Behinderte in Deutschland Die elitäre Gruppe der Paralympics-Helden
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Die Akzeptanz der Behinderten muss über andere Kriterien gelingen

Paralympics als beispielhaft für die Akzeptanz von Behinderung in dieser Gesellschaft zu nehmen, ist eine Lüge. Die Mehrheit der Behinderten ist (unter ökonomischen- und Wettbewerbsbedingungen) nicht gesellschaftsrelevant leistungsfähig. Die herausgehobene politische Förderung dieses Elitesports könnte man auch als Feigenblatt zur Verdeckung der Integrationsdefizite in unserer Gesellschaft verstehen.

Die Akzeptanz der Behinderten muss über andere Kriterien gelingen. Ihr Sport muss deshalb auch ein anderer sein. Paralympics taugen nur für eine winzig kleine Gruppe Behinderter, sie befördern eine Ausrichtung von elitärer Leistungsanerkennung, die für die Mehrzahl der Behinderten nichts taugt: Spitzenleistung im Leistungsvergleich.

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Auch an die Sportarten für die Paralympics könnte man kritische Fragen richten. Müssen diese – bei aller behindertengerechter Anpassung – fast völlig deckungsgleich mit denen der Olympischen Spiele sein? Warum findet man nicht seinen eigenen originellen Weg, der nicht nur in Kopie und leichter Abwandlung der Leistungssportarten besteht?

Paralympics können "als politische Bewegung" wohl für einige, ein "Credo sein, anderen Mut zu machen durch den Willen, sich körperlichen Einschränkungen nicht zu unterwerfen," sagte der Chef de Mission Karl Quade. Für viele ist die Distanzerfahrung – also das Gegenteil von Vorbildwirkung – zu diesem Spitzensport und die Erkenntnis "das kann ich nie erreichen!" jedoch weit größer als die des Normalbürgers beim Betrachten von Olympischen Spielen oder Fußball-Weltmeisterschaften.

 
Leser-Kommentare
  1. [...]

    Die Sportler tun sich selbst keinen Gefallen, denn sie, die im Alltag meist eine unter Kleidung versteckte Prothese tragen, machen ihrem Umfeld (Arbeitskollegen, Freunde etc) doch erst übers Fernsehen bewusst, dass sie eigentlich "behindert" sind. Die Spiele fördern deren Ausgrenzung!!

    Verzichten Sie auf diskriminierende Behauptungen. Die Redaktion/sh

  2. [entfernt. Bitte verzichten Sie auf Äußerungen, die als Rechtferntigung oder Gutheißung von Diskriminierung verstanden werden können. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]

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    [Entfernt. Wir möchten Sie bitten, Ihre Kritik sachlich-argumentativ zu formulieren. Danke. /Die Redaktion pt.]

    "[...] Da liegt ein Gendefekt vor, etwas ist nicht nach dem Plan der Natur gelaufen. [...]"

    Die Natur hat keinen "Plan", denn das würde voraussetzen, dass sie ein Bewusstsein besitzt. Dieses "Argument" wird gerne benutzt, um Menschen auszugrenzen, die anders sind als man selbst.

    FMC

    [Entfernt. Wir möchten Sie bitten, Ihre Kritik sachlich-argumentativ zu formulieren. Danke. /Die Redaktion pt.]

    "[...] Da liegt ein Gendefekt vor, etwas ist nicht nach dem Plan der Natur gelaufen. [...]"

    Die Natur hat keinen "Plan", denn das würde voraussetzen, dass sie ein Bewusstsein besitzt. Dieses "Argument" wird gerne benutzt, um Menschen auszugrenzen, die anders sind als man selbst.

    FMC

  3. [Entfernt. Wir möchten Sie bitten, Ihre Kritik sachlich-argumentativ zu formulieren. Danke. /Die Redaktion pt.]

    Antwort auf "Im Übrigen..."
  4. zum Einen wehren sich gerade die gut-bürgerlichen - ob grün oder schwarz oder rot - mit Händen und Füßen dagegen

  5. Fällt ihnen eigentlich auf was für einen menschenverachtenden Stuss sie da reden?
    Mag ja sein, dass Behinderte einen Gendefekt haben, aber daran tragen sie keine Schuld. Und der faire Umgang mit Benachteiligten ist schließlich das Kriterium, dass eine Gesellschaft erfüllen muss um sich "zivilisiert" nennen zu dürfen.
    Was der Autor des Artikels anspricht mag stimmen, allerdings wüßte ich nicht wie eine breite gesellschaftliche Aktzeptanz für geistig Behinderte u.a. die hier als ausgeschlossen beschrieben werden, zu erreichen ist. Zu groß ist ihre Andersartigkeit, es ist nicht schwer sich in einen Menschen hineinzuversetzen, der bei einem Unfall ein Bein verloren hat, bei jemanden, der seit seiner Geburt geistig Behindert ist oder gleich mehrere schwere Gebrechen hat, ist das schon viel schwieriger.

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    Nachdem ich den Kommentar aals bedenklich gemeldet habe, passierte nichts. Danach habe ich den Autor in Verbindung mit der NS-Ideologie gebracht.
    Mein Kommentar wurde gestrichen, der von mir beanstandete bleibt stehen.
    DSehr merkwürdig für eine HISTORIKERIN!

    Nachdem ich den Kommentar aals bedenklich gemeldet habe, passierte nichts. Danach habe ich den Autor in Verbindung mit der NS-Ideologie gebracht.
    Mein Kommentar wurde gestrichen, der von mir beanstandete bleibt stehen.
    DSehr merkwürdig für eine HISTORIKERIN!

    • TDU
    • 22.03.2010 um 20:46 Uhr

    Und bei Benefizveranstaltungen sind die Behinderten je nach Grad der Behinderung, längst nicht in der ersten Reihe, wegen mangelnder Bildschirmtauglichkeit.

    Aber gleiche Chancen bedeutet eben auch gleiche Benachteiligung. Deswegen geht es in diesem Bereich nicht ohne einen gewissen Grad an "Barmherzigkeit", der nichts fordert, aber dennoch zu geben bereit ist.

  6. sicherlich stimme ich mit den "Entwicklern und Machern" dieser Paralympics überein, dass die Demonstration von Willensstärke und Beharrlichkeit anderen Behinderten Mut machen kann, aber der Autor hat völlig Recht, wenn er gerade die siegreichen Sportler aus Deutschland, die zum großen Teil Unfallopfer waren, nach dem allgemein gültigen selektiven Leistungsprinzip eine eigene Elite bilden, zwei alpine Skifahrer haben mehrere Goldmedaillen gesammelt und die von Geburt an blinde Verena Bentele gleich fünf auf einen Schlag. Wenn die Zahl stimmt, dass lediglich 2,2 Prozent aller Behinderten Unfallopfer sind, dann wird die Ausrichtung dieser Paralympics lediglich zum Alibispektakel für eine ansonsten ignornate und behindertenfeindliche Gesellschaft, was tagtäglich überall nachzuvollziehen ist. Wenn nicht an der Basis, in den Schulen und in den Betrieben eine absolute und vorurteilsfreie Gleichstellung vorangetrieben wird, wenn sich das Meinungsbild in der Gesellschaft nicht ändert, dann sind die Paralympics auch in Zukunft ein hippes und marktschreierisches Medienspektakel, was letzendlich kontraproduktiv wirkt und nichts dazu beiträgt, dass sich bei den meisten behinderten etwas an ihrer Lebensqualität ändert.

    Wolfgang Neisser

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