Stasi-Vergangenheit Sport als Mittel der Resozialisation

Eiskunstlauftrainer Ingo Steuer hat für die Stasi gespitzelt. Darf er heute als Trainer Deutschland bei Olympia vertreten? Er darf! Ein Kommentar

Ingo Steuer

Ingo Steuer

Zu jedem sportlichen Großereignis gehört der Skandal davor. Das können nicht rechtzeitig fertiggestellte Sportstätten sein, gedopte Athleten, gefälschte Rechnungen – oder es ist ein Trainer mit Stasi-Vergangenheit.

Der Eiskunstlauftrainer Ingo Steuer hat den deutschen Sport mit seiner belasteten Biografie vor den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 ausreichend beschäftigt. Diesmal soll es anders werden. Nun heißt es seitens des Deutschen Olympischen Sportbundes, dass Steuer auf jeden Fall zur deutschen Olympiamannschaft gehören wird.

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Das kann gut sein. Steuers falsches Verhalten kann ihn nicht dauerhaft ausschließen. Gerade nicht aus dem Sport, der für sich beansprucht, besonders gut im Resozialisieren zu sein. Es ist auch nur fast richtig, dass Steuer für seine Spitzeltätigkeit nicht bestraft wurde. Eine öffentliche Anklage hat durchaus stattgefunden, in der Berichterstattung über ihn kam oft zuerst die Stasi-Vergangenheit, dann der Sport.

Die von Steuer betreuten Paarlauf-Weltmeister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy wollten ohnehin nie auf ihren Trainer verzichten. Das kann nicht das einzige Argument für die Olympianominierung eines Betreuers sein. Aber es ist ein weiteres, um Ingo Steuer wieder aufzunehmen.

 
Leser-Kommentare
  1. Gerade im Sport sollte die Leistung zählen! Herr Steuer hat anders als viele andere deutsche Trainer keine "Doping-Vergangenheit". Gerade, was die "politische" Vergangenheit eines Menschen angeht, so sollte sie im Sport kein Hindernis für eine "Resozialisierung" sein - ich habe bei Sportlern weniger Bedenken als bei Stasi im Ministeramt. Wir brauchen schon derartige Sportler um international Wettbewerbsfähig zu bleiben. Russland, Rumänien etc. werden auch nicht danach fragen, was ihre Sportlerinnen und Sportler vor 1989 gemacht haben. In China und Nord-Korea wird eine gewisse "Staatsnähe" heute noch von den Sportlerinnen und Sportlern erwartet. Aufklärung und kritische Auseinandersetzung mit vergangenem Fehlverhalten ist daher auch im Sport richtig und notwendig - doch sollten wir darauf achten, keine "Leistungsträger" aus der Gesellschaft auszugrenzen und auf diese Art und Weise erst anderen belasteten Sportlern zum Sieg zu verhelfen!

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    Hmmm... Also mit dem kommunistischen China und dem nationalistischen Korea sollen wir uns messen - und dazu brauchen wir Typen, die den Sport als Bestätigung der Übermacht des sozialistischen (sprich bolschewistischen) Systems verstanden und Leute entsprechend behandelt haben! Die sollen jetzt die Geschicke der bundesdeutschen Sports mitbestimmen... Das stimmt mich SEHR nachdenklich und traurig. Wenn demnächst das Grundgesetzt entsprechend verändert wird, damit diese Stasi-Praktiken auch legal werden, dann wandere ich aus. Und zwar in ein vernünftiges Land, das sich an dieser mörderischen "olympischen" Orgie nicht beteiligt.

    Hmmm... Also mit dem kommunistischen China und dem nationalistischen Korea sollen wir uns messen - und dazu brauchen wir Typen, die den Sport als Bestätigung der Übermacht des sozialistischen (sprich bolschewistischen) Systems verstanden und Leute entsprechend behandelt haben! Die sollen jetzt die Geschicke der bundesdeutschen Sports mitbestimmen... Das stimmt mich SEHR nachdenklich und traurig. Wenn demnächst das Grundgesetzt entsprechend verändert wird, damit diese Stasi-Praktiken auch legal werden, dann wandere ich aus. Und zwar in ein vernünftiges Land, das sich an dieser mörderischen "olympischen" Orgie nicht beteiligt.

  2. 2.

    Hmmm... Also mit dem kommunistischen China und dem nationalistischen Korea sollen wir uns messen - und dazu brauchen wir Typen, die den Sport als Bestätigung der Übermacht des sozialistischen (sprich bolschewistischen) Systems verstanden und Leute entsprechend behandelt haben! Die sollen jetzt die Geschicke der bundesdeutschen Sports mitbestimmen... Das stimmt mich SEHR nachdenklich und traurig. Wenn demnächst das Grundgesetzt entsprechend verändert wird, damit diese Stasi-Praktiken auch legal werden, dann wandere ich aus. Und zwar in ein vernünftiges Land, das sich an dieser mörderischen "olympischen" Orgie nicht beteiligt.

    Antwort auf "Konkurrenz beachten!"
  3. 3.

    Ihr Kommentar, lieber Schorsch, erscheint etwas diffus, Sie werden wissen, was Sie eigentlich sagen wollten. Aber aus meiner Sicht zwei Bemerkungen:
    1. Sie werden lange suchen müssen und sehr weiter fahren/fliegen müssen um das ersehnte Land für die Ausreise zu finden.
    2. Gilt Ihre Aussage auch für die deutsche Wirtschaft? Mir sind einige größere Unternehmen bekannt, die sich an der Vergangenheit ihrer ab 1990 eingestellten Mitarbeiter nicht wirklich stören.

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