WM 2010 Viel Lärm um Wenig
Didier Drogba sorgt mit seiner Einwechslung für den Höhepunkt des Spiels. Ansonsten tat sich im Duell zwischen der Elfenbeinküste und Portugal so gut wie nichts. Der Spielbericht
©Carl De Souza/AFP/Getty Images

Teilen sich die Punkte: Didier Drogba (l.) und Cristiano Ronaldo
Um kurz nach fünf dröhnten die Trommeln noch etwas lauter durch den Regen und den Wind, der vom Indischen Ozean herüberwehte. Der Beifall schwoll an auf ein Niveau, das von den Vuvuzelas kaum noch etwas zu hören war. Es galt, einen besonderen Moment zu feiern bei der ersten Weltmeisterschaft in Afrika. Didier Drogba, der prominenteste, beliebteste und wohl auch beste Spieler des Kontinents, verließ die Ersatzbank und lief sich warm. In der 66. Minute war es so weit: Elf Tage nach seinem Ellenbogenbruch betrat Drogba im Austausch gegen Solomon Kalou den Rasen in Port Elisabeth, um die Elfenbeinküste zu unterstützen im Spiel gegen Portugal.
Es war ein symbolischer Einsatz, der den Ivorern Hoffnung machte auf mehr. Wenn es schon ohne den Weltstar vom FC Chelsea zu einem reichte 0:0 gegen den WM-Vierten Portugal, dann ist in den anschließenden Vorrundenspielen der Gruppe G gegen Brasilien und Nordkorea auch die Qualifikation fürs Achtelfinale möglich.
So blieb als Erkenntnis des ersten Gipfeltreffens dieser WM, dass auch Spiele ohne Tore durchaus ihren Reiz haben können. Das ist bisher gewiss noch kein Markenzeichen dieser Weltmeisterschaft, aber dieses Spiel am Dienstag zwischen Portugal und der Elfenbeinküste zeigte, was noch alles möglich sein kann in den kommenden Wochen Südafrika. Portugiesen und Ivorer attackierten einander auf hohem, wenn auch gewiss noch steigerungsfähigem Niveau. Und natürlich machte in Abwesenheit von Drogba machte zunächst Portugals Weltstar das Nelson-Mandela-Bay-Stadion zu seiner Bühne.
Cristiano Ronaldo zeigte manche Mätzchen, aber auch viele wunderschönen Dinge, die diesen mit allen Gaben gesegneten Fußballspieler nun mal zu einem ganz besonderen machen. Schon nach ein paar Minuten lief er Didier Zakora so unwiderstehlich davon, dass der Verteidiger vom FC Sevilla beim Hinterhereilen nur noch die Beine des Weltstars traf und sich dafür die Gelbe Karte abholte. Seinen spektakulärsten Auftritt hatte der Stürmer von Real Madrid mit einer der für ihn so charakteristischen Körpertäuschungen. Ronaldo schob sich den Ball hinter dem linken Standbein auf den rechten Fuß und narrte damit die gesamte ivorische Abwehr, die hilflos mit ansah, wie der Portugiese den Ball aus gut 30 Metern halbhoch an den linken Pfosten des Tores drosch.
Ronaldo stand typisch für das Portugals Spiel, das sehr viel gemein hatte mit dem, was das Klischee zumeist afrikanischen Mannschaften zuschreibt: sehr viel Kleinkunst am Ball, hübsch anzuschauen, aber geprägt auch von einer hohen Fehlerquote, vor allem wenn Danny, Deco oder eben Ronaldo am Ball waren.
Im Vergleich dazu kam das Team der Elfenbeinküste eher europäisch daher. Zurückhaltend in der Spielanlage, aber versiert im Passspiel, interpretiert von exzellenten Einzelkönnern wie Den Bründern Yaya und Kolo Touré, Gervinho oder Aruna Dindane. Dazu scheuten die Ivorer auch nicht die körperliche Auseinandersetzung – wie es sich gehört für eine Mannschaft, die den Kampfnamen „Die Elefanten“ trägt. Als Guy Demel den Irrwisch Ronaldo einmal am Fuß erwischte, der Schiedsrichter nicht pfiff und der Portugiese eine abwertende Geste andeutete, da sah er sich sofort umringt von vier Gegnern, sie dürften ihn gewiss nicht Freundlichkeiten zugeflüstert haben. Schiedsrichter Jorge Larios, als Uruguayer dem körperbetonten Spiel nicht abgeneigt, zeigten Demel und Ronaldo jeweils die Gelbe Karte.
