Futsal Der frischere Fußball
In Südamerika ist Futsal beliebter als Fußball. Nur bei uns hat der Sport ein Imageproblem. Nach dem ersten Auftritt einer deutschen Futsal-Auswahl soll sich das ändern.
© Bongarts/Getty Images

Es gibt wenig Sachen, die er nicht mit dem Ball anstellen kann: Deutschlands Futsal-Kapitän Kevin Reinhardt
Kevin Reinhardt hat gerade Geschichte geschrieben, aber so richtig klar scheint ihm das selbst nicht zu sein. Er sei nur stolz, dabei gewesen zu sein, und das auch noch als Kapitän und Nummer zehn, sagt er. Hinter ihm prangt das Logo des Deutschen Fußball-Bundes auf einer dieser Leinwände, die man bei offiziellen Anlässen gern hinter die Interviewten schiebt.
- Ursprung
Futsal leitet sich vom portugiesischem futebol de salao oder dem spanischen futbol sala (Hallenfußball) ab. Der Sport entstand in den 1930er Jahren in Südamerika. 1952 wurde in Brasilien die erste Futsal-Liga gegründet. 1989 wurde die erste Futsal-WM von der FIFA ausgetragen, Rekordweltmeister sind die Brasilianer.
- Besonderheiten
Beim Futsal wird ohne Bande auf Handballtore gespielt. Jede Mannschaft besteht aus vier Feldspielern und einem Torwart. Die Spielzeit beträgt zwei Mal 20 Minuten. Der Ball ist kleiner und schwerer, springt weniger und ist dadurch leichter zu kontrollieren. Ähnlich wie beim Eishockey darf unbegrenzt und fliegend gewechselt werden, dadurch bleibt das Spieltempo hoch. Fouls werden restriktiv geahndet. Ab dem fünften Mannschaftsfoul gibt es für jedes Vergehen einen Strafstoß für das gegnerische Team.
- Stars
Robinho, Ronaldinho, Diego, selbst Pelé: Sie alle haben ihre Fußball-Karriere einst in der Halle begonnen. Doch der Futsal hat sich selbst längst eigene Stars geschaffen. Falcao, den besten Spieler der vergangenen zwei Futsal-Weltmeisterschaften, kennt in Brasilien jedes Kind. Internet-Videos mit seinen besten Tricks werden millionenfach angesehen.
Viel offizieller ging es tatsächlich nicht. Ein paar Minuten zuvor hatte Reinhardt das DFB-Futsal-Allstars-Team angeführt. In der Lausitz-Arena zu Cottbus kamen zum ersten Mal die besten Hallenfußballer des Landes zusammen. Wenn man so will, war dieser Samstag im März 2010 die Geburtsstunde der deutschen Futsal-Nationalmannschaft.
Futsal ist so etwas wie der kleine Bruder des Fußballs, der coolere kleine Bruder. Man nehme den Fußball, subtrahiere dröge Mittelfeldduelle, Trikotzupfen und Abseitsfallen, multipliziere das Ergebnis mit Schnelligkeit und Hackentricks - dann erhält man Futsal, den frischeren Fußball.
"Die Dynamik, die ganzen Tricks!" Wenn Kevin Reinhardt vom Futsal redet, leuchten seine Augen. Und wer ihn spielen sieht, der versteht, worum es geht. Der 22-Jährige ist Deutschlands bester Futsal-Spieler. Er kann fast alles mit dem Ball anstellen. Oft führt Reinhardt den Ball mit der Sohle, so hat der erst gar nicht die Chance, wegzuspringen.
Reinhardt ist der einzige Deutsche, der mit Futsal Geld verdient. Er spielt beim FC Balticflora Teplice, einem tschechischen Profi-Club, zusammen mit sechs Brasilianern, sechs Tschechen, einem Russen und einem Weißrussen. "Ich lebe dort besser als Gott", sagt Reinhardt.
In Südamerika, Südeuropa und einigen Ländern Osteuropas ist Futsal fast beliebter als Feldfußball. Bisher gab es sechs Weltmeisterschaften, Brasilien und Spanien teilten die Titel unter sich auf. Am Start auch: die Salomoninseln, Simbabwe und Malaysia. Deutschland war noch nie dabei. Wie auch, ohne Nationalteam? Der DFB hat einiges nachzuholen.
"Der Futsal steckt bei uns noch in den Babyschuhen", sagt Paul Schomann, der das deutsche Futsal-Team bei seinem ersten Auftritt betreut. Doch selbst Kinderschuhe sind noch eine Nummer zu groß. "Es gibt bei uns nur einige wenige Spieler, die internationales Niveau haben", sagt er. Am Ende verlieren die Deutschen gegen Polen mit 0:4. "Trotzdem waren wir positiv überrascht", sagt der DFB-Trainer.
- Datum 02.04.2010 - 09:57 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Serie Auch das ist Sport
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 24
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







siieht ja ganz unterhaltsam aus, aber mir fehlt da doch die Dramatik eines großen Spielfelds.
Ich bezweifle, dass der deutsche Fussballbund diese Sportart soweit fördert, dass professionelle Strukturen entstehen. Seit Jahren versucht man mit viel Geld in den Leistungszentren dem dt. Fußballnachwuchs beizubringen, dass nicht nur Kampf und Athletik, sondern auch Technik im modernen Fussball vonnöten sind. Dieses Geld wäre rausgeschmissen, wenn die begabtesten Techniker dann zum Futsal abwandern. Auch angesichts des demografischen Engpasses kann es sich der DFB gar nicht leisten, einen Konkurrenten um die immer spärlicher werdenden Talente aufzubauen.
