Chronologie der Causa Amerell Protokoll einer Schlammschlacht
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 Kempter gibt sein Comeback, Amerell zeigt an

Am 5. März 2010 verkündet Manfred Amerell sein weiteres Vorgehen: Jetzt werde geklagt. "Als Erster ist Michael Kempter dran", sagt Amerell, der einen Tag später die Karriere Kempters für beendet erklärt. "Angesichts seiner Lügen kann ich mir eine Rückkehr nicht vorstellen", sagte Amerell. Gleichzeitig erneuert der Augsburger seine heftige Kritik an Zwanziger. "Der DFB hat doch das Grundrecht auf den Schutz des Privatlebens und der Intimsphäre mit Füßen getreten, als er ohne jede Rechtsgrundlage und ohne Information des Betroffenen diese Vorwürfe öffentlich gemacht hat", sagt er.

Sollte Amerell in einem möglichen Strafverfahren Recht behalten, hält Theo Zwanziger Konsequenzen für unvermeidbar. "Wenn die Aussagen aller jungen Schiedsrichter, die wir zu schützen haben, und ihre eidesstattlichen Erklärungen falsch wären. Denn dann wäre Herr Amerell das Opfer". Der Kicker berichtet, dass Zwanziger erwägt, die Vertrauensfrage zu stellen. Über die Einberufung eines außerordentlichen Verbandstages am 30. April wird diskutiert.

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Am Mittwoch, 10. März 2010, kündigt der DFB wiederum an, Manfred Amerell wegen übler Nachrede und Verleumdung anzuzeigen. "Mit seinen neuesten Äußerungen in den Medien ist Herr Amerell endgültig zu weit gegangen", heißt es in der Verbandsmitteilung. Der DFB werde dem "medialen Rachefeldzug nicht weiter tatenlos zusehen und auf die beleidigenden Aussagen" reagieren. Im Deutschen Sportfernsehen unterstellte Amerell dem DFB-Chef, einem Schiedsrichter aus dessen Heimatverein den Aufstieg in die Bundesliga ermöglicht zu haben, obwohl angeblich andere Unparteiische besser bewertet worden seien. Zuvor hatte Amerell seine Angriffe auf Zwanziger verschärft: "Das ist die größte menschliche Enttäuschung meines Lebens, dass ein Präsident mit so viel Erfahrung rücksichtslos über Leichen geht".

Freitag, 12. März 2010: Ab 11 Uhr tagt das DFB-Präsidium in Frankfurt. 19 Personen beraten über die Causa Amerell. Theo Zwanziger hat sich vor der wichtigen Versammlung einige Tage zurückgezogen. Trotz massiver Kritik an seiner Person bleibt der DFB-Präsident im Amt.

Am 17. März 2010 erstreitet Amerell beim Landgericht Augsburg eine einstweilige Verfügung gegen Theo Zwanziger. Der DFB-Präsident darf demnach die Schiedsrichter-Affäre nicht mehr mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche vergleichen.

Nur einen Tag später, am 18. März 2010, erwirkt wiederum Michael Kempter vor dem Landgericht Köln eine Einstweilige Verfügung gegen Amerell. Dem 63-Jährigen wird damit verboten, private E-Mails oder SMS von Kempter an ihn "zu veröffentlichen und/oder zu verbreiten".

Der DFB beschließt am 9. April 2010 bei einem Außerordentlichen Bundestag in Frankfurt/Main eine umfassende Reform des Schiedsrichterwesens. Erstmals räumt DFB-Präsident Theo Zwanziger Fehler im Umgang mit der Schiedsrichter-Affäre ein. "Vielleicht habe ich mich ein- oder zweimal zu oft geäußert", sagte Zwanziger in einem der FAZ. "Aber ich muss doch reagieren, wenn falsche Behauptungen, die sich in der Öffentlichkeit verselbstständigen, getätigt werden." Gleichzeitig gibt der DFB bekannt, dass Michael Kempter nur einen Tag später, beim Drittliga-Spiel Sandhausen gegen Kiel, sein Comeback geben wird.

Am 16. April 2010 zeigt Amerell Kempter beim DFB-Kontrollausschuss an. Er wirft ihm vor, bei einem Leistungstest im Juni 2008 Ergebnisse zugunsten von zwei Kollegen manipuliert zu haben. Kempter weist die Vorwürfe zurück, muss sich aber nun gegenüber dem DFB-Kontrollausschuss erklären.

Am 19. April 2010 erhebt Manfred Amerell neue Vorwürfe gegenüber Michael Kempter. Amerells Anwalt hat Kempter gegenüber dem Südbadischen Fußball-Verband wegen sportwidrigen Verhaltens angezeigt. Entsprechende Unterlagen sollen Kempter belasten. Nach Informationen des Tagesspiegels soll es sich um Mails handeln, in denen sich Kempter vulgär über den Regionalverband auslassen und sich beleidigend gegenüber Schiedsrichterkollegen äußern soll.

 
Leser-Kommentare
    • xguido
    • 12.03.2010 um 21:02 Uhr

    Es geht eigentlich niemanden etwas an. Theo Zwanziger Sie sind unwürdig für Ihr Amt!
    DFB -Altpräsident Mayer -Vorfelder hat die richtigen Worte gefunden, mit fast 80 Lebensjahren! Amarell hatte aufgegeben, und Sie treten nach, nur um Ihr Versagen bei Vertragsverhandlung mit Jogi Löw zu tarnen. Das ist gelungen, nur 5 Schiedsrichter bleiben auf der Strecke, und zufällig auch einer aus Ihrem Heimnatverein.....
    Schlusspiff nach der WM2010- anstandshalber- für Theo nachtreter. Amarell hat versagt, Sie jedoch ebenso!

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