur zu einem mageren Remis. Vor 27.822 Zuschauern trafen Mohamadou Idrissou (19.) und Ivica Banovic (51.), der einen unberechtigten Foulelfmeter verwandelte, für die spielerisch unterlegenen Breisgauer. Der eingewechselte Fabian Johnson (82.) sicherte den eigentlich klar besseren Wolfsburgern wenigstens noch das Remis. Zuvor hatte der Freiburger Felix Bastians (27.) mit einem Eigentor das zwischenzeitliche 1:1 markiert. Damit verpatzte Wolfsburg seine Generalprobe für das entscheidende Gruppenspiel in der Champions League am Dienstag gegen Manchester United.
Die ersatzgeschwächten Breisgauer ließen die Wolfsburger in den Anfangsminuten nicht zum Zuge kommen. Doch die Elf von Armin Veh übernahm nach der Phase des Abtastens das Kommando, die in der Offensive harmlosen Gäste beschränkten sich auf Konter. Die erste gute Chance der Wolfsburger vereitelte der SC-Schlussmann Simon Pouplin, als er gegen Edin Dzeko (8.) parierte. Nur 42 Sekunden später köpfte Grafite einen Kopfball an die Latte. Freiburg kam so gut wie nie vor das gegnerische Tor, doch gleich beim ersten Mal war Diego Benaglio überwunden. Weil sich fünf Wolfsburger selbst im Weg standen, Makoto Hasebe und Andrea Barzagli sich zudem gegenseitig umrannten, landete der Ball plötzlich bei Idrissou, und der ließ sich den Führungstreffer nicht nehmen.
Nach dem 0:1 erhöhten die Wolfsburger das Spieltempo. Nachdem der Spielmacher Zvjezdan Misimovic (25.) noch am besten Freiburger, Pouplin, scheiterte, überwand dessen eigener Vordermann den Freiburger Torwart: In der Absicht, eine Flanke von Hasebe vor dem einschussbereiten Grafite zu klären, köpfte Bastians den Ball ins eigene Tor. Auch danach war der VfL nah am nächsten Treffer. Doch Dzeko fand seinen Meister erneut in Pouplin, zudem setzte Misimovic (39.) einen Kopfball an die Latte.
In der 51. Minute wussten die Wolfsburger nicht wie ihnen geschah. Beim Lauf auf das Tor verhakte sich Daniel Caligiuri, verfolgt von Marcel Schäfer, mit seinen eigenen Beinen und kam im Strafraum zu Fall. Der Schiedsrichter sah aus seiner Perspektive ein Foul Schäfers und entschied fälschlicherweise auf Elfmeter. Banovic verwandelte. Danach stürmten die Wolfsburger auf das Gäste-Tor. Nach Vorarbeit von Misimovic konnte Johnson wenigstens noch einen Punkt für den VfL retten.
VfL Wolfsburg: Benaglio - Riether, Barzagli, Ricardo Costa, Schäfer (60. Johnson) - Josué (78. Dejagah) - Hasebe (55. Ziani), Gentner - Misimovic - Grafite, Dzeko
SC Freiburg: Pouplin - Cha, Barth, Bastians, Mendy - Banovic - Caligiuri, Makiadi (73. Bechmann) - Schuster (46. Flum) – Reisinger (67. Uzoma), Idrissou
Zuschauer: 27.822
Tore: 0:1 Idrissou (19.), 1:1 Bastians (27./Eigentor), 1:2 Banovic (51./Foulelfmeter), 2:2 Johnson (82.)
Gelbe Karten: Barzagli (2), Dzeko (4), Misimovic (4) / Barth (1), Caligiuri (2), Mendy (1)
Beste Spieler: Dzeko, Misimovic / Banovic, Pouplin
© Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Stuttgarter Fans verkünden ihre Unzufriedenheit vor dem Spiel
VfB Stuttgart – Vfl Bochum 1:1
Der VfB hat im Kellerduell der Bundesliga einen sicher geglaubten Sieg gegen den VfL Bochum zwei Minuten vor Schluss verspielt. Bochums Christian Fuchs glich mit einem Freistoß aus 20 Metern die VfB-Führung durch Serdar Tasci (63. Minute) aus. Durch dieses Ergebnis verließen die Stuttgarter zwar wieder den Abstiegsplatz 17. Doch das Remis wirkte wie eine Niederlage. Die Leistung war über weite Strecken wieder trost- und leidenschaftslos. Die Fans pfiffen ihre Mannschaft gnadenlos aus. "Wir haben die Schnauze voll", hieß es nach dem Schlusspfiff.
Die Stimmung war schon vor dem Spiel explosiv. Nach Angaben der Polizei hatten etwa 100 Fans den Mannschaftsbus des VfB an der Einfahrt zum Stadion blockiert. Sie entzündeten ein bengalisches Feuer und ließen das Team erst nach dem Einschreiten der Polizei weiterfahren. Verletzt wurde niemand. Aber das Signal der Anhänger, das später im Stadion auch mit den Worten "Euer Kredit ist verspielt" auf ein Transparent geschrieben wurde, war damit gegeben. Während des Spiels kamen nach jeder missglückten Aktion Pfiffe auf. Unterstützung erhielt die Mannschaft von den Rängen kurzzeitig nach Tascis 1:0.
