Schach-WMRemis in der 7. Partie

Nach einem weiteren Remis hat Titelverteidiger Viswanathan Anand seinen Ein-Punkt-Vorsprung bei der Weltmeisterschaft in Sofia behauptet. von dpa

Viswanathan Anand Vesselin Topalov Schach-WM Bulgarien

Im Duell zwischen Viswanathan Anand und Vesselin Topalov liegt der Inder Anand vorn  |  © Dimitar Dilkoff/Getty Images

Der Inder Anand konnte am Montag in der siebten Partie seinen Vorteil der weißen Figuren gegenüber seinem Herausforderer Wesselin Topalow nicht nutzen: Das Spiel endete nach 58 Zügen remis, Anand führt 4:3.

Der Bulgare hatte mit Schwarz zum ersten Mal die Damenindische Verteidigung gewählt und sich um ein aktives Spiel bemüht. Der spannende Kampf dauerte fast fünf Stunden. In der 8. Partie am Dienstag hat Topalow Weiß.

Die 7. Partie wurde symbolisch von Ex-Weltmeister Anatoli Karpow eröffnet, der in Sofia als Ehrengast weilt. Der 58-Jährige will in diesem Herbst bei den Wahlen zum FIDE-Präsidenten antreten und den derzeitigen Amtsinhaber, Kirsan Iljumschinow aus Russland, beerben. In Sofia warf Karpow der gegenwärtigen Führung des Weltschachbundes Konzeptionslosigkeit und dubiose Geschäftsgebaren vor.

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Leserkommentare
  1. Eigentlich gruselt es mich beim Schach niemals, mir gefallen schärfste Peperoni-Varianten auf meinem Brett. Was ich jedoch angedonnert in der ersten Stunde auf dem Server erlebt habe, erinnerte mich stark an Fritz Langs Film "Das Testament des Dr. Mabuse". Wie aufgezogen, in aggressiver Trance sprangen die schwarzen Figuren in diesem Bogo-Inder (nicht Damenindisch! Nein, Jefim Bogoljubov war der Autor dieser Eröffnung, ein wahrer Elefant am und auf dem Brett) hinein in die weiße Stellung, drückten sie ein, mischten sie auf, opferten sich für ihren Meister ("Mein einziger Herr und Gebieter ist Dr. Mabuse"), der in rasender Geschwindigkeit seine ersten 20 Züge abspulte wie ein ... Schach-Automat. Deutlicher konnte die perfekte Heimvorbereitung gar nicht präsentiert werden - alles im Hexenkabinett ausgekocht. Zugleich war die Partie aber frei von Fehlern (über Chancen und Nuancen anderer Varianten wird sicherlich noch zu diskutieren sein - wo ist der weiße Aufschlagvorteil geblieben?), so daß dieses Gänsehaut-Remis beweist: Der Champ wird noch schwer zu kämpfen haben, der Herausforderer dreht auf und hoch.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa
  • Schlagworte Viswanathan Anand | Herbst | Remis | Wahl | Russland | Schach-WM
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