Auch eine Durchlässigkeit zwischen den beiden Fussballarten sehe ich nicht gegeben - zumindest nicht bei den Profis. Die körperlichen Anforderungen bspw. sind völlig anders. Auf Profiebene kann man das im Normalfall bei einem Umstieg von Futsal auf Rasenfussball ab einem bestimmten Alter nicht mehr aufholen...
"In Südamerika ist Futsal beliebter als Fußball." und später "In Südamerika, Südeuropa und einigen Ländern Osteuropas ist Futsal fast beliebter als Feldfußball."
Was soll man da nun glauben?
Hab ich mich auch an der Stelle gefragt.
Der Autor hat ein Eigentinteresse an Hallenfußball - ist ja in Ordnung, aber wenn man Werbung machen möchte, sollte man sich trotzdem an Realitäten halten. Futsal ist in Südamerika also in irgendeinem Maße konkurrenzfähig zu Rasenfußball, was die Popularität angeht...soso... *facepalm*
Hab ich mich auch an der Stelle gefragt.
Der Autor hat ein Eigentinteresse an Hallenfußball - ist ja in Ordnung, aber wenn man Werbung machen möchte, sollte man sich trotzdem an Realitäten halten. Futsal ist in Südamerika also in irgendeinem Maße konkurrenzfähig zu Rasenfußball, was die Popularität angeht...soso... *facepalm*
Auch hier ist Futsal viel beliebter ! In allen Vereinen in denen zum Aufwärmen oder zum spaß in der Sporthalle auf die Handballtore gekickt wird, spielt man futsal,meist ohne es zu wissen, skandalös!
Kinder die auf dem pausenhof Jacken als Pfosten benutzen spielen übrigens Latsuf.
Klingt total aufregend, wenn Hallenfußball einen neuen Namen bekommt. Bleibt aber immer noch Hallenfußball.
Das schöne am "normalen" Fußball ist doch, dass man dafür nur Spieler, einen Ball oder etwas Ballartiges und ein bisschen Platz braucht. Die Tore können aus allem Möglichen gebastelt werden. Ich kann es am Strand, auf dem Rasen, in der Straße oder eben in der Halle spielen. Nur kostet die Halle Miete.
In meinen Augen ist Futsal damit wieder nur eine von etlichen Varianten des Fußballs. Vielleicht schön anzusehen, aber an den Klassiker kommt es nicht ran und das aus gutem Grund.
Diese Einfachheit am Fußball ist es auch, warum in meinen Augen alle anderen Sportarten, bei denen ich Hallen, Netze, Schläger, Körbe und das ganze Brimbamborium benötige dem Fußball niemals das Wasser werden reichen können.
"Diese Einfachheit am Fußball ist es auch, warum in meinen Augen alle anderen Sportarten, bei denen ich Hallen, Netze, Schläger, Körbe und das ganze Brimbamborium benötige dem Fußball niemals das Wasser werden reichen können."
gibt auch genug andere sportarten,die man so spielen kann. basketball zum beispiel. man nehme einen ball, und etwas kreisrundes,in das man den ball reinwerfen kann und fertig. fußball führt doch dazu, dass die deutschen sportnazis geworden sind. keine andere sportart hat eine chance.verstehe es bis heute nicht,dass wir trotz unserer anscheinenden ökonomischen überlegenheit den anderen eu staaten in sachen basketball und bald auch wieder handball hinterherhinken. von individualsportarten mal abgesehen
"Diese Einfachheit am Fußball ist es auch, warum in meinen Augen alle anderen Sportarten, bei denen ich Hallen, Netze, Schläger, Körbe und das ganze Brimbamborium benötige dem Fußball niemals das Wasser werden reichen können."
gibt auch genug andere sportarten,die man so spielen kann. basketball zum beispiel. man nehme einen ball, und etwas kreisrundes,in das man den ball reinwerfen kann und fertig. fußball führt doch dazu, dass die deutschen sportnazis geworden sind. keine andere sportart hat eine chance.verstehe es bis heute nicht,dass wir trotz unserer anscheinenden ökonomischen überlegenheit den anderen eu staaten in sachen basketball und bald auch wieder handball hinterherhinken. von individualsportarten mal abgesehen
Hab ich mich auch an der Stelle gefragt.
Der Autor hat ein Eigentinteresse an Hallenfußball - ist ja in Ordnung, aber wenn man Werbung machen möchte, sollte man sich trotzdem an Realitäten halten. Futsal ist in Südamerika also in irgendeinem Maße konkurrenzfähig zu Rasenfußball, was die Popularität angeht...soso... *facepalm*
Wenn der frischere Fußball aussieht wie Handball, kann er mir gestohlen bleiben.
Diesem Sport fehlt alles, was Fußball reizvoll macht: Sprints, Tempodribblings, Steilpässe, Flanken, Zweikämpfe (usw. usf.).
Warum muss das jetzt Futsal heißen? Ist Hallenfußball zu lang oder weiß man zu genau was es ist? So schön das ist, dass Sprache sich verändert, einfach Worte zu ersetzen finde ich dämlich.
Ansonsten seh ich keinen Unterschied zum Rasenfußball. Wo waren denn die ganzen Tricks im Video. Finde ich persönlich genauso langweilig in der Halle wie draußen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren