Depression im Fussball "Ein paar Tage nach Enke war alles vergessen"Seite 3/3
Frage: Sebastian Deisler wählte 2003 einen offenen Umgang mit dieser Krankheit.
Antwort: Ich fühle mich solchen Menschen verbunden. Aber ich habe mich nicht damit identifiziert. Deisler hat das vielleicht von dem allerletzten Schritt abgehalten. Aber das System ist überfordert mit dieser Diagnose.
Frage: Warum haben Sie Ihre Krankheit nicht angenommen?
Antwort: Die Diagnose ist unvereinbar mit dem Traum, Bundesligaprofi zu werden. Für mich galt: Wenn ich in der Bundesliga bin, dann ist die Krankheit bezwungen. Verrückt, was?
Frage: Sie hätten die Behandlungen im Geheimen fortführen können.
Antwort: Das Risiko, dass es rauskommt, wuchs stetig. Ich habe während der Therapie mit dem Arzt kaum gesprochen. In meiner besten Phase, sportlich gesehen, habe ich eine Stunde dringelegen und kein Wort gesagt.
Frage: Was haben Sie dann gedacht?
Antwort: Nichts sagen, nichts denken, das war’s. In meinen Träumen war ich immer oben – auf Bäumen, auf Türmen, auf hohen Gebäuden. Und immer wackelte alles, drohte zusammenzubrechen. Ich kann mich an Flugzeugabstürze erinnern. Aber in der Realität hatte ich nie Flugangst. Ich glaubte aber, dass man mir meine Panikattacken auf dem Platz ansah. Das Thema Bundesliga war irgendwann durch. Ich legte mir weiterhin Infusionen.
Frage: Zu Hause?
Antwort: Ja. Und bei jedem Spiel hatte ich was dabei, was mich runterholt. Dafür braucht man keine Ärzte. Man kann sich über die DFB- und DFL-Internetseiten relativ gut informieren, was Doping ist und was nicht. Ich hatte bei zwei Apotheken eine Kundenkarte. Bei mir waren oft die Lichter aus.
Frage: Dieses Versteckspiel muss schlauchen!
Antwort: Ich konnte nie vor drei oder vier Uhr einschlafen. Und das siebenmal die Woche. Das geht an die Substanz. Im Training war ich super. Ich habe so gut trainiert, dass ich wieder hätte spielen müssen. Dann wäre die Scheiße wieder losgegangen. Davor hatte ich Angst. Der Trainer ignorierte mich, und ich war froh drum.
Frage: War es am Ende die Erschöpfung oder die Angst, entdeckt zu werden?
Antwort: Die früheren Mitspieler habe ich angelogen. Für sie war klar, dass ich nach den Operationen nicht mehr konnte. Für jeden war die Geschichte geschrieben.
Frage: Plagen Sie heute Versagensängste?
Antwort: Klar. Die Zweite und Dritte Liga sind ja Schwellenligen. So viel verdienst du nicht, dass du ausgesorgt hast. Du musst schon bald was finden, womit du Geld verdienst. Ich habe den Fußball verlassen, aber die Ängste begleiten mich weiter. Im Fußball ist es so, dass du mit Menschen zu tun hast, die kaum Sensibilität zeigen. Deisler hat den Mut gehabt. Ich nicht.
Frage: Hat sich durch Enke etwas verändert?
Antwort: Vielleicht für ein paar Tage. Und vorbei. Das nächste Unheil kommt bestimmt, dann ist alles wieder vergessen. Nach Enke war es der Wettskandal.
Frage: Was sollte sich verändern?
Antwort: Der Fußball hat eine gewisse Kultur. Ich kann von keinem Fan erwarten, dass er überdenkt, warum er dem Spieler bestimmte Dinge zuschreit. Ich kann nicht verlangen, dass der Fan seine Emotionen zu Hause lässt. Die logische Konsequenz wäre, dass alle still im Stadion sitzen, oder eben gar niemand.
Frage: Sie hat der Fall Enke auf unangenehme Weise berührt. Warum?