Statt des von Markus Babbel nach der Absetzung des Kapitäns Thomas Hitzlsperger angekündigten "Hallo-Wach-Effekts" bekamen die 40.000 Zuschauer einen Auftritt ohne Mumm und Ideen zu sehen. Der VfB war zwar fast permanent in Ballbesitz. Ihm fiel gegen einen dichten Bochumer Abwehrriegel allerdings nichts ein. In langen Ballstafetten schob ein Spieler die Verantwortung zum nächsten. Gefährlich wurde es fast nie.
Das änderte sich lediglich zu Beginn der zweiten Halbzeit, als die Stuttgarter zeitweise deutlich aktiver wurden. Cacau (55.) und Elson (56.) erarbeiteten sich die bis dato besten Torchancen, ehe Tasci nach einer Flanke von Stefano Celozzi das 1:0 köpfte. Doch danach verfiel die Mannschaft wieder zusehends in ihre Passivität. Den VfL Bochum baute das auf. Über weite Strecken waren die Gäste nur durch eine beinahe elfköpfige Defensive weit in der eigenen Hälfte aufgefallen. Am Ende wurden sie mutiger. Die erste große Chance zum Ausgleich vergab Sestak in der 87. Minute noch. Die zweite nutzte Fuchs. Bochum ist nun Tabellen-15. Der VfB seit acht Bundesliga-Spielen ohne Sieg.
VfB Stuttgart: Lehmann - Träsch, Tasci, Delpierre, Magnin - Rudy, Kuzmanovic (27. Elson), Hitzlsperger (39. Celozzi), Hleb - Cacau, Schieber (64. Marica)
VfL Bochum: Heerwagen - Pfertzel, Maltritz, Mavraj, Fuchs - Dabrowski, Ono (76. Johansson) - Prokoph, Epallé (69. Klimowicz), Dedic (57. Freier) - Sestak
Zuschauer: 40.000
Tore: 1:0 Tasci (63.), 1:1 Fuchs (89.)
Gelbe Karten: Tasci (5), Träsch (1) / Fuchs (3), Prokoph (2)
Rote Karten: Klimowicz (81./grobes Foulspiel)
Beste Spieler: Tasci, Elson / Heerwagen
© Martin Rose/Bongarts/Getty Images

Demba Ba blieb gegen Hamburg ohne Torerfolg
Hamburger SV – 1899 Hoffenheim 0:0
Der Trainer des HSV, Bruno Labbadia, begann vor 52.725 Zuschauern mit der gleichen Elf wie am Mittwoch beim 2:0-Sieg in der Europa League gegen Rapid Wien. Die Stürmer Mladen Petric und Eljero Elia zunächst nur auf der Bank Platz, einziger Angreifer war erneut Marcus Berg. Die Hanseaten erarbeiteten sich in den ersten 45 Minuten deutlich mehr Spielanteile als Hoffenheim.
Ohne Andreas Beck (Muskelfaserriss), Andreas Ibertsberger (privat verhindert), Maicosuel (Rot-Sperre) und Vedad Ibisevic (auf der Bank) konzentrierten sich die Hoffenheimer zunächst auf ihre Defensivaufgaben. Nach zwölf Minuten hätte der HSV-Kapitän David Jarolim die Führung erzielen müssen, als er nach einem Pass von Berg allein vor Timo Hildebrand stand, aber zu hektisch agierte. Der Torhüter verhinderte nur zwei Minuten später einen Treffer von Piotr Trochowski, der von der Strafraumgrenze beherzt geschossen hatte.
Drei Minuten vor dem Seitenwechsel kamen die Kraichgauer zu ihrem ersten gefährlichen Konter, als Tobias Weiss scharf vor das Tor von Frank Rost passte. Der Brasilianer Carlos Eduardo kam aber einen Schritt zu spät. Rost musste in seinem 100. Spiel für den HSV nicht eingreifen.
In der über weite Strecken niveauarmen Partei kamen die Gäste zwar zunächst engagierter aus der Kabine, die ersten Möglichkeiten verzeichneten aber die Hamburger. Dennis Aogo überraschte Hildebrand mit einem Schuss von außen, den der Torwart so gerade eben klären konnte. Sekunden später hätte Joris Mathijsen nach der Ecke einköpfen können. Nach einer Stunde kamen Petric und Elia, der seinen lädierten Knöchel noch mit einem Tape-Verband schütze, auf den Platz und sorgten für Belebung im Offensivspiel des HSV. Die beste Chance verzeichnete allerdings Hoffenheim mit einem Schuss von Sejad Salihovic. Doch Rost parierte auch diesen Ball.
