WM-Aus für Argentinien Maradona beklagt "die härteste Niederlage meines Lebens"
Argentinien trauert nach dem Debakel gegen Deutschland und fühlt sich gedemütigt. Die Zukunft von Trainer Diego Maradona ist ungewiss
© DANIEL GARCIA/Getty Images

Wie auf einer Beerdigung: Diego Maradona (r.) und Maximiliano Rodriguez verlassen nach der Niederlage gegen Deutschland den Platz
Trainer Diego Maradona nahm Lionel Messi wie ein Vater in den Arm, doch trösten konnte er den Weltfußballer nicht. Auch Messis Teamkollegen verstanden die Welt nicht mehr und litten nach dem deprimierenden 0:4 gegen Deutschland im WM- Viertelfinale Höllenqualen. Mit viel Schmerz und Tränen ging der Traum der Argentinier vom dritten WM-Titel am Samstag zu Ende. "Das ist die härteste Niederlage meines Lebens. Das war ein Tiefschlag", jammerte Maradona.
Wie schon vor vier Jahren scheiterte das zuvor hoch gelobte Starensemble an der DFB-Auswahl. Anders als 2006 gingen die Argentinier in Kapstadt jedoch regelrecht unter. "Argentinien zerschellte an der deutschen Standfestigkeit. Dieses Mal war es schlimmer - wegen der Prügel", schrieb die Sportzeitung Ole unter dem Titel "Schweiß und Tränen." Und Clarin formulierte: "Die Selección verabschiedet sich gedemütigt von der WM."
Am Ende seiner WM-Mission verabschiedete sich Maradona von jedem seiner Profis mit Leidensmiene und ließ danach seine Zukunft offen. "Ich weiß nicht, was morgen mit mir passiert. Ich muss das zuerst mit meiner Familie und den Spielern besprechen. Aber ich möchte, dass der argentinische Fußball wieder zur vollen Blüte gelangt", sagte Maradona.
Die "Albiceleste" scheiterte kläglich bei dem Versuch, das Trauma der WM 2006 mit dem dramatischen Viertelfinal-Knockout gegen Deutschland vergessen zu machen. Nach dem damaligen Aus im Elfmeterschießen und dem Handgemenge zwischen beiden Teams hatten die Argentinier Rache geschworen, waren dazu aber nicht in der Lage. "Wir haben ganz schlecht gespielt", räumte Carlos Tevez ein und stellte fest: "Wenn du so viele Fehler machst, fährst du heim. Das war eine schmerzhafte Niederlage."
Das frühe Gegentor in der 3. Minute hinterließ mächtig Wirkung. Urplötzlich war das in bisher vier starken Spielen aufgebaute Selbstvertrauen dahin. Auch Superstar Messi war sichtlich beeindruckt: Erst in der 23. Minute deutete er mit einem klugen Pass auf Tevez seine außergewöhnlichen Fähigkeiten an. Bei diversen Fernschüssen fehlte jedoch die altbekannte Präzision. "Ein schmerzhaftes Ausscheiden: Deutschland hat Argentiniens Schwächen offen gelegt und der WM beraubt", titelte die Zeitung la nación.
Maradona erlebte neben den Profis einen rabenschwarzen Nachmittag. 20 Jahre nach der Finalniederlage gegen Deutschland in Rom konnte er die alte Rechnung nicht begleichen. Sein Wunsch, auf den Spuren von Franz Beckenbauer zu wandeln und sowohl als Spieler als auch als Trainer die WM-Trophäe in Händen zu halten, ging nicht in Erfüllung.
Vor vier Jahren wurde Maradona in Deutschland als Edelfan der argentinischen Mannschaft belächelt, in Südafrika heimste er bisher aber viel Lob als Trainer ein. Doch trotz der vier Siege zuvor brechen für ihn nun schwierige Zeiten an. Wie schon bei der mühseligen WM-Qualifikation wird die Kritik an ihm wieder lauter werden.
- Datum 03.07.2010 - 19:58 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Maradona und sein Team haben das Spiel eindeutig verloren. Sie waren die spielerisch klar unterlegene Mannschaft. Bei diesem Spiel gab es keine umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen, keine "weggenommenen" Tore, keine rote Karten...
Die Argentinier haben ein schwaches Spiel geliefert und konnten ihre spielerischen Stärken gegen die deutsche Mannschaft nicht ausspielen.
Mit dieser Leistung wird man kein Weltmeister.
