Die Bayern sind nicht mehr die verhassten, hässlichen Sieger
In der Meisterelf stehen viele junge deutsche Spieler, Eigengewächse: Thomas Müller, Holger Badstuber, Diego Contento, dazu der wiedererstarkte Philipp Lahm, der gewachsene Bastian Schweinsteiger. Die größte kulturelle Veränderung hat sich im Tor vollzogen, dies wird nicht mehr vom verbiesterten Kahn gehütet, sondern vom bescheidenen Jörg Butt. Er schreibt die Geschichte des Fußballjahrs : Der schon abgeschriebene "Vizekusener" wird in seinem Karrierewinter Double- oder gar Triple-Sieger – und fährt nach Südafrika.
Bayerischer Wortführer ist nicht mehr Hoeneß, auch nicht Franz Beckenbauer oder Karl-Heinz Rummenigge, sondern der kauzige, aber menschenfreundliche Trainer Louis van Gaal . Er feiert einen Triumph nach dem anderen, dabei wäre er im Herbst 2009 fast entlassen worden, musste von Philipp Lahm öffentlich verteidigt werden .
Im Gegensatz zu Hitzfeld ordnet sich van Gaal nicht den Groß-Egos aus dem Vorstand unter, geht sogar auf Distanz zu ihnen. Journalisten, die den Verein seit Jahren kennen, wissen immer noch um persönliche Vorbehalte des Vorstandes gegen den selbstbewussten Holländer. Aber er hat dem FC Bayern, der bislang von der finanziellen Potenz Hoeneß' definiert wurde, eine sportliche Identität geschenkt. Nebenbei hat er die beliebte These Rummenigges und anderer widerlegt, dass deutsche Vereine wirtschaftlich zu schwach seien, internationale Erfolge zu erlangen. Offenbar mangelt es nicht an Geld, sondern an der Qualität deutscher Trainer.
Sollten die Bayern das Finale am Samstag gegen die Abwehrstrategen von Inter Mailand gewinnen, gewinnen mit ihnen die Fußballästheten. Auch würden sie der Bundesliga zur übernächsten Saison den vierten Startplatz in der Champions League sichern. Bei der WM wird Joachim Löw starke Bayern-Spieler brauchen, erst recht nach dem kapitalen Verlust Michael Ballacks . Sie sind nicht mehr die verhassten, hässlichen Sieger. Sie gewinnen nicht mehr bloß auf ihre eigenen Kosten. Dafür begeistern sie alle Fußballfans in Deutschland.
- Datum 21.05.2010 - 15:37 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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das würde sich erst ändern wenn diese Ansammlung von Unsympathen Rummenigge/Hoeneß/Breitner/Becker/Stoiber/Markwort etc sich nicht mehr mit dem Verein identifizieren geschweige denn irgendeine Position dort einnehmen.
Bei Ihrem krampfhaften versuch der Schwarz-weiß Zeichnerei sind sie deutlichst über das Ziel hinausgeschossen. Es ist schier unglaublich, was Sie von sich geben. Ich würde mir wünschen, die diffamierten Personen würden sich zur Wehr setzen.
Im Übrigen: der 4. Startplatz für die CL nächstes Jahr ist der letzte, der letzte, aber wirklich der allerletzte Grund, den Pott zu holen. Erstens brauchen WIR ihn nicht, und zweitens gibt es keine deutschen Teams, die ihn entsprechend bedienen könnten
Wie schön, wenn man in einem aktuellen Artikel gleich so viele alte Märchen wieder aufbereiten kann; allein, die Märchen werden dadurch nicht zur Wahrheit. Dieser Artikel strotzt vor sachlichen Fehlern:
1) Bayern hat 2 Platzverweise gegen Dortmund bekommen? Ja, und Dortmund auch einen und außerdem wurden in diesem Spiel 13 (!) gelbe Karten verteilt. Dieses Spiel war ein Witz, was die Kartenverteilung angeht, da waren alle der selben Meinung wie Hoeneß, der aber damals nicht "Schutz" gefordert hat, sondern von "internationaler Härte" sprach, und dass man nicht so viel pfeifen dürfe - also das Gegenteil von dem gefordert hat, was der Artikel behauptet.
2) "Bayern kauft Spieler (nur!) um die Konkurrenz zu schwächen." Dass es immer noch Leute gibt, die so etwas glauben, kann ich mir nur mit Unwilligkeit erklären. Hey, Bayern kauft Spieler, die sie gut (und bezahlbar) finden, shocking! Und nicht alle setzen sich durch, o Gott! Denkt jemand ernsthaft, Real hätte Ronaldo nur gekauft, um ManUtd zu schwächen? Hallo?
3) Bayern wird 2001 durch einen indirekten Freistoß Meister, der regelkonform gegeben wurde. Solche Freistöße werden auch heute gegeben, nur extrem selten, da die Situation auch extrem selten ist.