Portugal hatte weiterhin mehr vom Spiel, auch als Drogba endlich mitmachen durfte, den Ellenbogen geschützt von einer Bandage, die der Weltverband Fifa vor dem Spiel eigens genehmigt hatte. Der Weltstar kämpfte noch mit Anpassungsproblemen und hatte seine auffälligste Szene, als er einmal als halbwegs aussichtsreicher Position über den Ball schlug. Aber er ist angekommen im Turnier, und das für die Weltmeisterschaft und vor alle für Afrika von kaum abschätzbarem Wert.
Erschienen imTagesspiegel
- Datum 15.06.2010 - 18:14 Uhr
- Quelle Tagesspiegel
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Werden die Artikel hier eigentlich nach dem Verfassen nicht noch mal auf Fehler überprüft, oder warum stolpere ich sonst alle 2 Zeilen über Sätze mit fehlenden Wörtern oder falschem Satzbau??
Aber warum sollten Sportjournalisten auch schreiben können?
In jedem Fall, danke für den SEHR amüsanten Artikel! :-)
Aber warum sollten Sportjournalisten auch schreiben können?
In jedem Fall, danke für den SEHR amüsanten Artikel! :-)
Nach dem gefühlt 200 hundertstem Treffer „auf“, nun ja im weitesten Sinne zumindest, des Portugiesische Tor hätte man ein es der Mannschaft der Elfenbeinküste wirklich gegönnt das einer der beteiligten den Ball im ungünstigsten Winkel zufällig auf den Falschen Fuß im gezielten vorwärts Marsch unbeabsichtigt ins Tor längt.
Ein tolles Spiel in dem im Vorfeld unter den Mannschaften die stille Vereinbarung getroffen wurde das Mittelfeld zur Neutralen Zone, in dem nicht gespielt wird, mit alles Brutalität für die Zuschauer umzusetzen.
Ich freue mich zu mindestens schon auf das Spiel heute um 20 Uhr 30 und hoffe auf eine Bomben Stimmung. Die 104 Plätze unterschied der Fifa Rangliste werden, sieht man die vorrangegangen WM Spielen keinerlei Auswirkung auf die aktuellen Eröffnungsspiele haben, so viel konnte man aus den letzten 13 WM Spielen lernen.
Aber warum sollten Sportjournalisten auch schreiben können?
In jedem Fall, danke für den SEHR amüsanten Artikel! :-)
Diese WM ist in etwa so unterhaltsam wie Golfen ohne Löcher oder Tennis ohne Ball... Wenn ich nicht wüsste, dass es auch anders geht würde ich die Welt verrückt halten so einen "Sport" toll zu finden...
Steht es nach 45 Minuten 0:0, dann sollte ein Mini-Elfmeter-Schießen mit zwei Elfmetern pro Mannschaft stattfinden, bevor die Spieler zum Pausentee gehen. Dann hätte das Publikum wenigstens ein bisschen was zu sehen bekommen.
In der Tat sind die ersten Spieltage eine einzige Enttäuschung. Es dominieren die Unentschieden, entweder torlos oder 1:1.
Auch bei diesem Spiel gingen die ersten Minuten ganz gut los und man macht es sich im Fernsehsessel (oder auf dem Sitzkissen) gemuetlich...
...und spaetestens nach 20 Minuten schwant einem, dass hier nicht viel passieren wird.
In der Bundesliga habe ich bessere Spiele gesehen, aber man muss v.a. den Portugiesen zugute halten, dass ihre Abwehr sehr gut sortiert ist, fast schon "italienisch". Aber solche defensiven Mannschaften schaue ich mir eben nicht gerne an...
Spaetestens nach diesem Spiel fasste ich den Entschluss, dass ich aus der Vorrunde mehr oder weniger aussteige. Deshalb habe ich bereits auf das Spiel von Brasilien verzichtet.
Ich freue mich aber schon auf Spanien, denn von dieser Mannschaft erwarte ich viel.
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