Lance Armstrong Tour durch die Gerichtssäle
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Mr. Perfect des Radsports

Die Verwirrung über die zeitlichen Abläufe, die nicht neu ist, rührt daher, dass der Verwaltungsrat im Jahr 2004 beschloss, Lance Armstrong und anderen angesichts ihrer Verdienste für die Firma Anteile zu übertragen. Trotz dieser Entscheidung wurden die Anteile an Armstrong und andere nicht vor 2007 überschrieben. Als er 2005 danach gefragt wurde, antwortete er wahrheitsgemäß, zu glauben, dass er ein Minderheitseigner sei, sich mit den Details aber nicht auskenne."

Merkwürdig ist, dass der Mr. Perfect des Radsports so im Ungewissen über seine Vermögensverhältnisse gewesen sein will. Merkwürdig ist auch, dass die von Armstrongs Kompagnon Mark Higgins geleitete Firma CSE sich vor Veröffentlichung des New York Times -Artikels auf ihrer Website noch dazu bekannte, das jährliche Budget von 18 Millionen Dollar von US Postal gemanagt zu haben. Wenige Stunden später wollte CSE nur noch den Nachfolgerennstall Discovery Channel betreut haben. Bei Discovery Channel waren keine staatlichen Gelder mit im Spiel. Hier droht keine strafrechtliche Dopinguntersuchung.

Dass die Wahrheit noch ein ganz anderes Gesicht haben könnte, wird im Gespräch mit Frankie Andreu deutlich. Der Ex-Teamgefährte von Armstrong – er half ihm bei dessen ersten beiden Toursiegen – begleitet heute als TV-Journalist die Tour. Er gab später zu, sich mit Epo präpariert zu haben. Zum Tagesspiegel sagte er gestern: "Ich war ein einfacher Fahrer bei USPostal. Lance war meiner Erinnerung nach Miteigner des Teams." Die Tour de France ist für Armstrong gelaufen. Bei seiner Tour durch die Gerichtssäle steht er jetzt vor einer Bergetappe.

Erschienen im Tagesspiegel

 
Leser-Kommentare
  1. und wenn sie fallen, dann fallen sie tief.
    Nein, es ist nicht von Lance Amstrong die Rede. Nicht ganz.

    http://hettichsblog.wordp...

    • TDU
    • 20.07.2010 um 12:27 Uhr

    So wird das Süppchen am Köcheln gehalten (keine Kritik an der Zeit), auf den Tisch kommt es nie.

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