Floyd Landis hat in einem TV-Interview seine Vorwürfe gegen Lance Armstrong erneuert. Er habe mehrmals gesehen, wie Armstrong Bluttransfusionen bekommen habe, sagte Landis, der von 2002 bis 2004 in Armstrongs Team US Postal gefahren war, am Freitagabend ABC News Nightline . Auf die Frage, ob er gesehen habe, dass Armstrong Dopingmittel zu sich nahm, sagte Landis: "Damals ja, in verschiedenen Trainingslagern."

Landis, dem der Tour-Sieg 2006 wegen erwiesenen Testosterondopings aberkannt worden war, ergänzte auf die Frage, welche Dopingmittel der siebenmalige Tour-Champion genommen habe: "Nun ja, es gibt nicht viel, was hilft." Man könne "EPO benutzen und davon während der Tour de France kleine Dosen zu sich nehmen", um keine Grenzwerte zu überschreiten.

Dass Armstrong ein Betrüger sei, wollte Landis nicht direkt behaupten. "Das hängt davon ab, wie man Betrug definiert. Ich meine, wenn er die Tour nicht gewonnen hätte, dann hätte es eben ein anderer gedopter Fahrer. In jeder einzelnen Tour." Armstrong hat Doping stets bestritten.

Landis sagte zudem: "Es gibt einen Moment, wo man seinen Kindern sagen muss, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt." Dieser Punkt war für ihn nun beim Thema Doping erreicht, weshalb er ausgepackt habe. "Ich hasse es, der Typ zu sein, der dies tut, aber es ist einfach nicht echt."

Lance Armstrong hat die 97. Tour de France mit dem enttäuschenden 23. Rang beendet. Bei der diesjährigen Rundfahrt wurde kein positiver Doping-Test öffentlich. Alberto Contador sicherte sich zum dritten Mal nach 2007 und 2009 das Gelbe Trikot. Dem spanischen Radprofi genügte am Sonntag zum Abschluss der 97. Frankreich-Rundfahrt auf den Champs Elysées in Paris ein Platz im Hauptfeld, um seinen Vorsprung von 39 Sekunden vor Andy Schleck aus Luxemburg zu behaupten. Alessandro Petacchi sicherte sich das Grüne Trikot. Andreas Klödens belegte als bester Deutscher Rang 14.