Nationalmannschaft Kießling, der bessere Kuranyi
Stefan Kießling hat genauso viele Tore geschossen wie Kevin Kuranyi. Doch in der Debatte, wer mit zur WM fährt, kommt Kießling eindeutig zu kurz.
© Lars Baron/Getty Images

Stefan Kießling jubelt über eines seiner 18 Tore
Joachim Löw weilte diese Woche mit seinem Trainerstab im Schwarzwaldörtchen Baiersbronn, um die Planungen für die anstehende WM voranzutreiben. Im Vorfeld und während der Klausurtagung lautete die meistgestellte Frage: Darf Kevin Kuranyi mit nach Südafrika fahren? Der Schalker Stürmer ist durch seine 18 Tore und sieben Torvorlagen wieder interessant für den Bundestrainer geworden. Gerade weil das etablierte Angriffs-Duo Miroslav Klose/Lukas Podolski in diesem Jahr Schwächen zeigt. Der Focus auf Kuranyi verhindert jedoch den Blick auf einen anderen Stürmer, der ebenfalls 18 Mal getroffen und sieben Mal aufgelegt hat: Stefan Kießling.
Kießling ist ein Teamplayer, der keine Probleme macht, wenn er mal nicht spielt. Spieler mit sozialen Kompetenzen mag der Bundestrainer. Dennoch hat Löw ihn lange ignoriert. Erst als der Leverkusener Stürmer in der Vorrunde gegen den VfB Stuttgart drei Tore schoss, lud Löw ihn zur Nationalmannschaft ein. Im November gab er gegen die Elfenbeinküste sein Debüt in der Startelf des DFB.
Zuvor hatte es Kießling gerade Mal zu zwei Einsätze in der Nationalmannschaft gebracht. Beide Male wurde er eingewechselt und beide Male verlor Deutschland. "Das ist nichts, womit ich angeben kann", sagt Kießling.
Wie in der Nationalmannschaft kam er während seiner bisherigen Stationen in der Bundesliga nur langsam in Fahrt. Mit 18 Jahren wechselte der Franke vom TSV Eintracht Bamberg zum 1. FC Nürnberg. Er brauchte drei Spielzeiten, bis er sich in der Saison 2005/2006 einen Stammplatz erkämpft hatte. In dieser Saison erzielte er zehn Tore und wurde für andere Clubs interessant.
Bayer Leverkusen gab für Kießling sechs Millionen Euro aus. "Der Schritt nach Leverkusen fiel mir nicht leicht", sagt der bodenständige Franke, der den Namen seines Sohnes Tayler auf den Unterarm tätowiert hat, und diesen bei jedem Tor küsst. Im Nachhinein hält er den Schritt nach Leverkusen zu wechseln, "als die beste Entscheidung meines Lebens".
- Datum 16.04.2010 - 09:35 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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muss mit. Ein Herr Podolski hat in der Nationalmannschaft derzeit nichts zu suchen. Cacau ebenfalls nicht, wenn das Leistungsprinzip gelten sollte.
Kuranis Umstrittenheit rührt daher, dass er, damals hoch gelobt, entscheidende Gelegenheiten nicht genutzt hat. Die Frage ist, ob Kurani diese Eigenschaften jetzt wirklich abgelegt hat.
Kießling dagegen hat eien nachprüfe sichtbare Entwicklung gemacht, dei unabhängig von seien Toren gesehen werden kann. M. E. ist Kießling der komplettere Spieler.
Das Beispiel Kuranyi zeigt, wie leicht Menschen sich durch Medienkampagnen beeinflussen lassen. Vor einem halben Jahr hätte kein Fußballfan in Deutschland, nicht mal ein Schalker, ernsthaft eine Rückkehr von Kevin K. gefordert. Dann schießt er ein paar Tore, und nach jedem quatschen die Sportreporter davon, dass der Bundestrainer nun reagieren müsse, dass Kuranyi nicht zu ignorieren sei usw. usf. Plötzlich dreht sich die Stimmung und viel zu viele Leute glauben, der Totalversager sei plötzlich ein Topstürmer von internationalem Format geworden. Albern. Kießling, der weit vielversprechendere Anlagen hat, wird von den Medien dagegen nicht so hysterisch gehyped, folglich spricht man über ihn nicht. Wie gesagt, hochgradig albern.
Ginge es wirklich nur nach Leistung - und nicht nach Verbundenheit - müssten beide, Kießling und Kuranyi mit zur WM 2010. Ebenso Frings. Und Klose und Podolski (das ist der, der seinen eigenen Kapitän Ballack ohrfeigte) eben nicht!
Aber es wird wohl wieder mal ganz anders kommen...
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