Jogi Löw und seiner Mannschaft drücke ich für Mittwoch alle Daumen.
..hätte man vielleicht vor 30 Jahren noch ein Team anvertrauen sollen.
Maradona hat das gleiche Problem wie Lothar Matthäus: Beide viel zu eitel und selbstverliebt, beide sind eingeschnappt, wenn sie nicht im Mittelpunkt stehen. Das kann man sich als Spieler erlauben, aber nicht als Trainer.
Argentinien hat bereits in den ersten vier Spielen dieser WM nicht als Mannschaft überzeugt, sondern ausschließlich durch die individuelle Klasse seiner Einzelspieler. Eine taktische Ausrichtung war nicht wirklich zu erkennen. Die Strategie lautet: Ball zu Messi, der zieht 3-4 Mann auf sich und dann haben seine Mitspieler die entsprechenden Freiräume.
Schon beim Spiel gegen Mexiko war zu erkennen, dass Mexiko die bessere Mannschaftsleistung zeigte. Zumindest bis zum 0:1 (klares Abseits) und dem kurz darauf folgenden 0:2 durch den katastrophalen Stockfehler des mexikanischen Verteidigers.
es geht nicht um die Eitelkeit von Maradonna oder Matthäus. Beide sind irgendwie in ihrer tollpatschigen Emotionalität für viele ansprechend und beide sind nicht die Intelligentesten auf Gottes Erdenrund.
Das Spiel gegen Argentinien war aber ein taktischer Sieg, vorbereitend, die Mannschaftsauswahl, die Jugend plus Friedrich und Klose, aber gestern vor allem in der Analyse und Antwort auf das argentinische Spiel. Den Sieg kann sich Jogi Löw an seine Kappe heften. Die auf einem intelligenten Kopf sitzt. Und Intelligenz ist im Fußball nun mal nicht allzu verbreitet.
Jogi hat mit seiner gut überdurchschnittlichen Intelligenz, die er unvoreingenommen anwendet, einen Wettbewerbsvorteil. Das ist ein großer Verdienst: im Fußball herrschen so viele Denk-Reglements, nennen wirs mal Legenden, an denen die meisten Einsichten in ihrer Umsetzung scheitern. Sich darüber wegzusetzen, ist sein Verdienst als charakterstarker Mensch.
Sicher über die Jahre werden wir den Vorsprung nicht halten können. Früher oder später kommen die anderen Mannschaften auch drauf, dass Intelligenz bei einem Trainer von Vorteil ist anstatt Ikonen vorzuführen die die gängigen Fußballparolen verkörpern.
Ich habe das Spiel Argentinien-Mexiko auch gesehen. Bei mir hatten die Spieler keine Stöcke. Deshalb konnte ich wohl den Stockfehler nicht sehen. Aber vielleicht liegt das an meinem alten Fernseher.
es geht nicht um die Eitelkeit von Maradonna oder Matthäus. Beide sind irgendwie in ihrer tollpatschigen Emotionalität für viele ansprechend und beide sind nicht die Intelligentesten auf Gottes Erdenrund.
Das Spiel gegen Argentinien war aber ein taktischer Sieg, vorbereitend, die Mannschaftsauswahl, die Jugend plus Friedrich und Klose, aber gestern vor allem in der Analyse und Antwort auf das argentinische Spiel. Den Sieg kann sich Jogi Löw an seine Kappe heften. Die auf einem intelligenten Kopf sitzt. Und Intelligenz ist im Fußball nun mal nicht allzu verbreitet.
Jogi hat mit seiner gut überdurchschnittlichen Intelligenz, die er unvoreingenommen anwendet, einen Wettbewerbsvorteil. Das ist ein großer Verdienst: im Fußball herrschen so viele Denk-Reglements, nennen wirs mal Legenden, an denen die meisten Einsichten in ihrer Umsetzung scheitern. Sich darüber wegzusetzen, ist sein Verdienst als charakterstarker Mensch.
Sicher über die Jahre werden wir den Vorsprung nicht halten können. Früher oder später kommen die anderen Mannschaften auch drauf, dass Intelligenz bei einem Trainer von Vorteil ist anstatt Ikonen vorzuführen die die gängigen Fußballparolen verkörpern.
Ich habe das Spiel Argentinien-Mexiko auch gesehen. Bei mir hatten die Spieler keine Stöcke. Deshalb konnte ich wohl den Stockfehler nicht sehen. Aber vielleicht liegt das an meinem alten Fernseher.