Hamburger SV: Rost - Demel, Boateng, Mathijsen, Aogo - Jarolim, Rincón - Trochowski, Tesche (61. Elia), Jansen - Berg (61. Petric)
1899 Hoffenheim: Hildebrand - Simunic, Vorsah, Compper, Eichner - Weis (61. Vukcevic), Luiz Gustavo, Salihovic - Carlos Eduardo - Ba, Obasi (74. Ibisevic)
Zuschauer: 52 725
Gelbe Karten: Demel (2), Petric (1), Rincón (1) / Eichner (2)
Beste Spieler: Jarolim, Mathijsen / Salihovic, Obasi
© Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images

Holger Badstuber (links) jubelt nach dem Siegtor
Bayern München – Borussia Mönchengladbach 2:1
Die Münchner setzen die Erfolgsserie in der Bundesliga fort. Vier Tage vor dem entscheidenden Spiel in der Champions League gegen Juventus Turin kamen sie am Freitagabend gegen eine starke Mönchengladbacher Borussia zu einem 2:1 (1:1)-Sieg. Der 20-jährige Holger Badstuber avancierte mit seinem ersten Tor per Freistoß in der 75. Spielminute zum Matchwinner. Nationalstürmer Mario Gomez hatte die Münchner mit seinem sechsten Saisontor in der 19. Spielminute erstmals in Führung gebracht. Doch Roel Brouwers glich für die Gladbacher nur neun Minuten später aus.
"Beim Freistoß hab ich gedacht, ich probier's einfach mal", sagte Badstuber nach dem entscheidenden Moment des Spiels. "Es war keine einfache Aufgabe, aber wir haben geduldig gespielt", sagte Bayerns Tormann Jörg Butt. Dagegen trauerten die Gäste verlorenen Punkten nach. "Wir hätten heute nicht verlieren müssen. Wir haben uns in der zweiten Halbzeit zu weit zurückfallen lassen", ärgerte sich Thorben Marx. 69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena bekamen im weltweit ersten Spiel mit dem Weltmeisterschafts-Ball "Jabulani" eine vor allem vor der Pause temporeiche Partie mit vielen Torschüssen und einer sehr selbstbewussten und forschen Gladbacher Elf geboten. Die Borussen ließen den WM-Ball streckenweise prächtig laufen, waren aber nicht effektiv genug. Besser machte es Gomez. Der Nationalstürmer traf mit einer überragenden Einzelaktion: Nach kurzer Drehung und einem ansatzlosen Linksschuss aus 18 Metern schlug der Ball unten rechts im Gladbacher Tor ein.
Ansonsten aber stand Jörg Butt meist im Mittelpunkt und musste mit Paraden am Fließband glänzen; allein dreimal prüfte ihn dabei Distanzschütze Juan Arango (14./27./45.). Nach einem Pass von Michael Bradley auf den verwandelnden Brouwers war aber auch der 35-jährige Butt ohne jede Abwehrchance. Gladbach hatte vor allem ein spielerisches Übergewicht im Mittelfeld, beim FC Bayern fehlte dagegen ohne Franck Ribéry einmal mehr ein Denker und Lenker in der Zentrale.
Nach der Pause nahm die Zielstrebigkeit der passsicheren Gladbacher ab. Bayern erhöhte zudem mit der Einwechslung von Rückkehrer Arjen Robben den Druck. Dass Bayern-Trainer Louis van Gaal allerdings Dauerläufer Ivica Olic für den Niederländer auswechselte, erzürnte die Anhänger. Robben forderte oft den Ball, aber richtig gefährlich wurden die Münchner lange Zeit nicht. Daniel van Buyten traf per Kopf das Außennetz (64.), ehe der Innenverteidiger sieben Minuten später mit einer Gesichtsverletzung vom Feld musste. Danach kam der große Moment von Badstuber: Sein direkter Freistoß von der rechten Seite landete zur Überraschung vieler Zuschauer im Tor. Der Sieg geriet nicht mehr in Gefahr, weil sich Gladbach nicht mehr zu Gegenattacken aufraffen konnte.
Bayern München: Butt - Lahm, van Buyten (72. Breno), Demichelis, Badstuber - Müller, Schweinsteiger, Pranjic (79. Timoschtschuk), van Bommel - Gomez, Olic (59. Robben)
Borussia Mönchengladbach: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Jaures - Reus, Marx, Bradley (79. Bobadilla), Arango - Matmour (87. Neuville), Friend
Zuschauer: 69.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Gomez (19.), 1:1 Brouwers (28.), 2:1 Badstuber (75.)
Gelbe Karten: Gomez (1), Timoschtschuk (2), van Bommel (4) /Bradley (3), Levels (4)
Beste Spieler: Badstuber, Butt / Bradley, Dante
- Datum 06.12.2009 - 22:28 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE. dpa
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Scheint wohl so als hätten sie ihre Schwächeperiode überwunden und kommen so langsam wieder zu ihrem Mia san mia. Das könnte sich dann auch festigen, wenn sie gegen Juve gewinnen. Ich bin zwar kein Bayern Anhänger aber habe meinen Respekt vor Bayern, auch wenn sie schon ein wenig Arogant sind.
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