Schwule Schiedsrichter"Angst, ich könnte sie vernaschen"
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Owens schwieg darüber, dass er Männer liebt. Bis er fast zerbrach

Wie schlimm der Druck der Diskriminierung im Extremfall sein kann, weiß keiner besser als Nigel Owens. Der Waliser pfeift im Rugby, der härtesten Sportart der Welt. Welcher 120-Kilo-Koloss würde sich schon von einer Schwuchtel sagen lassen, wo es lang geht? "Keiner", dachte sich Owens und schwieg darüber, dass er Männer liebt. Bis er fast zerbrach. Er war übergewichtig, süchtig nach Steroiden und sehr einsam, als er aus seinem Elternhaus schlich und wartete bis ihn die zahlreichen Schlaftabletten übermannen würden. Wäre der Hubschrauber eine Stunde später gekommen, wäre er nicht mehr am Leben.

Hilko Paulsen kann sich diese Extreme nicht vorstellen. Dennoch überlegte er sich seinen Schritt ganz genau. "Vor einem Outing macht wohl jeder Homosexuelle so etwas wie eine Kosten-Nutzen-Rechnung", sagt der heute 24-Jährige. Bei ihm sah das ungefähr so aus: Ein Schwuler in der Machowelt des Fußballs, das geht eigentlich gar nicht. Und dann auch noch als Schiedsrichter, der es Spielern, Trainern und Zuschauern ohnehin kaum recht machen kann – leicht wird das nicht. Aber Hilko Paulsen spürte auch, dass ein Versteckspiel nicht die Lösung sein kann. "Immer wachsam zu sein, für jede Situation eine passende Antwort parat zu haben, das frisst einfach unheimlich viel Energie."

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Nigel Owens ist jetzt einer der angesehendsten Rugby-Schiedsrichter der Welt.  Und offen schwul. Für Owens hängt das zusammen, wie er dem Guardian sagte: "Nach meinem Outing merkte ich, dass ich akzeptiert werde, dass mein Schwulsein keinen Unterschied macht. Ohne diese Last des ständigen Versteckens wurde ich viel ausgeglichener und meine Leistungen viel besser."

 
Leserkommentare
  1. Meine Hochachtung vor diesen Männern!

    Jetzt fehlen eigentlich nur noch die "Schlagt sie tot!"-Aufrufe - aus den Reihen der "wahren Männer" unter den Fußball-Fans.
    Ach ja - und natürlich die "Verständnisvollen", die sinngemäß sagen: "Na ja - es ist eben ein Männersport. Irgendwo müssen diese Zuschauer das schlecht erzogene Kind, das in ihnen steckt, doch rauslassen. Die Homos suchen sich doch besser andere Spielwiesen. Außerdem: Wer weiß, was die Homos für Krankheiten verbreiten....? Abgesehen davon passen sie auch nicht in mein Männerbild - und dieses Männerbild fühlt sich so gut an, dass ich es niemals ändern werde. Sorry!".

  2. Finde es auch sehr gut dass sich da endlich was tut. Und ich habe das Gefühl man sieht es auch auf den Straßen. Man sieht immer mehr Jungs Arm in Arm oder küssend durch die Stadt schlendern. Finde ich sehr schön, vor allem wenn man bedenkt dass es diesen Leuten sonst immer sehr schlecht ging mit ihrem Versteckspiel.

  3. ..warum das alle immer so erstaunt, dass man sich auch im Fußball jetzt zu seiner Homosexualität bekennen darf, OHNE gewaltige Repressionen fürchten zu müssen?

    Die Zeiten haben sich (Gottseidank!) geändert und wenn die Medien das nicht immer als wahres Wunder feiern würden, ginge es teilweise vielleicht noch schneller voran, das als völlig selbstverständlich zu sehen.

    Über eines wird sich allerdings ein Schiedsrichter (oder auch ein Spieler) der sich outet immer im klaren sein müssen: In der Anonymität der Fußballkurve geht es nicht politisch korrekt zu. Die Leute sind unter anderem da um "die Sau rauszulassen". Wenn also die sexuelle Orientierung z.B. eines Schiedsrichters von mehreren hundert (oder auch tausend) Stadionbesuchern diesem in unschöner Form entgegengebrüllt wird, bedeutet das nicht zwingend, dass diese alle schwulenfeindlich sind. Man will diesen Menschen in ebendiesem Moment verunsichern und verletzen, sei es, weil man sich über eine seiner Entscheidungen geärgert hat, sei es, weil manche glauben, das gehöre zum "Abreagieren" dazu.

    Wäre der Schiedsrichter heterosexuell, hätte aber z.B. einen Glatzkopf o.ä., wäre dieses der Punkt in dem man diese Person für angreifbar hält...und sich auf diese vermeintliche "Schwäche" stürzt.

    Für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass das alles überhaupt keine Rolle mehr spielt und Artikel wie der obige überflüssig werden. Und wir uns in ein paar Jahren alle fragen, wie sowas überhaupt jemals ein Thema werden konnte.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Timo K
    • 29.04.2010 um 16:16 Uhr

    "Seinen beiden Linienrichtern vertraute er sich früh an, dann folgten Kollegen und Mitglieder des Schiedsrichterausschusses. "Alle sind sehr sachlich damit umgegangen. Negative Reaktionen gab's gar nicht", erinnert er sich. Auch von Spielern, Trainern und Zuschauern kamen keine dummen Sprüche."

    Aber dem deutschen Durchschnittsmanne eine Homophobie anzudichten scheint einfach besonders en vogue zu sein.

    • Timo K
    • 29.04.2010 um 16:16 Uhr

    "Seinen beiden Linienrichtern vertraute er sich früh an, dann folgten Kollegen und Mitglieder des Schiedsrichterausschusses. "Alle sind sehr sachlich damit umgegangen. Negative Reaktionen gab's gar nicht", erinnert er sich. Auch von Spielern, Trainern und Zuschauern kamen keine dummen Sprüche."

    Aber dem deutschen Durchschnittsmanne eine Homophobie anzudichten scheint einfach besonders en vogue zu sein.

    • Timo K
    • 29.04.2010 um 16:16 Uhr

    "Seinen beiden Linienrichtern vertraute er sich früh an, dann folgten Kollegen und Mitglieder des Schiedsrichterausschusses. "Alle sind sehr sachlich damit umgegangen. Negative Reaktionen gab's gar nicht", erinnert er sich. Auch von Spielern, Trainern und Zuschauern kamen keine dummen Sprüche."

    Aber dem deutschen Durchschnittsmanne eine Homophobie anzudichten scheint einfach besonders en vogue zu sein.

  4. Sind denn Schwüle nicht Männer, dass man fragt wie Schwüle ein 'Männersport' wie Fußball spiele können? Frauen spielen auch Fußball. Ist es dann kein Männersport mehr oder sind die Männer in Fußball dann keine Männer mehr?

    Bewiesen haben Männer in Fußball etwas: Sie sind Feigen, dumm und primitiv. Mit Argumenten können sie nicht punkten, aber umso mehr mit Lautstärke. Angst vor andere Männern, Angst vor Diskussion und Angst vor der Wahrheit! Solche Männer sind der Männlichkeit selbst ein Widerspruch!

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