Sportler des Jahres Nerius, Biedermann und Fußball-Frauen ausgezeichnet

Ehrung in Baden-Baden: Speerwerferin Steffi Nerius, Schwimmer Paul Biedermann und die Frauen-Nationalelf gewannen die Wahl zu Deutschlands Sportler des Jahres.

Speerwerferin Steffi Nerius, Schwimmer Paul Biedermann und die Fußballnationalmannschaft der Frauen sind die Sportler des Jahres 2009. Sie erhielten jeweils mit klarem Vorsprung die meisten Punkte von mehr als 1400 Sportjournalisten. Das Trio zählte schon vor der Wahl zu den Favoriten und nahm die Auszeichnung vor 750 Gästen und zahlreichen Spitzenathleten in Baden-Baden entgegen. Die Internationale Sport-Korrespondenz (ISK) organisierte die Gala bereits zum 63. Mal als Ausklang der Saison.

Steffi Nerius hatte während der Leichtathletik-WM im August in Berlin überraschend Gold gewonnen – es war ihr größter Erfolg. Zuvor war die 37-Jährige bereits dreimal WM-Dritte, je einmal Europameisterin und EM-Zweite. Zudem holte sie bei den Olympischen Spielen in Athen die Silbermedaille. Nerius beendete ihre Karriere in diesem Jahr und schloss in Baden-Baden eine Rückkehr kategorisch aus: "Das war die Krönung. Es kann jetzt nur noch schlechter werden."

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Die diplomierte Sportlehrerin wird künftig mit Behindertensportlern ihres Vereins Bayer 04 Leverkusen zusammenarbeiten. Schon vor fünf Jahren betreute sie zwei Athleten bei den Paralympics in Athen. Steffi Nerius entschied die Wahl zur Sportlerin des Jahres mit 3443 Punkte deutlich für sich. Auf Platz zwei landete Schimmerin Britta Steffen (2741), die im Vorjahr die Auszeichnung gewonnen hatte. Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch (1934) kam auf Rang drei vor der Biathletin Kati Wilhelm (1213).

Auch Paul Biedermann war in diesem Jahr höchst erfolgreich. Der 23 Jahre alte Freistil-Spezialist triumphierte während der Schwimm-WM im Juli in Rom innerhalb von zwei Tagen über gleich zwei Superstars des Schwimmsports: Erst knackte er bei seinem Sieg über 400 Meter den sieben Jahre alten Fabel-Weltrekord des Australiers Ian Thorpe, dann fügte er dem 14-fachen Olympiasieger und 18-maligen Weltmeister Michael Phelps über dessen Lieblingsstrecke 200 Meter die erste Niederlage seit fünf Jahren zu. "2009 war einfach mein Jahr. Vier Weltrekorde, die muss man erst mal toppen", sagte Biedermann in Baden-Baden.

Zudem gewann der Hallenser zwei Titel bei der Kurzbahn-EM. Mit 3569 Punkten setzte sich Biedermann bei der Sportlerwahl souverän gegen Formel-1-Vizeweltmeister Sebastian Vettel (2034) durch. Diskus-Weltmeister Robert Harting (1437) belegte Rang drei vor Bayern Münchens Philipp Lahm (691), dem bestplatzierten Fußball-Profi.

Historisch war der insgesamt siebte Titelgewinn der Frauen-Nationalmannschaft während der EM im finnischen Helsinki: Im Finale schlug das Team von Trainerin Silvia Neid England deutlich mit 6:2 – der höchste Sieg in der EM-Geschichte. "Das war sehr gute Werbung für die Frauen-WM 2011 in Deutschland", sagte Neid damals. Es war zugleich der fünfte EM-Erfolg in Serie. Die Fußballerinnen ließen mit 2846 Punkten den Deutschen Meister im Männerfußball, VfL Wolfsburg (1888), und den Deutschland-Achter im Rudern (1709) klar hinter sich.

 
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