Deutschland - Australien Deutschland im Retro-Sound

Beim Auftaktsieg gegen Australien erinnert im deutschen Team vieles an die WM 2006. Doch der beste Mann ist neu und trägt einen Namen von historischem Klang. Von Moritz Müller-Wirth

Ließen den Mono-Ton der Vuvuzelas im Nu vergessen: Philipp Lahm, Per Mertesacker, Thomas Müller und Arne Friedrich

Ließen den Mono-Ton der Vuvuzelas im Nu vergessen: Philipp Lahm, Per Mertesacker, Thomas Müller und Arne Friedrich

Während oben rechts auf dem Bildschirm die Uhr bis zum Anpfiff des ersten Spiels der deutschen Mannschaft runter läuft, als stünde der Start von Apollo 11 bevor, findet Oliver Kahn die Antwort auf die Frage aller Fragen vor dem Spiel: "Mentale Stärke ist gefragt", spricht der ZDF-Experte. Nicht für das Match gegen Australien, nein, für den optimalen Umgang mit dem dröhnenden Dauerton der bunten Plastiktröten bringt der Titan a.D. mit Stöpseln im Ohr den Kopf ins Spiel.

Es scheint in diesen ersten Tagen, als hätte das landestypische Blasinstrument "Vuvuzela" mit ihrer phonetischen Überlegenheit das Rennen um die Hoheit der Themen dieser Weltmeisterschaft in Südafrika nach Tönen gewonnen.

Die folgenden 90 Minuten von Durban lassen dann aber den Mono-Ton der Vuvuzelas im Nu vergessen. Rhythmischer Retro-Sound ist angesagt, Sommermärchen-Blues, Jahrgang 2006. Erst schießt einer der damaligen Helden schlechthin, Lukas Podolski, dem australischen Torwart mit links fast die Pranke ab – und es steht 1:0 für Deutschland.

Moritz Müller-Wirth
Moritz Müller-Wirth

Moritz Müller-Wirth ist Mitglied der Chefredaktion der ZEIT. Er begleitet die deutsche Nationalmannschaft, seit das Trainerteam Jürgen Klinsmann/Joachim Löw das Team 2004 übernahm. Sein Patenamt versieht er daher mit der gebotenen journalisitischen Unabhängigkeit. Die WM in Südafrika beobachtet er aus der heimatlichen Ferne. Im wirklichen Leben ist er Fan des Karlsruher Sport Clubs.

Wenige Augenblicke später: Philipp Lahm, der im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica der Heim-WM vor vier Jahren mit dem ersten deutschen Treffer das Signal zum Aufbruch in vier tortrunkene Fußballwochen gesetzt hatte, flankt aus dem rechten Halbfeld und Miroslav Klose, Schützenkönig von 2006, köpft ein – 2:0. Pause. Zwei weitere Treffer sollen noch folgen, am deutschen Dirigentenpult, auch in Halbzeit zwei: Bastian, 2006 noch als "Schweini" geführt, heute zum Schweinsteiger gereift.

Doch nicht nur nach vorne geht es im 2006er-Rhythmus, auch in der Defensive werden Erinnerungen wach: Rein rechnerisch sind drei der vier Akteure aus dem Eröffnungsspiel 2006 gegen Costa Rica auch im aktuellen Verteidigerverbund mit von der Partie: Philipp Lahm (rechts, in der Rolle des Lahm), Per Mertesacker (zentral, als Mertesacker), Arne Friedrich (zentral, als Christoph Metzelder).

Ergänzt durch den bayerischen Novizen Holger Badstuber (links) verströmt die Viererkette im Auftaktspiel jenes für das gesamte 2006er-Turnier kennzeichnende Gefühl, dass da – aus der Sicht der gegnerischen Stürmer  – immer was geht. In den ersten fünf Minuten wäre das deutsche Team darob beinahe in Rückstand geraten und auch im weiteren Verlauf des Spiels wackelt es angesichts der wenig begabten Australien-Stürmer unverhältnismäßig doll da hinten.

  Der überragende Mann im deutschen Team trägt an diesem Abend im Übrigen den Namen Müller. Fürwahr ein Name von besonderem, von historischem Klang. Und schon einmal schlug eine deutsche Mannschaft ein australisches Team in der Gruppenphase einer Weltmeisterschaft überlegen und zu null. Statt "Vuvuzela-Terror" (ZDF-Reporter Béla Réthy) erklang damals von den Tribünen der Evergreen "Oh, wie ist das schön". Das war 1974, damals hieß das Ergebnis 3:0 und der spätere Weltmeister: Deutschland. Aber, frei nach Reporter Réthy: Hören wir auf zu spinnen!

Die WM-Paten: Jedes teilnehmende Land bekommt einen Paten aus den Redaktionen von ZEIT ONLINE, ZEIT oder extern. Die Paten porträtieren die Länderteams und schreiben subjektive Spielberichte zu den Partien ihres Teams .