Heutzutage reicht es eben nicht mehr ein guter Motivator zu sein. Ein Trainer muss sich auf den jeweiligen Gegner perfekt vorbereiten und sein Team taktisch gut einstellen. Nachdem, was man hier und da lesen konnte, ist Maradona das zu anstrengend. Außerdem bezweifle ich, dass er ein besonderes Geschick hat, Taktik zu vermitteln. Woher sollte er das auch können? Auf dem Platz als Spieler konnte er ja immer selbst ausführen, was zu tun war. Jetzt hat er Spieler die, bis auf Messi, um Klassen schlechter sind, als er selbst es war. Jeder Nachhilfelehrer kennt das Problem: Wie bring ich es jemandem bei, der etwas viel schlechter kann als ich selbst?
Ein weiterer Punkt für den Maradona als Trainer verantwortlich sind, ist selbstverständlich die Spielerauswahl: Spieler wie Messi, Tevez, Higuain sind sicher über jeden Zweifel erhaben. Aber warum er aktuelle Championsleaguesieger wie Cambiasso und Zanetti zu Hause gelassen hat, diese Frage werden ihm die argentinischen Medien jetzt (erneut) um die Ohren dreschen.
Nach einem überragenden 4:0 Sieg der deutschen Mannschaft, fällt es natürlich leicht über den Trainer der gegnerischen Mannschaft herzuziehen, aber hätte Deutschland heute verloren, würde ich nichts anderes schreiben.
Die argentinische Mannschaft ist nicht wegen, sondern trotz ihres Trainers so weit gekommen.
Ich habe absolut nichts gegen Südamerika oder seine Bürger, egal welcher Nationalität. Leider teilen aber einige Mannschaften von dort, insbesondere aber Argentinien seit jeher, eine unangenehme Eigenart: emotional aufgeladenes, unsportliches Verhalten. Von KEINER Mannschaft sieht man regelmäßig bei großen Tournieren so viele Schwalben und als fremde Fouls getarnte eigene Fouls mit anschließender wilder Gestikulation richtung Schiri.
Diesjährige Beispiele: Arentinien heute, Uruguay gestern.
Zugegeben, sie haben es zu einiger Routine gebracht in dieser Disziplin, aber ich persönlich kann sowas nicht ab.
Daher freue ich mich um so mehr über den heutigen Sieg und hoffe darauf, dass auch Uruguay im Halbfinale rausfliegt.
....doch italiener....
... doch italiener. denk an materazzi... fieser kann ein sportler nicht sein...
....doch italiener....
... doch italiener. denk an materazzi... fieser kann ein sportler nicht sein...
... waren denn die Südamerikaner heute auf dem Platz?
wenn dir der gegner keinen raum läßt, musst du dir ihn erkämpfen und erspielen. das geht nur als team und team geht mit stars schwer.
die laufen nicht umsonst in räume.
und so konnte brasilien den schalter bei rückstand nicht umlegen und argentinien schon nach drei minuten nicht. gilt aber auch für frankreich oder italien und natürlich england. teamplayern wie algerien, chiele, mexiko oder südkorea fehlen nur die knipser, dann wären die länger dabei.
die hat aber eben deutschland. wir machen die tore zum aufwand.
Zitat aus dem Kicker Online Artikel vom 03.07.2010, 19:47:
...Der schnelle Gegentreffer brachte Argentinien sichtlich aus dem Konzept, das nach vier siegreichen Spielen aufgebaute Selbstvertrauen war dahin. Selbst Messi schien geschockt: Erst in der 22. Minute deutete er mit einem klugen Pass auf Carlos Tevez seine außergewöhnlichen Fähigkeiten an. Bei seinen Fernschüssen fehlte jedoch die altbekannte Präzision...
Wenigstens die Minute der Messi den Pass spielte wurde geändert(natürlich falsch - 22 ist laut mehrer anderer Sportseiten richtig)
das tut ja weh.
das tut ja weh.
fällt mir auf, daß gegenüber Früher, die deutsche Mannschaft ganz anders spielt und anscheinend ein fast unerschöpfliches Reservoir an (fast) gleichwertigen Ersatzspielern zu haben scheint.
Woran liegt das, an einer entsprechend besseren Jugendarbeit in den Vereinen, oder nur an Löws Riecher für Talente?
Auf jeden Fall funktioniert es bestens.
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