Leserdebatte Homosexuelle Sportler – immer noch ein Tabu?
Nur wenige prominente Sportler im professionellen Männersport haben in den vergangenen Jahren ein Outing gewagt. Werden es zukünftig mehr? Diskutieren Sie mit!

Gesicht zeigen: Nur wenige Profisportler stehen öffentlich zu ihrer Homosexualität
Im Dezember 2009 gab die walisische Rugby-Legende Gareth Thomas öffentlich bekannt, homosexuell zu sein. Zuvor hatte er sich ein Outing nicht getraut – aus Angst vor den Reaktionen seiner Mitspieler, der Fans und der Medien. Aber seitdem er den Schritt an die Öffentlichkeit gegangen ist, habe er fast ausschließlich Unterstützung und Anerkennung erfahren. Eric Anderson, ein US-amerikanischer Sportsoziologe, sieht in diesem Fall ein Beispiel dafür, dass die Homophobie in maskulinen Sportarten zurückgeht.
Gareth Thomas ermuntert nach seiner positiven Erfahrung andere homosexuelle Sportler, sich zu outen. Wir möchten mit Ihnen über dieses Thema diskutieren. Wird es in Zukunft mehr Outings im Männersport geben, zum Beispiel im deutschen Fußball? Was muss sich ändern, damit mehr Sportler öffentlich zu ihrer Homosexualität stehen? Wie würden in Deutschland die Reaktionen ausfallen?
- Datum 14.01.2010 - 15:50 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 28
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http://www.abendblatt.de/...
Dessen Idee, sich nicht als Einzelperson, sondern in einer konzertierten Aktion zu möglichst vielen zu outen, halte ich für eine sehr gute Idee. Theo Zwanziger und sein jüngstes Zurückrudern weniger. Von Herrn Daun mal ganz zu schweigen. Wären es viele sich outende Fußballer, auch Ex-Profis, würde sich der zu erwartende Widerstand/Haßtiraden gegnerischer Fans/Einbußen bei Werbeverträgen besser verteilen, vielleicht dadurch auch ganz ausbleiben. Hoffentlich!
Ansonsten halte ich's für überfällig. Wie soll auch jemand Spitzenleistungen vollbringen, wenn er ständig einen wichtigen Teil seiner Persönlichkeit verstecken muß? Wozu dieser zusätzliche Druck? Bloß, weil Fußball die einzige Gelegenheit ist, wo deutsche Männer sich umarmen? Es wird ihnen schon nichts abbrechen, wenn sie Homosexuelle darunter haben...;-)...
Ich kann sie alle nur ermuntern, die schwulen und lesbischen Sportler und Sportlerinnen: Kommt raus aus Eurer Deckung, geht in die Offensive, steht zu Euch selbst! Es gibt sogar ein Gesetz dazu, welches jede Diskriminierung, die Aufgrund einer sexuellen Ausrichtung geschieht für nicht zulässig erklärt. Nun muss dieser Gesetzestext mit Leben gefüllt werden und das können nur die Betroffenen selber tun - die Unterstützung all derer, die mit ihnen fühlen, ist ihnen sicher. Schwer ist es trotzdem, aber dann auch befreiend. Ich denke, es ist allerhöchste Zeit, dass im ( Leistungs )Sport die Menschen menschlich sein können - egal, ob es sich um Coming-out oder Depression oder was auch immer handelt.
Vielleicht ist Fussball eines der letzten Reservate homophober Männer? Aber ... selbstverständlich gibt es schwule Profi-Fussballspieler! So wie "wir" auch in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen und Berufen zu finden sind, weil "wir" ein fester Bestandteil jeder menschlichen Gesellschaft sind.
Neben widerlichen antisemitischen und rassistischen "Fan-Parolen", die immer wieder bei Fussballspielen aus dem Zuschauerkreis heraus zu hören sind, gehört die "Beschimpfung" als "schwule Sau" ebenfalls längst zum Repertoire vieler "Fussball-Fans" ... Vor diesem aggressiv-ablehnenden Hintergrund ist die Nicht-Outung der vielen schwulen Fussballspieler zu sehen. Allerdings ist ein erzwungenes Doppelleben keine Lösung, denn auf Dauer macht dieses Versteckspiel und die permanente Lüge gegenüber Vereinskameraden und Bekannten seelisch krank.
Für "Neugierige" hier noch einige Links:
http://www.gflash.de/dfb-...
http://www.spiegel.de/spo...
http://www.spiegel.de/spo...
http://www.spiegel.de/spo...
http://www.welt.de/sport/...
und was hat "Zeit-Online"-User Bloger (aka Knüppel, aka Faun) sonst noch so zum Thema Homosexualität geschrieben? Das findet sich u.a. hier:
http://community.zeit.de/stichworte/knüppel
Blogger (aus Gründen beruflicher Neuorientierung, derzeit kaum im Internet)
Aktivierung des Links, der oben nicht anzuklicken war ...
http://community.zeit.de/stichworte/knüppel
Liebe Leser,
so wohlgemeint viele Meinungen der schwul-lesbischen Gemeinde gegenüber sind, so stören mich dennoch Aufrufe dieser Art:
"Steht dazu" "Outet Euch" "Bekennt Euch" etc.
