Mein WM-Erlebnis: 1994 Andreas Möller: Es ging immer um die Spielerfrauen

Ich habe den Stinkefinger von Stefan Effenberg gar nicht mitbekommen. Die Aktion passte zur schlechten Stimmung im Team. Andreas Möller erinnert sich an die WM 1994.

Andreas Möller im WM-Eröffnungsspiel gegen Bolivien

Andreas Möller im WM-Eröffnungsspiel gegen Bolivien

DFB-Präsident Egidius Braun und Pressechef Wolfgang Niersbach liefen nach dem Vorrundenspiel gegen Südkorea nervös durch den Mannschaftsbus. Im Hotel teilte uns Egidius Braun schließlich mit: Stefan Effenberg wird suspendiert. Er hatte dem deutschen Fanblock den Mittelfinger gezeigt. Im Fernsehen habe ich die Bilder gesehen. Die Entscheidung des DFB verstand ich sofort. Andere Spieler sahen die Suspendierung kritisch. Ich kommentiere das aber nicht mehr.

Im Spiel gegen Südkorea waren wir eigentlich auf Kurs: Durch Tore von Jürgen Klinsmann und Karlheinz Riedle führten wir nach der ersten Halbzeit 3:0. Ich saß auf der Ersatzbank. Die Sonne knallte, es war unglaublich heiß: 45 Grad schätze ich. Aus Düsen, die über uns angebracht waren, spritzte kaltes Wasser. Die Erfrischung hat aber nicht viel gebracht.

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Andreas Möller
Andreas Möller

Andreas Möller, 42, hat 85 Spiele für die Nationalmannschaft absolviert. In der Bundesliga spielte er für Frankfurt, Dortmund und Schalke, in der Serie A für Juventus Turin. Als Klub- und Nationalspieler hat er alle wichtigen Titel errungen: Er wurde unter anderem Weltmeister, Europameister und Champions-League-Sieger. Nach seiner aktiven Karriere war er als Trainer bei Viktoria Aschaffenburg in der Oberliga Hessen beschäftigt. Seit Juli 2008 ist er Manager beim Drittligisten Kickers Offenbach.

"Lauft euch mal warm", schrie Nationaltrainer Berti Vogts. Wir mussten alle lachen. Bei der Hitze brauchten wir uns nicht wirklich bewegen, der Schweiß lief auch so. Ein bisschen Streching reichte aus.

In der zweiten Halbzeit drückten die Südkoreaner auf unser Tor: Sie waren flink und unglaublich konditionsstark. Zu Beginn der zweiten Halbzeit haben sie gleich zweimal getroffen. Nach dem zweiten Gegentreffer bin ich dann für Lothar Matthäus eingewechselt worden. Kurz danach wurde Stefan Effenberg ausgewechselt. Ich glaube die Fans haben ihn ausgebuht, von seiner Aktion bekam ich nichts mit.

Auf dem Platz war die Hitze kaum zu ertragen. Ich war froh, als der Schiedsrichter die Partie abgepfiffen hat. Der Schlusspfiff hat uns gerettet: 20 Minuten länger und wir hätten vielleicht noch ein Gegentor bekommen. Der Wille der Südkoreaner war unglaublich.

Die Stimmung in den USA war eigentlich gut. Ich glaube aber nicht, dass viele Amerikaner im Stadion waren. Dort haben sie so viele andere populäre Sportarten: Basketball, Football und Baseball. Für Fußball haben die Amerikaner nicht soviel übrig gehabt, dort ist es eher eine Frauensportart.

Innerhalb der Mannschaft gab es viele Konflikte. Die Stimmung war schlecht. Kein Vergleich zur Weltmeisterschaft 1990. Damals passte einfach alles. 1994 ging es meistens um die Spielerfrauen: Einige Spieler wollten ihre Frauen bei allem dabei haben. Wir haben uns damals mit Kleinigkeiten aufgehalten. Die Spieler schraubten ihre Forderungen immer höher, und der damalige Trainer Berti Vogts sah einiges zu eng.

Wir hatten eigentlich hohe Ziele und eine starke Mannschaft. Aber gegen Bulgarien verloren wir dann mit 1:2 und schieden im Viertelfinale aus. Wir wollten mindestens ins Halbfinale kommen. Der Frust saß tief: Torhüter Bodo Illgner ist direkt nach dem Spiel zurückgetreten, andere Spieler folgten ihm ein paar Wochen später.

Aufgezeichnet von Christoph Heymann

Von 1954 bis 2006: In "Mein WM-Erlebnis" berichten frühere und aktuelle Fußball-Größen über ihr ganz persönliches Erlebnis während einer Weltmeisterschaft. Morgen: Christian Wörns über einen traurigen Übergriff während der WM 1998.

