Bundesliga: 27. Spieltag Schalke verpasst den Sprung an die Spitze

Schalke 04 nutzt die Niederlagen der Münchner und Leverkusener nicht aus, Hertha deklassiert Wolfsburg, Werder und Stuttgart zeigen sich vom Europapokal gut erholt. Alle Spielberichte

Hamburger SV - Schalke 04 2:2

Kevin Kuranyi (l.) köpft den Ausgleich für Schalke 04

Kevin Kuranyi (l.) köpft den Ausgleich für Schalke 04

Einen Tag nach der Niederlage der Bayern in Frankfurt mussten sich der Revierclub im Verfolgerduell beim Hamburger SV mit einem Punkt begnügen. Somit bleiben die Schalker auf Rang zwei hinter den Münchnern.

Der eingewechselte Jonathan Pitroipa rettete dem HSV noch einen Zähler, nachdem Kevin Kuranyi mit seinem 15. Saisontor und Ivan Rakitic die Schalker Führung herausgeschossen hatten. Vor 57.000 Zuschauern in der Arena hatte Ruud van Nistelrooy die Hausherren nach einem Fehler von Schalke-Keeper Manuel Neuer in Führung gebracht.

Das Team von Magath trat in Hamburg erst im zweiten Durchgang wie ein Titelanwärter auf. Durch die Einwechslung von Alexander Baumjohann erhielt das Spiel der Schalker die nötigen Impulse, um die bis dahin sichere Abwehr des HSV zu knacken. Drei Tage nach dem Einzug ins Viertelfinale der Europa League machte sich beim ersatzgeschwächten Team von Bruno Labbadia auch im 43. Pflichtspiel der Saison kein Kräfteverschleiß bemerkbar. Für seine Moral wurde das Team am Ende mit dem Ausgleich durch Pitroipa belohnt.

Die erste sehenswerte Aktion der Partie, die erst im zweiten Durchgang den Ansprüchen an ein Spitzenspiel gerecht wurde, hatten die Hamburger durch van Nistelrooy. Mit seinem Drehschuss verfehlte der Niederländer das Tor von Neuer jedoch knapp (14.). Auf der Gegenseite verhinderte Frank Rost gegen Kevin Kuranyi (27.) den Rückstand. Der Ex-Nationalstürmer hatte freie Bahn zum Tor, nachdem David Rozehnal den Ball im Mittelfeld vertändelt hatte. Ansonsten war Kuranyi beim Tschechen und seinen Nebenmann Joris Mathijsen gut aufgehoben.

Als der Gast aus Gelsenkirchen gerade dabei war, sich ein Übergewicht im Mittelfeld zu erkämpfen, brachte sie Neuers Fehler in Rückstand. Der Nationalkeeper ließ einen Freistoß des agilen Piotr Trochowski nach vorne abprallen und gab van Nistelrooy damit die Chance zu seinem ersten Bundesliga-Tor vor heimischem Publikum. Der dritte Saisontreffer von "Van the Man" brachte die Schalker aus dem Konzept - plötzlich setzte der HSV die Akzente.

Drei Minuten nach Wiederbeginn machte Neuer seinen Schnitzer wieder gut, als er einen Schuss von Trochowski aus spitzem Winkel entschärfte. Danach sah man lange Zeit nichts mehr von den Hamburgern. Als Rozehnal eine Baumjohann-Flanke unfreiwillig verlängerte, ließ sich Kuranyi die Chance zum Ausgleich nicht entgehen. Sechs Minuten später war der in der Winterpause von Bayern München nach Schalke zurückgekehrte Baumjohann auch am 1:2 beteiligt. Nachdem ihn Mathijsen und van Nistelrooy im Strafraum nur regelwidrig stoppen konnten, verwandelte Rakitic den Elfmeter nervenstark zum 1:2. Die mögliche Entscheidung verhinderte Tomas Rincon, der im Tor liegend per Kopf einen Treffer von Schalkes Edu verhinderte.

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Hamburger SV: Rost - Rincón, Rozehnal, Mathijsen, Jansen - Jarolim, Zé Roberto - Torun (71. Pitroipa), Trochowski - Petric, van Nistelrooy (80. Berg)

FC Schalke 04: Neuer - Rafinha, Höwedes, Bordon, Schmitz - Matip (61. Edu) - Westermann, Kluge (46. Baumjohann), Rakitic - Farfán, Kuranyi

Schiedsrichter: Stark (Ergolding)

Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 van Nistelrooy (40.), 1:1 Kuranyi (62.), 1:2 Rakitic  (68./Foulelfmeter), 2:2 Pitroipa (77.)

Gelbe Karten: Jansen (3) / Höwedes (3), Kluge (3)

Beste Spieler: Trochowski / Kuranyi, Baumjohann

Leser-Kommentare
  1. ...wäre der 1.FC Köln 10.000.000€ reicher.

  2. Schalke hat in Hamburg gar nichts verpasst, sondern einen unmittelbaren Konkurrenten um die Europacup-Plätze in beeindruckender Weise auf Distanz gehalten!

    Ich kann als Schalkefan nur hoffen, dass man auf Schalke nicht auf die Meister-Flüsterer, wie der Autor des Artikels, hört. Auch all die Komplimente aus München darf man nicht allzu ernst nehmen: Dass Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge Schalke und besonders Magath lobten, ist auch Teil einer Strategie - die Bayern wissen, dass sich ihre Konkurrenten mitunter in diesen verdächtigen Komplimenten "sonnen" und glauben, sie hätten bereits etwas erreicht. Das wäre der größte Fehler.

    Die Fans dürfen sicher träumen, die Spieler und Magath aber nicht. Schalke muss spätestens jetzt damit leben, ein Meisterschafts-Kandidat zu sein. Aber die Mannschaft darf sich nicht, weder von Medien noch von Fans, in eine Schalen-Hysterie hineintreiben lassen. Die ist Schalke noch nie gut bekommen.

    Fakt ist: Noch immer wäre das aktuelle Team mit Platz fünf voll im Soll, Platz drei wäre ein Riesenerfolg, und alles, was darüber steht, eine Sensation. Diejenigen Journalisten, die Schalke jetzt schon zum möglichen Meister machen, sind hinterher die, die im Falle des Nicht-Titels wieder genüsslich ihr Schalke-Bashing betreiben - und das hätte diese Mannschaft nun wirklich nicht verdient!

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