Warum? Schwul zu sein (in meinem Fall) ist schließlich keine Schuld, kein Fehler und auch nichts wofür man sich schämen müsste! Ich muss nicht dazu stehen dass ich schwul bin - sondern ich bin es einfach. Das klingt alles so verdammt nach Rechtfertigung, Beichte und Entschuldigung. Liebe hetreosexuelle Mitleser: Wie oft haben Sie sich schon aktiv dazu bekannt heterosexuell zu sein? Wahrscheinlich nie, weil es eh völlig selbstverständlich ist.
In einer idealen Gesellschaft wäre Outing nicht nötig weil Schwulsein eben das ist was es ist - etwas Normales, das halt auch mal vorkommt.
Mein eigenes Beispiel: Als ich 2007 eine neue Arbeitsstelle antrat, wäre ich nicht auf die Idee gekommen mich bei meinen neuen Kollegen (gleich oder später oder garnicht) zu outen. Bereits in der ersten Woche gab es eine private Einladung im Kollegekreis bei Partner mit eigeladen waren. Ich habe meinen Partner einfach mitgebracht - ausdiemaus!
Ja ich weiß, in einer homophoben Gesellschaft ist das alles nicht so leicht... und ich hab bisher vielleicht Glück gehabt und ich lebe in einem toleranten Umfeld.
trotzdem, das wollte ich mal los werden.
Wichtig scheint mir zu sein, dass dieses Outen ausschließlich auf freiwilliger Basis - und keinesfalls unter Gruppenzwang oder Druck - geschehen müsste.
NICHT Rosa von Praunheim sollte bestimmen, ob nun "der oder der" Prominente endlich entlarvt werden müsse. Dies sollten nur die Betroffenen selbst entscheiden!
Ich fände es überhaupt nicht problematisch, wenn ich von dem Sänger X wüsste, dass seine Lieder nicht nur warm ums Herz machen, sondern er selbst würde diese Wärme auch als Ausdruck seiner Persönlichkeit verströmen (au weia, was für ein verquerer Satz!). Oder wenn ein Fussballprofi zugäbe, er sei zwar kaltblütig vor des Gegners Kasten, aber ansonsten eben schwul.
Der ehemalige Verteidigungsminister Manfred Wörner sprach, als er den General Kießling der Homosexualität zieh, davon, dass Kießling dadurch erpressbar wäre. Mal abgesehen davon, dass sich diese Vorwürfe (Vorwürfe?) als haltlos erwiesen, wäre es zu dieser Wörner-Affäre gar nicht gekommen, wenn wir alle zusammen in einer "aufgeklärten Gesellschaft" offener über solche Aspekte des Lebens reden würden.
Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit hat das schon richtig gemacht: "Ich bin schwul - und das ist auch gut so!" sagte er auf dem Sonderparteitag im Jahre 2001, auf dem er zum Gegenkandidaten Diepgens nominiert wurde.
Aber diese sehr offene Umgehensweise mit der eigenen Sexualität kann eine Gesellschaft nie "verlangen" - und seien deren Vorreiter (RvP) noch so kämpferisch und vielleicht sogar honorig.
Lieber Blogger, danke für die Links. Falls Sie oder andere Community-Mitglieder weitere aufschlussreiche Informationen zum Thema haben, freue ich mich über eine Nachricht. Ich arbeite mich gerade in das Thema ein. Wahrscheinlich wird Philipp Lahm sein nächstes Alles-Außer-Fußball-Kolumnengespräch zum Thema Homophobie führen. Über Anregungen zu guten Fragen freue ich mich also auch.
Vielen Dank und viele Grüße
Steffen Dobbert
In nahezu jedem Artikel über dieses Thema muss man lesen, dass, da 5-10% aller Männer schwul sind, auch 5-10 aller Profifussballer schwul seien. Das ist aber doch kompletter Blödsinn. Genausogut könnte man behaupten, dass 5-10% aller Gerüstbauer, oder um im Umkehrschluß ein Stereotyp aufzugreifen, dass 5-10% aller Musicaldarsteller oder Friseure schwul seien. Letztendlich ist Profifußball ein Job, und dass es bildungs- und jobimmanente Unterschiede zwischen Schwulen und Heteros gibt, ist doch eigentlich schon erwiesen. Natürlich gibt es in einigen Bereichen unserer Gesellschaft deutlich weniger Schwule als in anderen. Über die gesellschaftlichen Umstände, die solchen Unterschieden zugrunde liegen, sollten wir nicht andauernd mosern, sie zu ändern reicht schon. Jeder nichtheterosexuelle Mensch hat das Recht auf komplette Selbstverständlichkeit, und sei er auch Profifußballer.
»(...) dass es bildungs-[sic!] und jobimmanente Unterschiede zwischen Schwulen und Heteros gibt, ist doch eigentlich schon erwiesen.«
Echt? Wo denn?
Was sind eigentlich 'bildungsimmanente Unterschiede' zwischen Schwulen und Heteros? Seit wann wird bei der Bildung nach sexueller Präferenz differenziert?
»(...) dass es bildungs-[sic!] und jobimmanente Unterschiede zwischen Schwulen und Heteros gibt, ist doch eigentlich schon erwiesen.«
Echt? Wo denn?
Was sind eigentlich 'bildungsimmanente Unterschiede' zwischen Schwulen und Heteros? Seit wann wird bei der Bildung nach sexueller Präferenz differenziert?
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