Formel-1-Auftakt in Bahrain "Mit 41 nicht schlechter als ein 20-Jähriger"

Das erste Formel-1-Rennen ist gestartet. Mit dabei ist auch Michael Schumacher. Aber hat er seine Grenzen nicht schon erreicht? Sportmediziner Banzer erklärt, warum nicht.

In Sachen Alter sticht Michael Schumacher im Gruppenbild mit seinen Kollegen und Konkurrenten hervor. In Sachen Leistung kann das jedoch ganz anders sein

In Sachen Alter sticht Michael Schumacher im Gruppenbild mit seinen Kollegen und Konkurrenten hervor. In Sachen Leistung kann das jedoch ganz anders sein

Der Jüngste ist Michael Schumacher nicht mehr, 41 Jahre ist er im Januar alt geworden. Aber hat Schumacher deshalb schon die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit erreicht? Ist es vielleicht sogar schon gefährlich, den Hochgeschwindigkeitssport Formel 1 zu betreiben?

Winfried Banzer, der Leiter der Sportmedizin an der Universität Frankfurt am Main, hält Schumachers Alter keineswegs für ein Risiko, um in der Formel 1 vorne mitzufahren. Wenn sich Schumacher bei ihm zu einem Leistungstest vorstellen würde, wüsste Banzer jedenfalls genau, welche Punkte er untersuchen müsste. 

"Es geht um mindestens sechs Dinge, die man sich genauer anschauen müsste. Als Erstes die Ausdauer. Ich bin überzeugt, dass Michael Schumacher eine hervorragende Herz-Kreislauf-Ausdauerleistung bringen kann. Da sehe ich überhaupt keine Schwierigkeiten, denn wir wissen aus Untersuchungen, dass die Ausdauerleistung auch in höherem Alter gewährleistet ist. Dazu braucht man sich nur die vielen älteren Langstreckenläufer anzuschauen.

Bei der neuromuskulären Leistung sieht man an Sprintern wie Linford Christie oder Merlene Ottey, dass es durchaus möglich ist, mit weit über 30 oder sogar über 40 Leistungen zu bringen, die mit denen viel jüngerer Athleten konkurrenzfähig sind. Es setzt allerdings ein hervorragendes spezifisches Training voraus.

Anzeige

Beim dritten Punkt, der Kraft, habe ich überhaupt keine Bedenken. Wenn man trainiert, kann man seine Leistung auch steigern.

Etwas anders sieht es bei den visuellen Fähigkeiten aus, dem vierten Punkt. Denn die Leistungsfähigkeit der Augen nimmt irgendwann ab. Dieses Problem haben auch Piloten. Deshalb können Piloten zum Beispiel bei der Bundeswehr nur bis zu einem bestimmten Alter fliegen. Dieses Alter hat Schumacher aber noch nicht erreicht. Und nur weil er 41 ist, muss er nicht automatisch schlechter sehen als einer, der 20 ist.

Ein weiterer Punkt ist seine Reaktionsfähigkeit. Da profitiert Schumacher von seinem Erfahrungsschatz. Von seinem taktischen Verhalten, von seiner intuitiven Reaktionsfähigkeit, da ist Schumacher doch wirklich die Nummer eins.

Abschließend kann man sich die mentale Stärke anschauen. Die kann im Alter eher noch zunehmen.

In welchem Alter die Leistungsfähigkeit des Menschen tatsächlich sichtbar abnimmt, das lässt sich nicht genau sagen. Da haben wir ein unglaubliches Datendefizit. Wir wissen nicht, wann der Knick kommt. Die Wissenschaft hat sich jedenfalls in den vergangenen Jahren schon korrigiert. Vor einigen Jahren ging sie noch davon aus, dass der große Knick mit 65 Jahren auftritt, heute neigt sie eher zu 75 Jahren. Aber genau festlegen kann man es nicht.

