Schiedsrichter bei der WM Fifa will über Videobeweis diskutieren
Bislang sperrte sich die Fifa gegen technische Hilfe für die Schiedsrichter. Doch die vielen Fehlentscheidungen setzt sie unter Druck. Sie will zumindest darüber reden.
© Cameron Spencer/Getty Images

Der Ball war drin: Deutschlands Torhüter Neuer bestaunt das nicht gegebene 2:2 von Englands Lampard
Frank Lampards Tor gegen Deutschland – nicht gegeben. Carlos Tevez' Treffer aus deutlicher Abseitsposition gegen Mexiko – er zählte trotz heftiger Proteste. Diese beiden Szenen aus den WM-Achtelfinals vom Wochenende haben die Diskussion um technische Hilfsmittel im Fußball neu entfacht. Nun hat sich auch der Fußball-Weltverband Fifa, bislang ein Gegner derartiger Vorhaben, in die Debatte eingeschaltet und Dialogbereitschaft signalisiert. "Es wäre unsinnig, sich darüber keine Gedanken zu machen. Wir müssen dieses Thema wieder diskutieren", sagte Fifa-Präsident Joseph Blatter in Johannesburg.
Ein erstes Gespräch mit den Mitgliedern des International Football Association Boards (IFAB) soll es bei einem Meeting Mitte Juli in Cardiff geben. Befürworter der technischen Unterstützung für die Schiedsrichter hatten in der Vergangenheit einen Videobeweis wie im Eishockey vorgeschlagen. Auch die Einführung des sogenannten Chip-Balls, der nach Passieren der Torlinie ein Signal sendet, steht zur Diskussion.
Eine schnelle Umsetzung etwaiger neuer Regelungen schloss die Fifa allerdings aus. "Wir können nicht für zehn Spiele etwas ändern", sagte der Schweizer mit Blick auf das laufende Turnier in Südafrika.
Für die betroffenen Teams aus England und Mexiko sind die Aussagen des Fifa-Boss' ein schwacher Trost. Blatter entschuldigte sich für die schlechten Schiedsrichter-Leistungen. "Ich habe ihnen gesagt: Es tut mir leid, was geschehen ist", sagte der Fifa-Chef. Beide Mannschaften waren aus dem Turnier ausgeschieden – England verlor gegen Deutschland mit 1:4 , Mexiko unterlag Argentinien 1:3 .
- Datum 29.06.2010 - 14:28 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 15
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an einem Fussballspiel zerstören: Die Unwägbarkeit!
an einem Fussballspiel zu erhalten: die Fairness!
Fehlt nur noch die nachträgliche Ergebniskorrektur aller bisher und in Zukunft aufgenommenen Fussballspiele.
Die Fifa sagte bisher das von A-Jugend bis Championsleague die selben Regeln gelten. Finde ich vernünftig.
"Fussball" findet nicht in einem "sportlichen Reinraum" statt. Und sollte es auch nicht.
Man sollte sich ansehen was aus der Formel 1 geworden ist, nachdem sie mit "Neuen vernünfitgen Regeln" ankam.
will hier grundlegende regeln ändern. es geht doch lediglich darum, solche groben patzer zu verhindern, die ein schönes spiel kaputt machen. mich würde es schon ärgern, wenn deutschland am ende im finale steht und aufgrund von schiriaussetzern ohne titel nach hause kommt. und dass der spielfluss durch den videobeweis kaputt gehen soll halte ich für unfug. in anderen sportarten gibts das schon lange.
Nur wer noch nie von einer Elektronik in den Wahnsinn getrieben wurde, kann den Chip im Ball in Erwägung ziehen. Ich sehe schon deutlich den Schiedsrichter vor mir, der wegen des Chips ein Tor geben muss, obwohl alle Welt gesehen hat, dass der Ball nicht drin war. Und der Videobeweis? Im Fall Neuer vielleicht ganz nett. Aber was ist mit den Bällen, die die Linie zu dreiviertel oder zu neunzehntel, aber eben nicht hunderprozentig überschritten haben? Es wird darüber immer Streit geben, den kann man mit keiner Technik aus der Welt schaffen.
würde nicht beeinflusst werden. Da es sich um Situationen handelt, welche so oder so eine Unterbrechung nach sich ziehen (TOR!!!).
Man schaue sich die lange Diskussion und Rudelbildung beim MEx-ARG Spiel an. Diese Motivation würde dann jegliche Grundlage fehlen, wenn ein Blick auf einen Bildschirm möglich wäre.
Siehe Eishockey!
Sie schreiben:
Der Spielfluss würde nicht beeinflusst werden, da es sich um Situationen handelt, welche so oder so eine Unterbrechung nach sich ziehen (TOR!!!).
Können sie einem Laien erklären, wieso "kein Tor" eine Unterbrechung nach sich?
Sie schreiben:
Der Spielfluss würde nicht beeinflusst werden, da es sich um Situationen handelt, welche so oder so eine Unterbrechung nach sich ziehen (TOR!!!).
Können sie einem Laien erklären, wieso "kein Tor" eine Unterbrechung nach sich?
auf Verdacht abpfeifen.
Wenn der Ball auf die Linie prallt, dann muss der Schiedsrichter das Spiel unterbrechen, um sich das Video anzugucken. Dadurch wird (wenn sich der Verdacht nicht bestätigt) entweder der angreifenden Mannschaft die Chance auf Nachschuss genommen oder der anderen Mannschaft die Chance auf einen Konter.
Ich freue mich auch schon auf die neuen Diskussionen bei Abseitsstellungen. A passt zu B, welcher potentiell im Abseits steht, der passt zu C (nicht im Abseits) welcher zurück zu A passt und A schießt ins Tor. Muss der Schiedsrichter das Video so weit zurücklaufen lassen? Muss er am Monitor entscheiden, ob das Abseits in der selben Spielsituation war, oder ob das Tor aus einer neuen Spielsituation entstanden ist und somit zwar nicht regulär aber nicht revidierbar ist.
Vermutlich wird der Videobeweis irgendwann kommen. Das dadurch Spiele gerechter werden bleibt aber eine Illusion.
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