Werder Bremen – FC Augsburg 2:0

Kein Spektakel, aber das kleine Jubiläum ist perfekt: Titelverteidiger SV Werder Bremen steht im Finale des DFB-Pokals. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf ließ sich am Dienstagabend auch vom letzten verbliebenen Fußball-Zweitligisten FC Augsburg nicht aufhalten. Die Tore vor 31.645 Zuschauern im Weserstadion erzielten Marko Marin und Claudio Pizarro.

Die Werder-Fans sangen schon nach einer guten Viertelstunde. Kein Wunder, denn ihre Lieblinge hatten im 20. Halbfinale einer Bremer Mannschaft in der DFB-Vorschlussrunde den Zweitliga-Zweiten erstmal fest im Griff. Im dritten Heimspiel in fünf Tagen nach dem 4:4 in der Europa League gegen Valencia und dem 3:2 in der Meisterschaft gegen den VfL Bochum bestimmte Bremen das Spiel. Allein ein Tor blieb vorerst aus. Nationalspieler Mesut Özil, Claudio Pizarro und Clemens Fritz vergaben. Das Trio gehörte zu den sechs Spielern, die Schaaf nach der Schonungsmaßnahme am Wochenende wieder in die Startelf beorderte.

Die bereits am Sonntag angereisten Augsburger, die Ingolstadt, Freiburg, Duisburg und Köln aus dem Pokalwettbewerb geworfen hatten, wirkten ob des Werder-Elans hilflos. Michael Thurk konnte sich anfangs kaum in Szene setzen, der Bremer Strafraum blieb für die Gäste eine gute halbe Stunde lang lediglich in Sichtweite. Folgerichtig der Rückstand für die Augsburger. Nach den Fehlversuchen seiner Teamkollegen ließ sich Marin seine Chance nicht nehmen. Den Doppelpass mit Özil vollendete Marin mit einem platzierten Kullerball vorbei an Augsburg-Keeper Simon Jentzsch.

Thurk - mit 21 Treffern mit Abstand erfolgreichster Goalgetter in der zweiten Liga - traf kurz darauf Innenpfosten. "Wir haben die ersten 35 Minuten wirklich zu ängstlich gespielt - ohne Wenn und Aber", monierte Manager Andreas Rettig in der Halbzeitpause.

Umso vielversprechender der Start der Schwaben in die zweite Hälfte. Eine Hereingabe von Marcel Ndjeng verpasste Thurk zwar, Bremens Torwart Tim Wiese musste dennoch vieles zeigen, um nicht das siebte Gegentor in fünf Tagen zu kassieren. Wie schon gegen Valencia und Bochum wies Werders Defensive Lücken auf. Beruhigt zurücklegen konnten sich weder die Bremer Fans geschweige denn Trainer Schaaf, zumal die Hausherren auch nach vorn zu nachlässig agierten und Jos Luhukay nach einer knappen Stunde auch den Angriff verstärkte. Pizarro sorgte dann für die Entscheidung. Bremen steht nun bereits zum zehnten Mal im DFB-Pokalfinale.

Werder Bremen: Wiese – Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen – Frings, Bargfrede – Marin, Özil (75. Hugo Almeida), Hunt (62. Borowski) – Pizarro

FC Augsburg: Jentzsch – Reinhardt, de Roeck, Möhrle, El-Akchaoui  – Hegeler, Sinkala (60. Rafael) – Brinkmann (67. Baier), Ndjeng – Thurk, Traoré

Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)

Zuschauer: 31 645

Tore: 1:0 Marin (30.), 2:0 Pizarro (84.)

Gelbe Karten: Borowski / Ndjeng, Rafael

Beste Spieler: Bargfrede, Marin / Ndjeng