Antwort: Ich finde es nicht schlimm, wenn ein Mensch Gedanken hegt, die dem Leben nicht zugetan sind. Ich kann verstehen, dass er es getan hat. Er hatte einen Rucksack, der 100-mal so schwer war wie meiner. Ich weiß, wohin es mit einem galoppieren kann, wenn diese negativen Gedanken Überhand gewinnen. Ich weiß nicht, wie oft er für sich probiert hat, da rauszukommen, wie oft er sich gesagt hat, dass es nicht nur den Fußball gibt, und festgestellt hat, dass es für ihn nicht geht. Obwohl er doch alles hat: Familie, Liebe, Anerkennung, sportlichen Erfolg und Geld – er bringt sich verdammt noch mal um. Es war am Ende nur der Gedanke: Es geht nicht. Es geht nicht!
Der Trainer sagt vor einem Spiel: Du, dein Gegner hatte mal eine Knieoperation unten rechts, also du weißt, wo du mal hintreten musst, oder der ist leicht reizbar – reize ihn mal! Das wird im Fußball bewusst eingesetzt. Das ist eine Waffe.
Frage: Sie kennen solche Gedanken?
Antwort: Wenn ich mich auf gute Dinge fokussierte, erreichte ich genau das Gegenteil. Das ist bei Menschen so, die sich in ihren Gedanken verrannt haben. Was du fokussierst, das Positive, die Überzeugungen, das Leben, wird vom Negativen überlagert. Der Depressive wird nur darin bestätigt, dass es nicht geht.
Frage: Wie gehen Sie jetzt nach Ihrer Karriere damit um?
Antwort: Ich bin wieder in Behandlung. Der Depressive treibt mit seinen Gedanken irgendwohin. Es ist schwierig für den, der an der Seite eines Depressiven lebt. Allein schon dessen Gedanken, Sorgen und Ängsten zu folgen. Die Gedanken eines Depressiven suchen sich ihren eigenen Gang, wie in einem Labyrinth. Ich bin immer zwei, drei Schritte voraus. Der andere kommt nie nach.
Frage: Haben Sie Angst vor dem Tod?
Antwort: Die Angst, dass mir keiner helfen kann, habe ich nicht. Ich bin diesen letzten Schritt nicht durchlaufen. Das ist eine total bewusste Tat, sich selbst zu töten. Das ist eine Entscheidung, die in einem Körper stattfindet, der völlig anders funktioniert, denkt, fühlt, anders entscheidet.
Frage: Was treibt Sie heute an?
Antwort: Meine Intention liegt darin, zu sagen, dass es auch nach Deisler und Enke Menschen mit solchen Problemen gibt. Egal, ob im Sport oder anderswo. Mit Gemüt kann man mitunter mehr erreichen als mit harter Arbeit. Es gibt Leute, die es mit einer Scheißegal-Haltung weit bringen. Im Fußball hast du keine Chance mit dieser Krankheit. Heute weiß man fast alles über den Gegner. Der Trainer sagt vor einem Spiel: Du, dein Gegner hatte mal eine Knieoperation unten rechts, also du weißt, wo du mal hintreten musst, oder der ist leicht reizbar – reize ihn mal! Das wird im Fußball bewusst eingesetzt. Das ist eine Waffe und darauf wird man nicht verzichten wollen.
Die Fragen stellte Michael Rosentritt, erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 3. Januar 2010.
- Datum 03.01.2010 - 10:25 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Glauben sie wirklich es ist ein einzelnes Phänomen? Glauben sie dass ein Chirurg, Flugkapitän oder Lockführer nicht ebenfalls leidet und von permanenter Versagensangst gepeinigt wird? Wer spricht denn darüber, nein das darf und kann natürlich nicht sein. und der Fußball das ist natürlich unser wichtigstes Gesellschaftsproblem!
