NationalmannschaftBallack fällt für Fußball-WM aus

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss ohne ihren Kapitän Michael Ballack zur WM nach Südafrika. Ballack war im FA-Cup-Finale brutal gefoult worden. von dpa

Schmerzhafte Begegnung mit Folgen: Michael Ballack und Kevin-Prince Boateng im englischen Pokalfinale

Schmerzhafte Begegnung mit Folgen: Michael Ballack und Kevin-Prince Boateng im englischen Pokalfinale  |  © Adrian Dennis/AFP/Getty Images

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika wird ohne Michael Ballack stattfinden. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft hatte sich am Samstag im englischen Pokal-Finale bei einem Foul von Kevin-Prince Boateng verletzt. Der 33-Jährige hat sich einen Riss des Innenbandes und einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes des rechten oberen Sprunggelenks zugezogen, wie eine Kernspintomografie am Montagmorgen in München ergab.

Ballack zeigte sich tief enttäuscht. "Ich bin sauer, ganz klar", sagte er. "Wenn man zwei, drei Wochen vor der WM so eine Diagnose erhält, dann ist das bitter. Es ist Fußball, das passiert halt, damit muss man leben." Er müsse das Ganze erstmal sacken lassen.

Anzeige

Nach Angaben des DFB wird sein rechtes Sprunggelenk zunächst für vier Wochen mit einem Gipsverband komplett ruhig gestellt. Dann muss Ballack für zwei weitere Wochen einen Spezialschuh tragen. Erst danach könne das Rehabilitations-Programm beginnen. Der Nationalmannschaftskapitän könne frühestens in acht Wochen wieder ins Training einsteigen. Dann ist die WM bereits vorbei.

"Wir waren geschockt, keine Frage", sagte Bundestrainer Joachim Löw, der sofort nach Erhalt der Nachricht im Trainingslager in Sciacca auf Sizilien die Mannschaft zusammentrommelte. "Es heißt jetzt alle Kräfte zu bündeln", sagte Löw, der versicherte, es könne von Resignation keine Rede sein. "Wir können nach wie vor ein gutes Turnier spielen", bekräftigte der Bundestrainer.

Von seinem Ziel, mit dem DFB-Team in Südafrika weit vorne zu landen, rückte er nicht ab: "Wir sind überzeugt, dass wir eine gute WM spielen." Ballack wolle das Team noch auf Sizilien besuchen, berichtete Löw. Die Kapitänsfrage ist vorerst offen, Bayern Münchens Angreifer Miroslav Klose ist Ballacks Stellvertreter.

Der einstige Bundesliga-Profi Kevin-Prince Boateng hatte Ballack im englischen Cupfinale, das Chelsea am Samstag gegen Absteiger FC Portsmouth 1:0 gewonnen hatte, brutal gefoult.

Inzwischen sprechen Ballack und sein Berater davon, die rüde Attacke habe nach Vorsatz ausgesehen. "Das sah schon nach Absicht aus", hatte Ballack gesagt. "Ich glaube nicht, dass die Attacke dem Ball galt." Boateng und Ballack waren bereits einige Minuten vorher aneinander geraten. Englische Medien berichteten von einer vorherigen Ohrfeige Ballacks an Boateng. Nach dem Spiel wollte Boateng, der im Finale beim Stand von 0:0 einen Elfmeter verschossen hatte, keine Stellung nehmen. Er zeigte keine Zeichen von Reue. "Nein", antwortete Ballack auf die Frage nach einer Entschuldigung Boatengs.

Leserkommentare
  1. Mir fehlen die Worte!
    Ein ganz schmerzhafter Verlust für unser Team in Südafrika!
    Wer wird diese Lücke schließen?

  2. aber ich finde, man sollte Torsten Frings reaktivieren.

  3. hat nicht die ZEIT in der Druckausgabe nicht jüngst den Aufstieg der Familie Boateng vom Neuköllner Bolzplatzkäfig in die bessere Gesellschaft als beispielhaft gefeiertß Der eine ist ein seriöser U21 Fussballer geworden,der andere Kevin Prince leider völlig missraten. Der Mann wird gewusst haben, was er anrichten würde.Jetzt spielt er noch für Ghana! Am Besten er bleibt gleich da!

  4. 4. ......

    klare sache: boateng für ballack!

  5. wenn Ballack ausfällt. Spieltechnisch kann ichs nicht beurteilen, aber zwischenmenschlich und vom Alter her hat sich Ballack längst überlebt in der Mannschaft.

  6. wegen leuten wie ihnen, hat prince boateng die einzig richtige entscheidung getroffen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ach,Sie wollen auch nach Ghana? Gute Reise!

    die richtige entscheidung war ihres erachtens hoffentlich die in der ghanaischen elf zu spielen, nicht einem sportler einen grossen traum zu zerstoeren. ersteres waere verstaendlich.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf die Veröffentlichung rassistischer Kommentare. Danke, die Redaktion/fk

  7. In mir leider auch. In dem Falle die Sehnsucht nach dem Alten Testament - Aug um Aug...

    [...]
    Trotz Ihrer Empörung möchten wir Sie bitten, sich um einen höflichen Tonfall und um sachliche Diskussionen zu bemühen. Danke. Die Redaktion/km

  8. habe gelesen, daß Ballack ihn vorher eine Ohrfeige gegeben hätte, die nicht bestraft worden ist.

    stimmt oder nicht ?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • TDU
    • 17. Mai 2010 13:40 Uhr

    Es war ein Gerangel. Aber genau das ist es. Gegen manche Leute sollte man nie die Hand heben. Sie könnten einen Klaps mit Totschlag vergelten. Dennoch:

    Der Artikel in der Zeit war sehr liebevoll und aufklärend geschrieben. Wird er relativiert? Nein. Bei überschäumenden Temperament ging auch früher auch schon mal was daneben.

    Im Fussball musste man vieles einstecken, als das Fernsehen noch nicht so genau hinsehen konnte. Ein Italiener, Gentile war als hart bis brutasl bekannt war, wurde gerne zu Abschiedspielen eingeladen. Beim Spanier Camacho wartete man drauf, bis er sich Schuster annehmen würde.

    Und Paul Steiner, der Heinz Flohes (Köln) Karriere mit der Verursachung eines Beinbruchs beendete, spielte darauf beim 1. FC Köln.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service