Tobias Rau "Ich halte Michael Kempter für einen guten Schiedsrichter"
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 "Der DFB hätte das intern regeln müssen"

Rau: Florian Meyer hat immer gut und viel erklärt, das ist mir sehr sympathisch. Dadurch hat er brisante Situationen entschärft. Die Spieler schützen ihn und gestehen ihm Autorität zu. Er hat keine großen Gesten nötig.

ZEIT ONLINE: Gibt es ein Gegenbeispiel?

Rau: Ja, aber der Name ist mir entfallen. Dieser Schiedsrichter hat einem immer das Wort abgeschnitten, es waren keine Gespräche möglich. Andererseits, vielleicht ist das Wichtigste und das Einzige ohnehin Regelkenntnis.

ZEIT ONLINE: Sollte man den Schiedsrichtern mit moderner Technik zur Seite stehen, etwa mit dem Chip im Ball, den die Fifa soeben erneut abgelehnt hat?

Rau: Ich halte nicht viel davon. Fußball lebt auch von Fehlern, sie machen die Sache spannend.

ZEIT ONLINE: Sagen Sie das auch einem Spieler, der gerade wegen einer Fehlentscheidung abgestiegen ist? Das Spiel an sich ist doch spannend genug.

Rau: Was würde nach dem Chip im Ball kommen? Die effektive Spielzeit, der fünfte oder sechste Assistent? Wo ist die Grenze? Man sollte das Spiel so einfach wie möglich belassen.

ZEIT ONLINE: Wie bewerten Sie den Fall Amerell?

Rau: Es gibt da viele offene Fragen, daher will ich mir kein endgültiges Urteil erlauben. Aber dass das alles in der Öffentlichkeit ausgetragen wird, schadet natürlich dem deutschen Schiedsrichterwesen. Der DFB hätte das intern regeln müssen.

ZEIT ONLINE: Michael Kempter soll Manfred Amerell eine Mail geschrieben haben, in der er mit ihm auf eine Niederlage Bayern Münchens anstoßen wollte.

Rau: Ich kenne Kempter und halte ihn für einen guten Schiedsrichter. Doch damit ist seine Neutralität in Frage gestellt. Wobei man bei allem bedenken muss: Welche Mails wurden wirklich geschrieben, welche sind echt? Aber da wird man nun wohl aus Gerichtsprozessen einiges erfahren.

ZEIT ONLINE: Können Sie sich vorstellen, dass das Thema Schiedsrichter in Ihrem Unterricht eine Rolle spielen wird, steht es auf dem Lehrplan Ihres Sportstudiums?

Rau: Das nicht, das Thema hat eher im Vereinssport eine Bedeutung. Doch ist es auch für den Schulsport ein wichtiges Lernziel, mit Ungerechtigkeiten umzugehen.

Die Fragen stellte Oliver Fritsch

 
Leser-Kommentare
    • iosono
    • 10.03.2010 um 13:33 Uhr

    Amarell hat eine Sammelwut von E-Mails und SMS über lange Zeiträume.(Kemptners Bayern Mail von 2007)
    Diese benutzt er jetzt gegen Kemptner.
    Ist das OK?
    Verstösst Amarell gegen Urteil zur Vorratsdatenspeicherung?
    Sollte es nicht eine ''Deathline'' geben,wie lange unsere eigenen Nachrichten die wir so wegschicken gegen unseren Willen veröffentlicht oder verwendet werden dürfen?

    Und was ist wenn ein Schiedsrichter Vorlieben für Spieler hat? Bayern haben die hübschesten Spieler-sagt meine Freundin-wie oft sind die Meister geworden?-)

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