Erzählen Sie uns hier Ihre WM-Geschichte! 

 
Leser-Kommentare
    • Buh
    • 08.06.2010 um 6:13 Uhr

    Während die im Männerfußball Machos mit ihren Frauen prahlen müssen die im Frauenfußball ihre Partnerschaften verheimlichen, weil Spnsoren abpringen würden, wenn publik wäre, dass einige Homosexuelle unter den Spielerinnen sind.

    In was für einer abartigen Gesellschaft leben wir eigentlich?

    Das ist das einzige was mir zu diesem recht inhaltsleeren Fauptsache-Fußball-Artikel einfällt. Aber was versteh ich schon vom Fußball, bin ja ne Lesbe.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • TDU
    • 08.06.2010 um 11:04 Uhr

    Dann haltet doch zusammen, und dann werden sich die Sponsoren und Deutschland dran gewöhnen.

    Und also ob alle Spieler mit ihren Frauen protzen wollten. Es gab sicher auch welche, die ihren Frauen angesichts der Anforderungen in den 4 Wochen nicht die Priorität eingeräumt haben.

    Und: Wie passt Ihre Aussage eigentlich zum aktuellen Auftreten der Herren Nationalmannschaft?

    *kopfschüttel*...naja...der Buh mal wieder....

    • TDU
    • 08.06.2010 um 11:04 Uhr

    Dann haltet doch zusammen, und dann werden sich die Sponsoren und Deutschland dran gewöhnen.

    Und also ob alle Spieler mit ihren Frauen protzen wollten. Es gab sicher auch welche, die ihren Frauen angesichts der Anforderungen in den 4 Wochen nicht die Priorität eingeräumt haben.

    Und: Wie passt Ihre Aussage eigentlich zum aktuellen Auftreten der Herren Nationalmannschaft?

    *kopfschüttel*...naja...der Buh mal wieder....

    • Maori
    • 08.06.2010 um 11:04 Uhr

    Ist das so, Buh? Meines oberflächlichen Wissens nach haben sich einige Spielerinnen geoutet, wie man so schön schrecklich sagt; welche Sponsoren sind denn daraufhin abgesprungen? Ich würde von solchen Unternehmen nichts mehr kaufen. Im Übrigen halte ich nichts von Pauschalurteilen, das nur nebenbei.

    Grüße …

    • TDU
    • 08.06.2010 um 11:04 Uhr

    Dann haltet doch zusammen, und dann werden sich die Sponsoren und Deutschland dran gewöhnen.

    Und also ob alle Spieler mit ihren Frauen protzen wollten. Es gab sicher auch welche, die ihren Frauen angesichts der Anforderungen in den 4 Wochen nicht die Priorität eingeräumt haben.

    Und: Wie passt Ihre Aussage eigentlich zum aktuellen Auftreten der Herren Nationalmannschaft?

  1. Also erstmal vorneweg: Ich bin absolut deiner Meinung, dass es ein riesengroßes Problem darstellt, dass Homosexuelle im Fußball (und im Männersport allgemein)unterdrückt und teilweise von den Fans übel beschimpft werden. Auch was die Sponsoren angeht geb ich dir Recht. Und ich bin auch bei dir, wenn es um den Inhalt des obigen Artikels geht, der gibt wirklich nicht viel her.

    ABER:
    Geht es in dem Artikel um das Thema Homosexualität? Wird irgendjemand diskriminiert? Scheint irgendwo durch, dass Andi Möller keine Homosexuellen mag? Oder dass es Homosexuelle in der Nationalmannschft schwer haben? Geht es in dem Artikel in irgendeiner Weise darum, dass die "Männerfußball-Machos" mit ihren Frauen prahlen?

    Meiner Meinung nach ist es einfach nur ein misslungener Erfahrungsbericht eines (nicht allzu schreibbegabten) Ex-Fußballers.
    Ich kann mir ja vorstellen, dass jemandem, der so wenig mit dem Sport anfangen kann wie Du (les ich jetzt mal zwischen den Zeilen :>),diese ganze WM-Euphorie auf den Zeiger geht. Aber wenn du zu dem Thema irgendwas sagen willst, dann such dir doch nicht willkürlich einen Artikel über Fußball aus, sondern einen, der das Thema anspricht. Von denen gibts nämlich genug.

    Und nochwas: Les Dir doch Deine Kommentare nochmal durch, bevor Du sie abschickst. Was die Schreibkompetenz angeht, kannst du dir nämlich von Andi Möller noch ne Scheibe abschneiden...

  2. *kopfschüttel*...naja...der Buh mal wieder....

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