MFG
und kein psychologisches. Ich darf mal scharf vermuten, der gute Mann hat einen Psychotherapeuten aufgesucht, wo er bei einem medizinisch versierten Psychater besser aufgehoben wäre. Bzw. ein kombinierte Behandlung mit Medikamenten und Therapie, weil die Medikamente überhaupt erst die Therapie ermöglichen. Überhaupt halte ich die Psychologisierung unseres Alltags für gemeingefährlich
- unsere Kinder haben adhs
- unsere Studenten haben burnout
- unsere Kollegen werden gemobbt
Wahrscheinlich gibt es keinen Menschen mehr, der sich nicht irgendeine Psycho-Geschichte an den Leib hängen darf. Nur schade, dass auf die Pseudo-Kranken soviel Zeit verschwendet wird, weil die Leute untergehen, die wirklich Hilfe brauchen: Leute mit Psychosen, Angststörungen und anderen Problemen, die durch ihre Krankheit - der Begriff ist hier angebracht - praktisch handlungs- und lebensunfähig sind. Stattdessen wird über die kleinen Alltags-Wehwehchen von Leuten berichtet, die schon längst jeden Blick für die Realität menschlichen Elends verloren haben. Womit ich aber nicht diesen Herren meine, er scheint tatsächlich behandlungsbedürftig zu sein.
Mit verlaub, aber Sie haben anscheinend überhaupt keine Ahnung von dem was Sie schreiben. Und gerade wegen solcher Menschen wie Sie ist es für Betroffene so schwer sich ihre Probleme einzugestehen und auch damit nach Außen zu gehen. Denn was würde passieren wenn Betroffene an einen Menschen wie Sie gelangen? Es würden die die typischen Sprüche kommen wie von wegen "Stress hat ja jeder", oder "Probleme hat jeder", oder noch besser "stell dich nicht so an"...das hilft den Betroffenen allgemein.
Sie würde anscheinend einfach Tabletten verschreiben und gut ist. Nur das hilft niemandem. Damit bekämpfen Sie höchstens das Symptom, aber nicht die Ursache. Was nützt es mir, wenn ich mit Mediakemten vollgestopft durch die Welt gehe? Kurzfristig um akute Situationen zu überstehen ist das ja ok, aber ansonsten eher hinderlich. Mal davon abgesehen dass es hierbei nicht wie bei Kopfschmerztabletten ist. Man muss erfst mal den richtigen Wirkstoff finden (jeder Mensch reagiert anders darauf) und dann noch die richtige Dosis.So etwas kann schon mal ein halbes Jahr dauern. Und später kann man die Medikamente nicht einfach absetzen, man muss langsam die Dosis zurückschrauben ("ausschleichen").
Aber was bringen Medikamente sonst? Gar nichts. Wenn es mir schlecht geht muss ich wissen wann es mir schlecht geht, ich muss darüber mit meinem Therapeuten reden können, ich muss genau fühlen wie es mir in dem Momenten geht. Wie will ich das, wenn alles betäubt ist? Wie soll ein normaler Arzt z.B. von Ihnen erfahren können wo Sie schmerzen haben wenn alles betäubt ist? Zudem ist ein Psychiater nicht automatisch besser als ein Therapeut...ich habe eher das Gefühl dass sie nicht mal genau wissen wo der Unterschied zwischen einem Therapeuten, Psychiater und Psychologen besteht.
Und wenn Sie Angststörungen (Phobien) höher als Depressionen bewerten, ist mir alles klar. Ist jemand, der Angst vor Spinnen, Mäusen oder Fahrstuhlfahren hat in seinem Leben wirklich so eingeschränkt? Diese Bereiche gehören nämlich auch zu den Phobien.
Ich vermute eher dass das Problem darin liegt, dass sie nicht annäherns wissen was eine Depression wirklich ist. Vielleicht da erst einmal anfangen und sich schlau machen...
Ihre Arroganz gegenüber den real existierenden Problemen der Gesellschaft ist erschreckend. ADHS, Burn-Out-Syndrom, Mobbing - das sind häufige und greifbare Krankheiten, die nichts mit den kleinen Alltags-Wehwehchen zu tun haben.
Wenn Sie sich auch nur annähernd über die Ursachen einer Depression informiert hätten, wüssten Sie, dass eine monokausale Ursache als Erklärung nie ausreichend und entsprechend es die alleinige Gabe von Psychopharmaka ebenfalls nicht ist. Gleiches gilt für die von Ihnen erwähnten Angststörungen.