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Leser-Kommentare
  1. Vor dem Anpfiff Freude und Spannung pur, grenzenloser Jubel nach dem 1:0, der sich noch 3x wiederholen sollte.
    Später auf den Straßen Autokorsos so weit das Auge reicht und natürlich die Vuvuzela.
    Traumstart für das "Sommermärchen - revisited".

  2. Nicht nur der Name Müller ist der gleiche wie 74. Auch die Glückszahl auf dem Trikot: Die 13. Die trug der Müller von damals auch.

  3. Anders als 2006 schauen meine Söhne (6/8) und deren Kumpels mit und reissen die arme sooo schön hoch :)
    Obwohl sie mir versichert haben "Der Vuvuzelalärm ist schädlich für die Ohren!"

  4. Ja, das war bisher das beste Spiel der WM. Die Art und Weise, wie das Nationalteam spielt, kommt sehr dem brasilianischen Stil nahe ..., vielleicht sogar besser?
    Fussball ist mehr als nur das Runde in das Eckige zu bringen, dass hat Jogi mit unseren Jungs gezeigt.

  5. 5. War da

    nicht noch etwas heute? Genau, der Weltstricktag!

  6. "Innerer reichsparteitag" Zitat von "Katrin Müller-Hohenstein"

    zum Tor des Polnischstämmigen Klose ????????????????????

    So langsam gehts ja Los im Deutschen Fernsehen

    Meine Bitte an alle schreibt und Tut euren Unmut "
    so ihr den denn teilt" dem ZDF kundt

    Geht ja wohl gar nicht

    Kontakt ZDF

    http://www.zdf.de/ZDFde/i...

    so jemand zu behalten

    Gruß

    Marc

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "inner Reichsparteitag" ist eine völlig übliche Redewendung dafür, Recht behalten und es allen gezeigt zu haben.
    Nicht im mindesten Autobahn!

    ist einfach nur lächerlich... Sprichwort-Buch kaufen und nachlesen! Meine Güte, diese übertriebene Politische Korrektheit in Deutschland treibt mich noch in den Wahnsinn.

    Zum Spiel: Fantastische Vorstellung, insbesondere die Offensive. Allerdings war in meinen in Augen die Defensivleistung nicht so schlecht, wie sie hier dargestellt wurde. Im Großen und Ganzen hat man nicht wirklich etwas zugelassen, lediglich 2-3 Torschüssen - das halte ich für annehmbar.

    Da müsste ich mich jeden Tag beschweren über Äußerungen in den Medien.
    Auch ich benutze den Spruch gelegentlich, wenn was gut gelaufen ist.
    Nach über 60 Jahren sollte man doch aufhören solch Sprüche kritisch
    zu bewerten. So ist der Deutsche, Komplexe und die Hose heute noch voll, und nichts gelernt. Mensch, die Katrin Müller-Hohenstein
    hat in ihrer Freude diesen Spruch gebracht, der ist heute noch
    landläufig, wurde auch von mir benutzt. Das man sich deswegen in die Hose macht und so aufregt ist mir unverständlich.
    Manche lernen schnell und manche Leute nie im Leben.
    Sind sie ausländerfeindlich, haben sie was gegen den Deutschen Klose?
    Überlegen sie doch mal - so ein Aufstand um einen Spruch -
    Ich könnte auch sagen es gibt blöde Leute, die gibts auch.

    Mensch Meier! Sie machen sich hier lächerlich... typisch traumatisierter Schuld-Kult-Anhänger.

    Frei nach dem Motto: "Autobahn geht gar nicht".

    LG

    "Innerer Reichsparteitag" läßt Sie gutmenscheln, und fordern zum Anschwärzen auf?
    Da hab ich ja sofort "Hakenkreuze im Auge"!

    Nun zum Spiel:

    Es war mal wieder ein Genuss, die Löw-Truppe in Akrtion zu sehen!

    Aber die Aussis hatten auch einen guten Spieler, den Torwart. Naja, ist ja auch ein Deutscher! LOL

    ...ist Polin, und die regt sich darüber auch nicht so künstlich auf. Wer meinen Sie zu sein? Die allgemeinte Verurteilungs GmbH?

    Jo, ich schreibe und tue meinen Unmut kund, aber Ihnen.

    Gehts noch?
    Da haben Sie nichts Besseres zu tun als bei einem Artikel über Fußball die Wortwahl der Kommentatorin zu kritisieren?

    Autobahn, Autobahn!!

    "inner Reichsparteitag" ist eine völlig übliche Redewendung dafür, Recht behalten und es allen gezeigt zu haben.
    Nicht im mindesten Autobahn!

    ist einfach nur lächerlich... Sprichwort-Buch kaufen und nachlesen! Meine Güte, diese übertriebene Politische Korrektheit in Deutschland treibt mich noch in den Wahnsinn.

    Zum Spiel: Fantastische Vorstellung, insbesondere die Offensive. Allerdings war in meinen in Augen die Defensivleistung nicht so schlecht, wie sie hier dargestellt wurde. Im Großen und Ganzen hat man nicht wirklich etwas zugelassen, lediglich 2-3 Torschüssen - das halte ich für annehmbar.

