Grills WM-Countdown F... wie Fifa

Sieben Wochen vor WM-Start merken die Südafrikaner, dass sie sich eine Diktatur eingehandelt haben. Immer mehr fühlen sich vom Weltcup ausgeschlossen. Von Bartholomäus Grill, Kapstadt

Im Umfeld der WM-Stadien wird sie keine Wurst an den Mann bringen: Eine Verkäuferin von Burenwürsten

Im Umfeld der WM-Stadien wird sie keine Wurst an den Mann bringen: Eine Verkäuferin von Burenwürsten

"Mister Blatter, we love you!", rief der Moderator des südafrikanischen Fernsehens, und Mister Blatter bekam feuchte Augen. Eine derartige Liebeserklärung hat der Boss des Weltfußballverbandes Fifa vermutlich noch nie gehört, jedenfalls nicht öffentlich. Normalerweise wird er wegen seiner undurchsichtigen Machenschaften ausgepfiffen, zum Beispiel in Deutschland, beim Sommermärchen 2006. Die Südafrikaner aber himmelten den mächtigsten Sportfunktionär der Welt an wie sonst nur ihren Freiheitshelden Nelson Mandela. Denn diesem Mister Blatter verdanken sie den Zuschlag für den Weltcup 2010.

Bartholomäus Grill
Bartholomäus Grill

Bartholomäus Grill schreibt für ZEIT ONLINE bis zum WM-Start einmal wöchentlich aus Kapstadt. Aus Afrika berichtet er seit 17 Jahren für die ZEIT. Er spielte in Bayern beim TSV 1970 Soyen Halbstürmer, ist Fan von Borussia Dortmund und liebt seit dem Eusebio-Jahr 1966 afrikanischen Fußball. Soeben ist sein neues Buch "Laduuuuuma! Wie der Fußball Afrika verzaubert" bei Hoffman und Campe erschienen. 

Es war allerdings nur eine kurze, heftige Romanze, und sie kühlt immer mehr ab, je näher der Anstoß am 11. Juni rückt. Unterdessen gehört Sepp Blatter zu den meistgeschmähten Weißen im Land, und das liegt an der Art und Weise, wie seine Organisation das Turnier aller Turniere durchpeitscht. Die Südafrikaner merken, dass sie sich eine Diktatur eingehandelt haben, die ihren Alltag bis ins kleinste Detail reglementiert. Dass sie nicht an die prächtigen Arenen urinieren oder auf den Zuschauerrängen keine Trommelorgien veranstalten dürfen, sehen sie ja noch ein. Aber niemand versteht, warum es während der WM verboten ist, auf Pferden über öffentliche Plätze zu reiten, Haustiere in Brunnen zu baden oder im Stadion Castle zu trinken, das landesübliche Kopfwehbier.

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Besonders verhasst sind Blatter und seine Junta bei den Hawkers, den fliegenden Händlern, die die Schlachtenbummler mit Speis und Trank und Fanartikeln versorgen, seit am Kap Fußball gespielt wird. Die Fifa schützt ihre milliardenschweren Sponsoren, deshalb darf außer ihnen niemand die Symbole, Slogans und Logos des Weltcups verwenden. Selbst das WM-Jahr ist tabu, wie ein Straßenhändler aus dem Senegal neulich zu spüren bekam: Seine bunten Schlüsselanhänger mit der Zahl 2010 wurden konfisziert. Wenn er noch mal erwischt wird, drohen im drei Jahre Gefängnis.

Leser-Kommentare
    • Guido3
    • 21.04.2010 um 19:43 Uhr

    Das im englischen Sprachraum gebräuchliche "Fat cats" wortwörtlich mit "Fette Katzen" zu übersetzen, sinnentleert die Aussage. Sie wissen es doch besser Herr Grill.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Fat_cat_(term)

    • keox
    • 21.04.2010 um 20:11 Uhr
    2. [...]

    [...]
    Die Eintrittspreise für die Stadien sind für den Durchschnittsengländer nicht mehr zu bezahlen, hierzulande holt man eifrig nach.

    Bitte bemühen Sie sich trotz Ihrer Kritik, um einen höflicheren Tonfall. Die Redaktion/km

  1. JA beim Tema Gleichberechtigung ist die F... (:) Gefällt mir)
    gantz gross, da werden Afrikanische Staaten endlich mal genau so wie europäische Staaten behendelt. Aber gefält ihnen das ? Nein sie klagen lieber ..... ok haben die europäischen Staaten
    bei der Behandlung auch gemacht.

    Also verbindet die F... endlich die Armen und Reichen Länder miteinander und schafft so etwas an den so viele gescheitert sind.

    [ SATIRE? ]

    • kapa
    • 22.04.2010 um 1:42 Uhr

    mit fußball zu tun lach ist eine große firma die ausschließlich geld vedienten will. Wer das nicht die letzten jahre gemerkt hat lebt wohl himter den Mond Hoffenlich ist bald schluss mit der geld abzockerheit Schön wärs wenn kein land mehr ddie welfmeisterschaft haben will so würden die geld säcke blöd gucken

  2. Ich dachte, wir helfen denen bei der Ausrichtung der WM?
    Hat denen keiner gesagt, wie bekloppt die Fifa drauf ist?
    Vielleicht proben die Südafrikaner ja den Aufstand, wenn wir uns schon nicht getraut haben. Immerhin hat die Schweiz das Geld unserer Korrupten Politiker und Unternehmer.
    Aber Südafrika hat eigentlich genug von weißen Diktaturen...

    Das mit dem F gefällt mir.
    Von daher mein Beitrag:

    F.... the F....

    Passt immer.

  3. Ich dachte, wir helfen denen bei der Ausrichtung der WM?
    Hat denen keiner gesagt, wie bekloppt die Fifa drauf ist?
    Vielleicht proben die Südafrikaner ja den Aufstand, wenn wir uns schon nicht getraut haben. Immerhin hat die Schweiz das Geld unserer Korrupten Politiker und Unternehmer.
    Aber Südafrika hat eigentlich genug von weißen Diktaturen...

    Das mit dem F gefällt mir.
    Von daher mein Beitrag:

    F.... the F....

    Passt immer.

  4. Kind, wenn Du immer vor dem Computer sitzt anstatt Sport zu treiben wird aus dir nie ein Lohnsklave einer skrupelosen, gierigen Weltmafia.

    • carol
    • 23.04.2010 um 7:03 Uhr

    ..denn irgendwann läuft auch das grösste faß über. und dann wird das faß sehr schnell löcherig gemacht. bis man aber alle löcher gestopft hat wird das faß nur noch halb voll sein (FIFA) und für die betroffenen ist das faß schon halb leer.

    die bevölkerung und die politik dürfen solchen MONOPOLEN!!!!!!!!!!!! ruhig immer wieder löcher in die kiste hauen, damit sie hoffentlich mal durch etwas besseres ersetzt werden können.

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