Otto Rehhagels Ära als Trainer der griechischen Fußball-Nationalmannschaft ist nach Informationen von kicker.de beendet. Der 71 Jahre alte Coach verabschiedete sich nach dem Vorrunden-Aus der Hellenen bei der Weltmeisterschaft in Südafrika von seinem Team.

Er habe Verbandschef Sofoklis Pilavios bereits über seinen Abschied informiert, berichtete die Online-Ausgabe des Fachmagazins. "Es waren neun herrliche Jahre, doch alles Schöne hat mal ein Ende. Der Kreis schließt sich heute und ich freue mich, mit Euch so viel erreicht zu haben", sagte Rehhagel vor versammelter Mannschaft.

Der ehemalige Bundesliga-Coach hatte die Griechen vor neun Jahren übernommen. Damals rangierte das Team auf Platz 66 der Weltrangliste. "Jetzt sind wir 13. Das war schon ein Haufen Arbeit", sagte Rehhagel.

2004 hatte Rehhagel die Griechen mit taktischer Finesse und deutscher Disziplin sensationell zum EM-Titel geführt.

2006 verpasste er die Teilnahme an der "Heim-WM" in Deutschland, zwei Jahre später ereilte die Griechen das EM-Aus in der Vorrunde.

Bei der WM 2010 scheiterte der gebürtige Essener mit seinem Gefolge erneut in der Gruppenphase. Gegen Argentinien nutzte Rehhagels massiv kontrollierte Defensive am Dienstag auch nichts.

Nach Spielende verharrte Rehhagel noch einige Momente mit den Händen in den Taschen an der Seitenlinie, während sein argentinischer Kollege Diego Maradona schon längst wieder auf "Knutschtour" auf dem Platz umhersprang. "In einer Liga kann man manches gut machen. Hier geht das nicht, jeder Fehler wird schwer bestraft", sagte Rehhagel.

Werder Bremen hatte Rehhagel in der Bundesliga zu zwei deutschen Meisterschaften (1988, 1993), zwei Pokalsiegen (1991, 1994) und 1992 zum Gewinn des Europapokals der Pokalsieger geführt. Mit dem 1. FC Kaiserslautern stieg er auf und holte 1998 direkt den Meistertitel – ein Novum in der Fußballgeschichte.

Nur beim deutschen Rekordmeister Bayern München konnte Rehhagel nicht richtig Fuß fassen. Kurz vor dem UEFA-Cup-Finale 1996 wurde er entlassen und durch Franz Beckenbauer ersetzt.

Als Kandidaten für seine Nachfolge in Griechenland handeln die heimischen Blätter bereits den Portugiesen Fernando Santos.