    Da müsste ich mich jeden Tag beschweren über Äußerungen in den Medien.
    Auch ich benutze den Spruch gelegentlich, wenn was gut gelaufen ist.
    Nach über 60 Jahren sollte man doch aufhören solch Sprüche kritisch
    zu bewerten. So ist der Deutsche, Komplexe und die Hose heute noch voll, und nichts gelernt. Mensch, die Katrin Müller-Hohenstein
    hat in ihrer Freude diesen Spruch gebracht, der ist heute noch
    landläufig, wurde auch von mir benutzt. Das man sich deswegen in die Hose macht und so aufregt ist mir unverständlich.
    Manche lernen schnell und manche Leute nie im Leben.
    Sind sie ausländerfeindlich, haben sie was gegen den Deutschen Klose?
    Überlegen sie doch mal - so ein Aufstand um einen Spruch -
    Ich könnte auch sagen es gibt blöde Leute, die gibts auch.

    Mensch Meier! Sie machen sich hier lächerlich... typisch traumatisierter Schuld-Kult-Anhänger.

    Frei nach dem Motto: "Autobahn geht gar nicht".

    LG

    "Innerer Reichsparteitag" läßt Sie gutmenscheln, und fordern zum Anschwärzen auf?
    Da hab ich ja sofort "Hakenkreuze im Auge"!

    Nun zum Spiel:

    Es war mal wieder ein Genuss, die Löw-Truppe in Akrtion zu sehen!

    Aber die Aussis hatten auch einen guten Spieler, den Torwart. Naja, ist ja auch ein Deutscher! LOL

    ...ist Polin, und die regt sich darüber auch nicht so künstlich auf. Wer meinen Sie zu sein? Die allgemeinte Verurteilungs GmbH?

    Jo, ich schreibe und tue meinen Unmut kund, aber Ihnen.

    Gehts noch?
    Da haben Sie nichts Besseres zu tun als bei einem Artikel über Fußball die Wortwahl der Kommentatorin zu kritisieren?

    Autobahn, Autobahn!!

  7. 7. tttttt

    "inner Reichsparteitag" ist eine völlig übliche Redewendung dafür, Recht behalten und es allen gezeigt zu haben.
    Nicht im mindesten Autobahn!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Danke ,habe Ihren Kommentar erst jetzt gelesen. So ein Blödsinn, den Spruch-innerer Parteitag - gebrauche ich auch, ohne Bewertung.
    Aber es ist ein landläufiger Spruch, dass Leute da schon wieder maulen und die Hose voll haben. Das ist Vergangenheit und keiner denkt bei
    diesem Spruch an den Ursprung. Das war Begeisterung und Freude von Katrin M-H. , denn sie macht die Sache doch gut.
    Der Kommentator 6 sieht die Sache doch sehr eigenartig, gelinde gesagt,
    sehen solche Menschen auch Sport oder gehen die nur in die Kirche,
    wenn sie so weltfremd sind.

    Meine Güte, schon wieder ein "Sprachverstoß"!

    Das nächste Wort auf dem Gutmenschen-Sprachindex ist vermutlich "Sieg".

    Und vielleicht will man auch bald schon das Wort "national" abschaffen, also in Zukunft etwa nur noch "Ländermannschaft" usw. sagen dürfen.

    Armes Deutschland!

    Danke ,habe Ihren Kommentar erst jetzt gelesen. So ein Blödsinn, den Spruch-innerer Parteitag - gebrauche ich auch, ohne Bewertung.
    Aber es ist ein landläufiger Spruch, dass Leute da schon wieder maulen und die Hose voll haben. Das ist Vergangenheit und keiner denkt bei
    diesem Spruch an den Ursprung. Das war Begeisterung und Freude von Katrin M-H. , denn sie macht die Sache doch gut.
    Der Kommentator 6 sieht die Sache doch sehr eigenartig, gelinde gesagt,
    sehen solche Menschen auch Sport oder gehen die nur in die Kirche,
    wenn sie so weltfremd sind.

    Meine Güte, schon wieder ein "Sprachverstoß"!

    Das nächste Wort auf dem Gutmenschen-Sprachindex ist vermutlich "Sieg".

    Und vielleicht will man auch bald schon das Wort "national" abschaffen, also in Zukunft etwa nur noch "Ländermannschaft" usw. sagen dürfen.

    Armes Deutschland!

    • Tengri
    • 14.06.2010 um 1:06 Uhr

    ...hat auch sehr gut gespielt. Der fehlt in dem Beitrag. Wahrscheinlich konnte man sich auf ihn nichts reimen, was zu 2006, 1974 oder 1990 hätte passen können.

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    ...der Mann auf dem Platz - nur leider hat er es nicht mit einem Tor gekrönt... Unser Messi heißt Özil !!! ;) Und wir haben gleich zwei davon, mit dem Marin und Özil :)

    ...der Mann auf dem Platz - nur leider hat er es nicht mit einem Tor gekrönt... Unser Messi heißt Özil !!! ;) Und wir haben gleich zwei davon, mit dem Marin und Özil :)

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