Die von Ihnen propagierte Unwissenheit (Arroganz?)ist es leider, die vielen hilfebedürftigen Menschen den Weg zum Arzt oder Therapeuten versperrt und sie schlimmstenfalls den Freitod als einzigen Ausweg wählen lässt.
Mal das hier lesen...vielleicht ändert es ja was...
http://www.zeit.de/2009/4...
Mit verlaub, aber Sie haben anscheinend überhaupt keine Ahnung von dem was Sie schreiben. Und gerade wegen solcher Menschen wie Sie ist es für Betroffene so schwer sich ihre Probleme einzugestehen und auch damit nach Außen zu gehen. Denn was würde passieren wenn Betroffene an einen Menschen wie Sie gelangen? Es würden die die typischen Sprüche kommen wie von wegen "Stress hat ja jeder", oder "Probleme hat jeder", oder noch besser "stell dich nicht so an"...das hilft den Betroffenen allgemein.
Sie würde anscheinend einfach Tabletten verschreiben und gut ist. Nur das hilft niemandem. Damit bekämpfen Sie höchstens das Symptom, aber nicht die Ursache. Was nützt es mir, wenn ich mit Mediakemten vollgestopft durch die Welt gehe? Kurzfristig um akute Situationen zu überstehen ist das ja ok, aber ansonsten eher hinderlich. Mal davon abgesehen dass es hierbei nicht wie bei Kopfschmerztabletten ist. Man muss erfst mal den richtigen Wirkstoff finden (jeder Mensch reagiert anders darauf) und dann noch die richtige Dosis.So etwas kann schon mal ein halbes Jahr dauern. Und später kann man die Medikamente nicht einfach absetzen, man muss langsam die Dosis zurückschrauben ("ausschleichen").
Aber was bringen Medikamente sonst? Gar nichts. Wenn es mir schlecht geht muss ich wissen wann es mir schlecht geht, ich muss darüber mit meinem Therapeuten reden können, ich muss genau fühlen wie es mir in dem Momenten geht. Wie will ich das, wenn alles betäubt ist? Wie soll ein normaler Arzt z.B. von Ihnen erfahren können wo Sie schmerzen haben wenn alles betäubt ist? Zudem ist ein Psychiater nicht automatisch besser als ein Therapeut...ich habe eher das Gefühl dass sie nicht mal genau wissen wo der Unterschied zwischen einem Therapeuten, Psychiater und Psychologen besteht.
Und wenn Sie Angststörungen (Phobien) höher als Depressionen bewerten, ist mir alles klar. Ist jemand, der Angst vor Spinnen, Mäusen oder Fahrstuhlfahren hat in seinem Leben wirklich so eingeschränkt? Diese Bereiche gehören nämlich auch zu den Phobien.
Ich vermute eher dass das Problem darin liegt, dass sie nicht annäherns wissen was eine Depression wirklich ist. Vielleicht da erst einmal anfangen und sich schlau machen...
Ihre Arroganz gegenüber den real existierenden Problemen der Gesellschaft ist erschreckend. ADHS, Burn-Out-Syndrom, Mobbing - das sind häufige und greifbare Krankheiten, die nichts mit den kleinen Alltags-Wehwehchen zu tun haben.
Wenn Sie sich auch nur annähernd über die Ursachen einer Depression informiert hätten, wüssten Sie, dass eine monokausale Ursache als Erklärung nie ausreichend und entsprechend es die alleinige Gabe von Psychopharmaka ebenfalls nicht ist. Gleiches gilt für die von Ihnen erwähnten Angststörungen.
Die von Ihnen propagierte Unwissenheit (Arroganz?)ist es leider, die vielen hilfebedürftigen Menschen den Weg zum Arzt oder Therapeuten versperrt und sie schlimmstenfalls den Freitod als einzigen Ausweg wählen lässt.
Mal das hier lesen...vielleicht ändert es ja was...
http://www.zeit.de/2009/4...
das der Erfolgsdruck im Fußball besonders hoch ist. Tatsache ist aber auch, wie temporalis34 ^^ vor mir schon richtig bemerkt hat, das es genug Bürger auf dieser Welt gibt die eine ähnliche Hölle erleben. Ich denke im Fußball sind die Menschen wenigstens finanziell abgesichert. Das kann der gemeine Pöbel wohl eher nicht von sich behaupten. Meine Fresse diese Menschen haben Geld, werden geliebt, haben die schönsten Frauen usw.... soll ich jetzt etwa mitleid haben???
