"Jeder Mensch hat irgendwo seinen eigenen Kerker"
Als Buschbaum 2007 bekannt gab, sich einer geschlechtsangleichenden Operation zu unterziehen, veröffentlichte er eine Presseerklärung. Die Folge: Tagelang belagerten Reporter sein Haus und lungerten den Nachbarn auf. "Das fand ich dreist", sagt Buschbaum, der die Rollläden herunter ließ und für eine Woche verschwand. Trotzdem hat er sich entschlossen, seine Geschichte zu veröffentlichen.
ZEIT ONLINE: Wann um warum haben Sie sich entschieden, dieses Buch zu schreiben?
Buschbaum: Ausschlaggebend war mein erstes psychologisches Gespräch. Ich habe mich so geärgert, wie viele Formalitäten man für die Geschlechtsangleichung erfüllen muss. Ich hatte keine Zeit. Für mich war längst alles klar: Ich wollte endlich meinen neuen, richtigen Körper. Der Psychologin habe ich einen langen Brief geschrieben in dem ich ihr so direkt wie man nur sein kann beschrieb, was für Freundinnen ich hatte, wie ich mein Leben bisher gestaltet hatte und dass es eigentlich ein ganz normaler Werdegang vom Jungen zum Mann war. Bis auf die Tatsache, dass ich im Sport auf dem falschen Platz gespielt habe.
ZEIT ONLINE: Bis zum Buch ist es von dort noch ein weiter Schritt.
Buschbaum: Das Buch habe ich dann aber in erster Linie nicht für die Menschen geschrieben, sondern für meine Freunde. Weil die mich in der Vergangenheit vielleicht nicht immer verstanden haben. Wenn wir am Strand waren und ich nicht die Freude zeigen konnte, die ich gern gezeigt hätte. Weil ich mich im falschen Körper fühlte.
ZEIT ONLINE: Ging es Ihnen nicht auch allgemein um Aufklärung?
Buschbaum: Doch, natürlich. Es gab wenig Informationen und Anlaufstellen zum Thema. Es gab viele Menschen, die nichts darüber wussten und Angst davor hatten. Dabei ist Transsexualität ganz natürlich. Die Natur kreiert alles. Ich habe viel Post bekommen. Auch von ganz normalen Ehepaaren. Es geht eben nicht nur um das Thema Transsexualität. Jeder Mensch hat irgendwo seinen eigenen Kerker, in dem er sich unterordnen muss. Egal ob der Gesellschaft, dem Arbeitgeber, der Familie. Seelische Zufriedenheit ist nichts, was man mit Geld kaufen kann, sondern sich nur mit Mut erarbeiten kann.
Das Gespräch führte Daniel Drepper
Das Buch "Blaue Augen bleiben blau" ist Mitte März im Fischerverlag erschienen. Die 252 Seiten Hardcover kosten 17,95 Euro.
- Datum 17.05.2010 - 10:52 Uhr
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Guter Artikel über einen wunderbaren Menschen. Ich bin (als weibliches Wesen) selbst von diesem Thema betroffen. In der Kindheit hieß es, an dir ist ein Junge verloren gegangen. An der Uni sagte ein Psychologe, sie haben bisher wie ein Mann gelebt. Das hat mich nicht wirklich belastet. In der Öffentlichkeit wurde ich bis Ende 30 oft als schöner junger Mann angesehen, trotz weiblicher Rundungen. Oft dachte ich, die Leute haben Tomaten auf den Augen. Als Glück empfinde ich die Entwicklung der Mode, daß Frauen Hosen tragen können. Tragischer ist es sicher für Männer, die sich als Frau empfinden. In meinem Beruf als Anwältin fühle ich mich akzeptiert, allerdings hätte ich als Mann in diesem Beruf sicherlich mit weniger Vorurteilen zu kämpfen. In meinem Liebesleben habe ich ähnliche Erfahrungen wie Balian gemacht. Ich selbst würde mich nie umoperieren lassen wollen. Ich fühle mich weder als Frau noch als Mann, aber das können sicherlich viele andere auch sagen. Der weibliche Körper gehört zu mir, wie die Vielfalt der Empfindungen, die Sensibilität wie auch die gemeinhin eher Männern zugeschriebene Tatkraft und Geistestätigkeit. Letztere beiden Eigenschaften finde ich, gehören auch zu Frauen, alles andere ist Vorurteil. Ich meine auch, daß die soziale Aufteilung in Mann und Frau für die Gesellschaft zwar praktisch ist, unserem Gemeinwesen aber eine wohltuende Vielfalt nimmt. Wäre es nicht besser, wir würden alle nach dem Motto leben, jeder solle nach seiner Facon selig werden?
Gut das dieses Thema und dieses Gespräch mit B. Buschmann hier zu finden ist. Selten genug wird dieses Thema seriös und offen behandelt.
Im falschen Körper zu leben und den Willen zu haben dieses zu verändern, erfordert viel Kraft, Energie und Mut.