4) Effenberg wurde wegen dem "Stinkefinger" aus der Nati geworfen, er hat sich nicht "nationalen Pflichten verweigert". Und an der miesen EM 2000 sind auch die Bayern schuld?
usw. usf.
Kann man sich für so einen Artikel nicht wenigstens um sachliche Richtigkeit bemühen?
Dafür wird für das Jahr 2010 alles bonbonrosa gemalt. Dass van Gaal im November kurz vor dem Rauswurf stand, dementieren alle Beteiligten, die Medien behaupten es trotzdem munter weiter (ist ja auch so eine schöne Geschichte!) Und dass Hoeneß nichts mehr zu sagen hat, kann ich nicht glauben. Er hat sich nach eigener Aussage eine Redepause verordnet (und fast eingehalten), aber allmählich kommt er wieder in seine "Form" ("mit Abstand beste Mannschaft in Deutschland", etc.)
Und eigentlich hätte ich es von der ZEIT erwartet, dass sie die Distanz besitzt, den Heiligenschein um van Gaal kritisch zu sehen. Van Gaal ist ein hervorragender Trainer und mir persönlich gerade wegen seiner Arroganz und Direktheit sehr sympathisch, aber er hat auch seine Schattenseiten. In München kursiert das Gerücht, er habe Luca Toni am Ohr gezogen, weil der nicht richtig zu Tisch saß. Und van Gaals Rede auf dem Rathausbalkon ("Wir sind die Besten ... bald auch von Europa!") ist mir wegen seiner besoffenen, fast Goebbels-artigen Hybris sehr zuwider.
Gerade habe ich einen Artikel vor dem Viertelfinale gegen ManUtd. wiedergelesen, der so ziemlich das Gegenteil von dem obigen behauptet: (http://www.zeit.de/sport/...)
Hoffentlich muss die ZEIT nicht in ein paar Tagen oder Monaten wieder eine Art Gegendarstellung schreiben.
was den derzeitigen FC Bayern auszeichnet ist eine Rückkehr zu alten Tugenden. Im Übrigen etwas was ich persönlich seit Jahren jedem Bundesligaverein (und nicht nur) dringend empfehle, nämlich auf den eigenen Nachwuchs zu setzen.
Wer erinnert sich nicht an die glorreiche Mannschaft der 70iger Jahre. Beckenbauer, Müller, Maier, Schwarzenbeck und, und und...Franz Beckenbauer ist das größte und beste Beispiel. Aus dem eigenen Nachwuchs zum absoluten Weltstar, zu einem der besten, wenn nicht dem besten Fußballer aller Zeiten. Warum? Weil man auf die jungen Leute gesetzt hat, ihnen die Chance, die Möglichkeit gab, an den Aufgaben zu wachsen und zu reifen.
Dies ist es was van Gaal auszeichnet. Er greift diesen Weg wieder gezielt und mit Nachdruck auf. Im Kontext mit gestandenen Weltklassespielern von außen, hat man eine wunderbare, zukunftsträchtige Mischung.
Diese Strategie ist es, die den aktuellen FC Bayern so attraktiv und symphatisch macht, weil sie gleichzeitig dazu führt, den deutschen Fußball, deutsche Fußballer nach vorne zu entwickeln.
Na, zur Zeit ist ja auch alles in Ordnung für die Bayern. Die klare Nr. 1 in Deutschland. Und nach einigen Jahren auch wieder sehr erfolgreich auf der europäischen Ebene. Da kann man schon mal nett sein.
Den Lackmustest, ob hier wirklich ein Wandel stattgefunden hat, gilt es allerdings noch zu erbringen. Speziell Herr Hoeneß wird im fortgeschrittenen Alter wohl kaum noch aus seiner Haut können. Läuft es für seinen geliebten Verein irgendwann mal wieder nicht ganz so rund, dann wird auch die Abteilung Attacke, inklusive schwerster Lobby- und Pressure-Arbeit, wieder aktiv. Da würde ich doch glatt alles, was ich an schwächelndem Euro auf dem Konto habe, drauf setzen.
Was will mir Herr Fritsch mit diesem Artikel sagen? Kauft alle Robben-Trikots und abonniert Sky? Denn die Bayern sind jetzt lieb, konform und zum kuscheln da und die Gegner freuen sich mit ihnen über Siege?
Der FC Bayern ist und bleibt eine Geldfabrik. Alle loben sie jetzt in den Himmel, doch wo wären sie, hätten sie nicht kurzfristig ordentliche 25 Mio für Robben hingeblätte. Die Geschäftsgebahren sind demnach immer noch die selben.
Und dann die Lobgesänge. Diese "sympatischen" Bayern nervten nach dem Pokalfinale mit der peinlichsten Performance die in sportlicher Hinsicht je über deutsche TV-Schirme flimmerte. Sie werden heute abend gewinnen und klar bin ich dann auch für sie. Aber im Vergleich zu 2001 Herr Fritsch sind sie nur noch mehr zum Symbol des arroganten Deutschen geworden.
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