Es tut mir als Fussballfan wirklich besonders leid was da mit und um Robert Enke geschehen ist. Aber es kann nicht sein das jetzt jeder Fussballer bemitleidet wird für sein Traumleben. Ein Familienvater der jeden Tag Angst hat seinen Job zu verlieren oder eine Alleinerziehende Mutter die nicht weis wie sie Arbeit und ERziehung unter einem Hut bringen soll... DAS SIND PROBLEME!!!
(Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft)
Ist Ihr Benutzername bei Ihnen Programm?
Sie gehören anscheinend auch zu den Leuten, die nach dem Motto agieren "was ich nicht sehe ist auch nicht da". Wenn Emke jetzt durch was auch immer gelähmt wäre, dann würde er von Ihnen "Mitleid" bekommen (ob er es haben wollen würde ist eine andere Sache)?
Was heisst es schon wenn die Menschen Geld haben, geliebt werden und wer weiß was noch haben wenn sie den Kontakt zu sich selber verloren haben? Letztendlich ist ein Mensch mit Depressionen fast nur noch eine leere Hülle. Auch wenn Ihnen dass nicht passt...
Machen Sie sich doch bitte erst einmal schlau was eine Depression wirklich ist, dann können wir weiter diskutieren...
(Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft)
Ist Ihr Benutzername bei Ihnen Programm?
Sie gehören anscheinend auch zu den Leuten, die nach dem Motto agieren "was ich nicht sehe ist auch nicht da". Wenn Emke jetzt durch was auch immer gelähmt wäre, dann würde er von Ihnen "Mitleid" bekommen (ob er es haben wollen würde ist eine andere Sache)?
Was heisst es schon wenn die Menschen Geld haben, geliebt werden und wer weiß was noch haben wenn sie den Kontakt zu sich selber verloren haben? Letztendlich ist ein Mensch mit Depressionen fast nur noch eine leere Hülle. Auch wenn Ihnen dass nicht passt...
Machen Sie sich doch bitte erst einmal schlau was eine Depression wirklich ist, dann können wir weiter diskutieren...
[...] (Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Die Redaktion /ft)
Die beiden Kommentare zuvor sind etwas dürftig. 1. Nichts mehr über derartige Probleme hören zu wollen ist ja gerade eines der Grundprobleme. 2. Sicher geht es in Deutschland fast immer nur um Fußball; deshalb ist es ja gut, wenn auch einmal die Schattenseiten dieses völlig überzogenen Trubels aufgezeigt werden. 3. Wir sollten alles ernst nehmen, was es so gibt, die leichten (adhs, burnout, mobbing) wie die schweren Fälle.
ich bezog mich natürlich auf Kommentar 1.u.2.
Mit verlaub, aber Sie haben anscheinend überhaupt keine Ahnung von dem was Sie schreiben. Und gerade wegen solcher Menschen wie Sie ist es für Betroffene so schwer sich ihre Probleme einzugestehen und auch damit nach Außen zu gehen. Denn was würde passieren wenn Betroffene an einen Menschen wie Sie gelangen? Es würden die die typischen Sprüche kommen wie von wegen "Stress hat ja jeder", oder "Probleme hat jeder", oder noch besser "stell dich nicht so an"...das hilft den Betroffenen allgemein.
Sie würde anscheinend einfach Tabletten verschreiben und gut ist. Nur das hilft niemandem. Damit bekämpfen Sie höchstens das Symptom, aber nicht die Ursache. Was nützt es mir, wenn ich mit Mediakemten vollgestopft durch die Welt gehe? Kurzfristig um akute Situationen zu überstehen ist das ja ok, aber ansonsten eher hinderlich. Mal davon abgesehen dass es hierbei nicht wie bei Kopfschmerztabletten ist. Man muss erfst mal den richtigen Wirkstoff finden (jeder Mensch reagiert anders darauf) und dann noch die richtige Dosis.So etwas kann schon mal ein halbes Jahr dauern. Und später kann man die Medikamente nicht einfach absetzen, man muss langsam die Dosis zurückschrauben ("ausschleichen").