Von der Gesellschaft kaum wahr genommen und wenn erkannt dann lieber verschwiegen...denn es darf ja nicht sein - was "Gesellschaftlich" nicht sein kann.
Jeder Mensch hat das Recht so zu leben wie er es mag selbst wenn es einer "Verwandlung" bedarf - das wichtigste ist doch das er sich am Ende selbst findet und so wahrnehmen kann - wie er wirklich fühlt. Für eine größere Akzeptanz in in der Gesellschaft bedarf es mehr Aufklärung und mehr Öffentlichkeit - also bitte mehr solcher Artikel.
Der meistgelesene Artikel mit zwei Kommentaren.... auch eine Art der Aussage...
"sprang bei den Olympischen Spielen in Sidney"
Die Stadt heißt Sydney mit zwei (!) Ypsilon.
...und die Russen schreiben Sidneij. Na und?
ein seriöser artikel zum einem sehr ernsten thema
und sie haben nix besseres zu tun, als zu klugscheißen …
herr, wirf hirn herunter.
p.s. fühlen sie sich jetzt wenigstens besser?
...und die Russen schreiben Sidneij. Na und?
ein seriöser artikel zum einem sehr ernsten thema
und sie haben nix besseres zu tun, als zu klugscheißen …
herr, wirf hirn herunter.
p.s. fühlen sie sich jetzt wenigstens besser?
...und die Russen schreiben Sidneij. Na und?
ein seriöser artikel zum einem sehr ernsten thema
und sie haben nix besseres zu tun, als zu klugscheißen …
herr, wirf hirn herunter.
p.s. fühlen sie sich jetzt wenigstens besser?
Frage des Filmemachers Eichinger an einen - um das richtige Wort zu gebrauchen - angeglichenen Mann (früher Frau):
"Und wie findet jetzt bei Ihnen der Sex statt.... so ohne Penis?"
Oder kriegt man das, den Penis, heute auch schon hin, von Vorhandensein bis zur vollen Funktionalität (Orgasmus, Zeugungsfähigkeit)?
Fragen, Fragen, aber Antworten?
Das geht, so weit ich weiß, tatsächlich. Ganz gut erklärt in folgendem Interview des Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.d...
Das geht, so weit ich weiß, tatsächlich. Ganz gut erklärt in folgendem Interview des Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.d...
Ich entschuldige mich im Vorfeld für diese Spitzfindigkeit: Buschbaum lebt immer noch in demselben Körper, wie vorher.
Es ist natürlich immer noch derselbe Körper, aber jetzt ist er eben nicht mehr falsch.
Ist doch schön, dass es für ihn so gut gelaufen ist!
Ich stimme ihnen zu. Hätten sie es in einem Artikel so geschrieben, hätte ich vermutlich ebenfalls gereizt reagiert (vgl: http://badhairdaysandmore... ), so aber haben sie sich als Interviewer in die Postition der breiten Allgemeinheit gegeben und damit gleichzeitig Herrn Buschbaum die Möglichkeit gegeben, die Dinge klar zu stellen. Es ist ja gerade das Problem, das nur zu gerne über, aber nicht mit transsexuellen Menschen gesprochen wird.
Ich möchte ihnen sogar gratulieren, denn der Text in der Infobox zu Transsexualität zeigte mir, dass sie Recherchiert haben. Er enthält aber dennoch einen Fehler:
Im Unterschied zur Intersexualität, bei der beide Geschlechter vorhanden sind.
Es gibt kaum eine intersexuelle Kondition, bei der dies zutrifft. Meist stehen Betroffene körperlich zwischen den Geschlechtern, nicht gleichzeitig an zwei Enden. Eine der wichtigsten Organisationen benennt sich demmentsprechend auch Konsequent: http://blog.zwischengesch...
Es ist natürlich immer noch derselbe Körper, aber jetzt ist er eben nicht mehr falsch.
Ist doch schön, dass es für ihn so gut gelaufen ist!
Ich stimme ihnen zu. Hätten sie es in einem Artikel so geschrieben, hätte ich vermutlich ebenfalls gereizt reagiert (vgl: http://badhairdaysandmore... ), so aber haben sie sich als Interviewer in die Postition der breiten Allgemeinheit gegeben und damit gleichzeitig Herrn Buschbaum die Möglichkeit gegeben, die Dinge klar zu stellen. Es ist ja gerade das Problem, das nur zu gerne über, aber nicht mit transsexuellen Menschen gesprochen wird.
Ich möchte ihnen sogar gratulieren, denn der Text in der Infobox zu Transsexualität zeigte mir, dass sie Recherchiert haben. Er enthält aber dennoch einen Fehler:
Im Unterschied zur Intersexualität, bei der beide Geschlechter vorhanden sind.
Es gibt kaum eine intersexuelle Kondition, bei der dies zutrifft. Meist stehen Betroffene körperlich zwischen den Geschlechtern, nicht gleichzeitig an zwei Enden. Eine der wichtigsten Organisationen benennt sich demmentsprechend auch Konsequent: http://blog.zwischengesch...
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