Wenn ich Längsschnittdaten von Schumacher hätte, könnte ich vielleicht sagen, wann der Knick bei ihm kommt. Knick würde zum Beispiel bedeuten fünf bis sieben Prozent Leistungsverlust pro Jahr. Im Spitzensport reichen zwei Prozent, um nicht mehr ganz vorne mitmischen zu können. Viele Defizite lassen sich durch ein spezifisches Training kompensieren. Schwierig wird es allerdings bei den Augen. Mir ist keine wissenschaftliche Studie bekannt, die belegt, dass Sehkraft durch Training nachhaltig verbessert werden kann. Aber da bestünde ja immer noch die Möglichkeit, Kontaktlinsen zu tragen. Natürlich lässt die Schnelligkeit nach, aber es gibt immer wieder Ausnahmen. Neulich habe ich von einem 71-Jährigen gehört, der die 400 Meter unter 60 Sekunden läuft. Das würden nur wenige meiner Studenten schaffen. Die Reaktionsfähigkeit ist stark genetisch veranlagt. Da bringt Schumacher so viel mit und hat so viel gelernt, dass er ein Leben lang profitiert. Da wird es erst mit 50 gefährlich.

Aufgezeichnet von Friedhard Teuffel. Erschienen im Tagesspiegel.

 
Leser-Kommentare
    • Leotse
    • 14.03.2010 um 15:01 Uhr
    1. Sport?

    Schumacher sitzt in einem Auto mit Servolenkung, was zur Hölle kann man da falsch machen? Genauso könnte man über die Armkraft von Schachspielern schwafeln, bei deren Nachlassen, ein Nachteil bei Zeitspielen entsteht.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Also ich finde den Artikel zwar auch recht sinnbefreit, da mich sehr interessieren würde wie der Herr Banzer den bei einem Leistungstest die "mentale Stärke" testen wollen würde, aber Dein Kommentar ist ja sogar noch eine Steigerung des Unsinns! Erkundige Dich lieber mal was für G-Kräfte in einem Formel 1 Auto entstehen und dann überlege dir was dies insbesondere auch über die Zeit eines Rennens an Belastung für den Organismus darstellt!

    Also sorry aber du hast ja wohl nicht die geringste Ahnung vom Rennfahren. Ich betreibe selber Motorsport und ich sage dir eins: ich kenne viele Rennfahrer in Schumachers Alter, allerdings sind sie untrainiert. Keineswegs groß übergewichtigt, einfach normalgewichtig und untrainiert. Und die schiffen im Rennauto nach einer halben Stunde ab und können sich nicht mehr konzentrieren, und das in Tourenwagen mit 300 PS und ohne Aerotricks, also vielleicht mit g-Kräften von maximal 2g. Ohne Training steht man selbst mit 20 vielleicht 2 Stunden in einem Tourenwagen durch, dann ist man völlig fertig. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung. Hast du eine Ahnung, mit welcher Pulsfrequenz selbst austrainierte Sportler wie Schumacher und seine Kollegen anderthalb Stunden lang fahren?? Nein?? Guck das mal nach! Du kannst ja gerne mal versuchen so ein Auto zu fahren, aber ich sag dir was: bei 5g beim Bremsen oder 4,5 g in den Kurven geht dir das Licht aus, dein Kopf fliegt unkontrolliert durch die Gegend und die Beine ziehts dir problemlos von den Pedalen weg. Also bevor du Schwachsinn verzapfst, informier dich lieber mal

    Also ich finde den Artikel zwar auch recht sinnbefreit, da mich sehr interessieren würde wie der Herr Banzer den bei einem Leistungstest die "mentale Stärke" testen wollen würde, aber Dein Kommentar ist ja sogar noch eine Steigerung des Unsinns! Erkundige Dich lieber mal was für G-Kräfte in einem Formel 1 Auto entstehen und dann überlege dir was dies insbesondere auch über die Zeit eines Rennens an Belastung für den Organismus darstellt!

