Die vor der WM 2010 oft geäußerten Befürchtungen zur Sicherheitslage in Südafrika haben sich bereits in den ersten Tagen der Fußballweltmeisterschaft bewahrheitet. Nach Überfällen auf Journalisten aus Spanien, Portugal, Korea und China ist nun auch der WM-Reporter von ZEIT ONLINE, Steffen Dobbert, Opfer eines Raubüberfalls geworden. Unser Kollege blieb zum Glück unversehrt. 

Auf der Rückfahrt von einem Public Viewing im SuperSport-Park in Centurion, einem Stadtteil von Pretoria, wurde der Redakteur am frühen Freitagabend an einer Tankstelle überfallen. Die Täter nahmen ihm seine gesamte Reporterausrüstung ab sowie sein Portemonnaie. Die Polizei in Pretoria hat bisher keine Hinweise auf die Identität der Täter.

"Wir sind über diesen Vorfall sehr bestürzt. Vor allem aber sind wir dankbar, dass unser Kollege unversehrt geblieben ist. Wir hoffen inständig, dass diese WM nicht von weiteren Vorfällen dieser Art überschattet wird", sagt Wolfgang Blau, der Chefredakteur von ZEIT ONLINE.

Schon in der Nacht zum Mittwoch waren zwei portugiesische und ein spanischer Journalist in ihren Hotelzimmern in den Magaliesbergen, unweit des WM-Spielortes Rustenburg ausgeraubt worden. Die Journalisten blieben ebenfalls unverletzt. In diesem Fall gibt es bereits einen ersten Fahndungserfolg. Vier Personen wurden festgenommen.

Polizeiminister Bheki Cele hofft, dass die schnelle Reaktion der Sicherheitskräfte "das Vertrauen wiederherstellt" und die WM-Gäste "dieses wundervolle Land und das schöne Spiel genießen können". Die Festnahme der Verdächtigen habe zur Sicherstellung der meisten gestohlenen Gegenstände geführt, berichtete Celes Sprecherin Nonkululeko Mbatha.

Nach einem Bericht der Beijing News vom Donnerstag wurden auch vier chinesische Reporter im Auto überfallen. Ersten Aussagen zufolge hatten die Medienvertreter auf dem Rückweg von einem Interview am Straßenrand angehalten. Die Räuber erbeuteten einen geringen Geldbetrag und Ausrüstungsgegenstände. Verletzt wurde bei dem Überfall nach ersten Angaben niemand. Auch ein Mitarbeiter eines südkoreanischen TV-Senders soll nach Angaben der südafrikanischen Zeitung Beeld in Johannesburg ausgeraubt worden sein.

Bereits Dienstagnacht war die griechische Nationalmannschaft Opfer eines Diebstahls geworden. Unbekannte brachen in die Zimmer von drei Spielern im Beverly Hills Hotel in Umhlanga Rocks bei Durban ein und stahlen rund 1600 Euro. Das teilte die südafrikanische Polizei am Donnerstag mit.

Südafrikas Regierung mahnte am Donnerstag die WM-Touristen erneut zur Vorsicht. "Wir appellieren an Bürger und Besucher, vorsichtig zu sein, um ihrer eigenen Sicherheit willen", sagte Regierungssprecher Themba Maseko. 190.000 Polizeibeamte seien derzeit in Südafrika imEinsatz, 40.000 von ihnen nur zum Schutz der WM abgestellt.