Aber was bringen Medikamente sonst? Gar nichts. Wenn es mir schlecht geht muss ich wissen wann es mir schlecht geht, ich muss darüber mit meinem Therapeuten reden können, ich muss genau fühlen wie es mir in dem Momenten geht. Wie will ich das, wenn alles betäubt ist? Wie soll ein normaler Arzt z.B. von Ihnen erfahren können wo Sie schmerzen haben wenn alles betäubt ist? Zudem ist ein Psychiater nicht automatisch besser als ein Therapeut...ich habe eher das Gefühl dass sie nicht mal genau wissen wo der Unterschied zwischen einem Therapeuten, Psychiater und Psychologen besteht.
Und wenn Sie Angststörungen (Phobien) höher als Depressionen bewerten, ist mir alles klar. Ist jemand, der Angst vor Spinnen, Mäusen oder Fahrstuhlfahren hat in seinem Leben wirklich so eingeschränkt? Diese Bereiche gehören nämlich auch zu den Phobien.
Ich vermute eher dass das Problem darin liegt, dass sie nicht annäherns wissen was eine Depression wirklich ist. Vielleicht da erst einmal anfangen und sich schlau machen...
Ich kann dieser Einschätzung nur voll zustimmen. Als Ehemann einer manisch Depressiven habe ich genügend Erfahrungen im Umfeld gesammelt. Das hauptsächliche Problem im Umgang mit dieser Krankheit ist das "nicht Verstehen" derselben.
Es ist auch aus der Sicht eines gesunden Menschen, der sicher auch schon manchen Schicksalsschlag einstecken mußte, nicht wirklich begreifbar. Die gut gemeinten Ratschläge machen jedem Erkrankten nur noch deutlicher die eigentliche Ohnmacht klar.Manchmal hatte ich auch das Gefühl daß so mancher Psychiater oder Therapeut nicht wirklich begreift was er dort tut. Es ist deswegen auch reine Glückssache oder harte Sucharbeit bis man "den Richtigen" gefunden hat. Es drängt sich mir auch in der letzten Zeit der Gedanke auf, das die Krankheit in dieser Gesellschaft regelrecht gezüchtet wird.
Durch solche Fälle wie Robert Enke, wird dieses Problem für einen Augenblick ins Licht gezogen, um danach wieder hinter den Schlagzeilen des nächsten Tages zu verschwinden.
Wird sich nun etwas in unserer "Leistungsgesellschaft" - ich glaube nicht.
Ich kann dieser Einschätzung nur voll zustimmen. Als Ehemann einer manisch Depressiven habe ich genügend Erfahrungen im Umfeld gesammelt. Das hauptsächliche Problem im Umgang mit dieser Krankheit ist das "nicht Verstehen" derselben.
Es ist auch aus der Sicht eines gesunden Menschen, der sicher auch schon manchen Schicksalsschlag einstecken mußte, nicht wirklich begreifbar. Die gut gemeinten Ratschläge machen jedem Erkrankten nur noch deutlicher die eigentliche Ohnmacht klar.Manchmal hatte ich auch das Gefühl daß so mancher Psychiater oder Therapeut nicht wirklich begreift was er dort tut. Es ist deswegen auch reine Glückssache oder harte Sucharbeit bis man "den Richtigen" gefunden hat. Es drängt sich mir auch in der letzten Zeit der Gedanke auf, das die Krankheit in dieser Gesellschaft regelrecht gezüchtet wird.
Durch solche Fälle wie Robert Enke, wird dieses Problem für einen Augenblick ins Licht gezogen, um danach wieder hinter den Schlagzeilen des nächsten Tages zu verschwinden.
Wird sich nun etwas in unserer "Leistungsgesellschaft" - ich glaube nicht.
.....das hilft den Betroffenen allgemein nicht....(wann gibt es hier endlich eine Editier-Funktion?)
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