    Also sorry aber du hast ja wohl nicht die geringste Ahnung vom Rennfahren. Ich betreibe selber Motorsport und ich sage dir eins: ich kenne viele Rennfahrer in Schumachers Alter, allerdings sind sie untrainiert. Keineswegs groß übergewichtigt, einfach normalgewichtig und untrainiert. Und die schiffen im Rennauto nach einer halben Stunde ab und können sich nicht mehr konzentrieren, und das in Tourenwagen mit 300 PS und ohne Aerotricks, also vielleicht mit g-Kräften von maximal 2g. Ohne Training steht man selbst mit 20 vielleicht 2 Stunden in einem Tourenwagen durch, dann ist man völlig fertig. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung. Hast du eine Ahnung, mit welcher Pulsfrequenz selbst austrainierte Sportler wie Schumacher und seine Kollegen anderthalb Stunden lang fahren?? Nein?? Guck das mal nach! Du kannst ja gerne mal versuchen so ein Auto zu fahren, aber ich sag dir was: bei 5g beim Bremsen oder 4,5 g in den Kurven geht dir das Licht aus, dein Kopf fliegt unkontrolliert durch die Gegend und die Beine ziehts dir problemlos von den Pedalen weg. Also bevor du Schwachsinn verzapfst, informier dich lieber mal

  1. Also ich finde den Artikel zwar auch recht sinnbefreit, da mich sehr interessieren würde wie der Herr Banzer den bei einem Leistungstest die "mentale Stärke" testen wollen würde, aber Dein Kommentar ist ja sogar noch eine Steigerung des Unsinns! Erkundige Dich lieber mal was für G-Kräfte in einem Formel 1 Auto entstehen und dann überlege dir was dies insbesondere auch über die Zeit eines Rennens an Belastung für den Organismus darstellt!

    Antwort auf "Sport?"
  2. 3. Sport!

    Also sorry aber du hast ja wohl nicht die geringste Ahnung vom Rennfahren. Ich betreibe selber Motorsport und ich sage dir eins: ich kenne viele Rennfahrer in Schumachers Alter, allerdings sind sie untrainiert. Keineswegs groß übergewichtigt, einfach normalgewichtig und untrainiert. Und die schiffen im Rennauto nach einer halben Stunde ab und können sich nicht mehr konzentrieren, und das in Tourenwagen mit 300 PS und ohne Aerotricks, also vielleicht mit g-Kräften von maximal 2g. Ohne Training steht man selbst mit 20 vielleicht 2 Stunden in einem Tourenwagen durch, dann ist man völlig fertig. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung. Hast du eine Ahnung, mit welcher Pulsfrequenz selbst austrainierte Sportler wie Schumacher und seine Kollegen anderthalb Stunden lang fahren?? Nein?? Guck das mal nach! Du kannst ja gerne mal versuchen so ein Auto zu fahren, aber ich sag dir was: bei 5g beim Bremsen oder 4,5 g in den Kurven geht dir das Licht aus, dein Kopf fliegt unkontrolliert durch die Gegend und die Beine ziehts dir problemlos von den Pedalen weg. Also bevor du Schwachsinn verzapfst, informier dich lieber mal

    Antwort auf "Sport?"
  3. ... haben nicht generell eine Altersgrenze von 41 Jahren, wie in diesem Artikel behauptet wird. Diese Obergrenze (Berufsoffizier mit der besonderen Altersgrenze von 41 Jahren, BO41) gibt es ausschließlich für Piloten von Strahlflugzeugen wie Eurofighter, Phantom und Tornado.

    Alle anderen Piloten, sei es Transall, A310 oder irgendein Hubschrauber, dürfen — sofern keine anderen medizinischen Ausschlussgründe vorliegen — bis zu ihrer Pensionierung fliegen, die normalerweise mit Anfang/Mitte 50 erfolgt.

    Die Altersgrenze von 41 Jahren ist auch nicht auf die abnehmende Leistungsfähigkeit der Augen (alleine) zurückzuführen, sondern vor allem auf die Anstrengungen und Belastungen beim Fliegen mit 6 g.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service