Nationalelf Verloren und doch gewonnen
Die deutsche Mannschaft unterliegt Spanien, aber gewinnt bei dieser WM Fans und die berechtigte Hoffnung auf die Zukunft mit Joachim Löw. Von Steffen Dobbert, Durban
© Clive Mason/Getty Images

Bastian Schweinsteiger (l.) und Philipp Lahm trösten sich nach der Niederlage
Als der Abpfiff durchs Stadion hallte, sank Bastian Schweinsteiger auf den Rasen. Da hockte er, der Held der Deutschen und schnaufte vor Enttäuschung. 0:1 gegen Spanien. Und die Revanche für das EM-Finale verpasst. Es dauerte eine ganze Weile bis der Chef des deutschen Spiels aufstehen und weitergehen konnte. Dann umarmte er seinen Mitspieler Philipp Lahm.
Der Traum vom größtmöglichen Erfolg ist für die deutschen Fußballer ausgeträumt. Die WM ist erledigt (auch wenn das Protokoll noch eine Partie gegen Uruguay vorschreibt). Und obwohl sich das Ende Tausende Kilometer weit weg von Europa ereignete, erinnerte es stark an das Finale der EM vor zwei Jahren. Wie damals waren die Spanier das kombinationssichere, das reifere und das erfolgreichere Team. Wie damals liefen die Deutschen meist hinterher.
Das deutsche Mittelfeld spielte zu langsam. Der Stürmer traf das Tor nicht, und die deutschen Abwehrspieler bestaunten die spanischen Ballkünstler. Allen fehlte der Mut. Und Lukas Podolski, ja was war denn mit dem los? Manchmal gewinnt im Fußball der Glücklichere, aber an diesem WM-Abend gewann mit Spanien die bessere Mannschaft.
Das Kuriose an diesem Halbfinal-Aus war jedoch, dass es sich nach einer kurzen Weile des Trauerns nicht wie eine Niederlage anfühlte. "Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen", sagte Joachim Löw als er in seinem blauen Gewinnerpullover, der nun keiner mehr ist, das Spiel erklärte. Es habe heute gegen die beste Mannschaft des Turniers nicht ganz gereicht, aber mit dem Auftreten der Nationalelf könne man zufrieden sein. Sein Assistent Hansi Flick lächelte und sprach von einer tollen Leistung. Es wirkte so, als gäbe es erstmals nach einem WM-Spiel kein unterlegenes Team. Die Deutschen waren Gewinner, die gerade verloren hatten.
Tatsächlich hat die Nationalelf in vier Wochen Südafrika weitaus mehr erreicht, als viele Kritiker ihr zugetraut hätten. Selbst die Leistung im nicht gelungenen Spiel gegen Spanien war eine deutlich bessere als noch vor zwei Jahren im EM-Finale. Wer, wie Bastian Schweinsteiger, anerkennt, dass der Europameister auch "das beste Team der Welt ist", kann gleichzeitig stolz bilanzieren, das der Sommer 2010 für die DFB-Elf ein Gewinn war.
Nie zuvor hat eine so junge Auswahlmannschaft so erfolgreich gespielt. Nie zuvor hat eine deutsche Fußballmannschaft durch die Art und Weise ihres Spiels unzählige Fans aus Deutschland und den Rest der Welt so begeistert. Und nie zuvor war der Entwicklungssprung, der einer Nationalelf während einer WM gelang, so bedeutend wie dieser Tage.
"Wir sind auf einem sehr guten Weg", sagte Bastian Schweinsteiger. "Wir haben uns hier einen Namen gemacht", stellte Piotr Trochowski fest. Joachim Löw lobte das "klasse Turnier" seines Teams und prophezeite, es werde noch besser werden. Wahrscheinlich hat er Recht, wie fast immer in den vergangenen Wochen.
Ja, vielleicht war das 0:1 im Halbfinale sogar eine Enttäuschung zur richtigen Zeit. Die neu formierte junge Mannschaft wird Zeit brauchen, um vielleicht in zwei oder vier Jahren selbst ein nahezu perfektes Team wie Spanien zu sein.
Man kann es im Moment des Ausscheidens auch so sehen: Hätte Deutschland den Weltmeister-Titel gewonnen, wäre Löw wohl zurückgetreten. Hätte das Team viel früher, gegen England oder Ghana verloren, wäre Löw wohl zurückgetreten worden. Mit dem gewinnen des dritten Platzes wären die Voraussetzungen für Löws Weiterarbeit die besten. Er hätte genügend Macht, um einen Vertrag nach seinen Vorstellungen auszuhandeln. Und er hätte nach der erneuten Niederlage gegen Spanien mehr Ehrgeiz denn je, es seinem fußballerischen Vorbild beim nächsten Turnier zu zeigen.
Als sich Bastian Schweinsteiger den größten Frust abgeduscht hatte, sah man dem 25-Jährigen an, welch Last von seinen Schultern gefallen sein musste. Wie in den Partien zuvor hatte er das Spiel gelenkt, war Antreiber, Verteidiger und bester deutscher Spieler. Jetzt fehlte das Siegesverbissene in seinem Gesicht. Statt sich auf den nächsten mächtigen Gegner zu fokussieren, schaute er nach vorn.
Wer sich die Entwicklung der Mannschaft anschaue, müsse wissen, wie wichtig Joachim Löw als Trainer ist. Die Spieler jedenfalls wüssten, was sie an ihm haben, sagte Schweinsteiger. Etwa zeitgleich gratulierte der Trainer auf der Pressekonferenz den Spaniern zum verdienten Sieg. Er schwärmte mal wieder von der spanischen Art Fußball zu spielen. Aber dann sagte er mit dem löwschen Ernst in der Stimme, die Entwicklung seines Teams sei noch nicht zu Ende. Sie habe gerade erst begonnen.
- Datum 08.07.2010 - 20:31 Uhr
- Serie WM-Reporter
- Quelle ZEIT ONLINE
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Wenn eine Mannschaft so wie die Spanier spielt, ehrlich, aufrecht, fair, gerade, und sportlich überlegen, habe ich rein gar kein Problem damit, dass sie gegen Deutschland gewinnen und das geht dem Rest in Deuschtland sicher genauso. Da kann man nur sagen , Gratulation! Ich erwarte daher nicht, das es ein mediales Nachtreten gegeben wird.
Und Deutschland? Fussball spielen kann diese Mannschaft, das hat sie in den letzten Spielen deutlich gezeigt. Warum sie ihr Potential diesmal nicht abrufen konnte, war vielleicht doch dem mentalen Druck geschuldet. Ferner soll es ja eine Vorgebe Löws gewesen sein, "nicht mehr Ballbesitz" als die Spanier zu haben udn auf Konter zu setzen. Diese Entscheidung war meiner Meinung nach völlig falsch, Denn sie förderte das mentale "defense" Verhalten. Wie verwundbar auch die Sapnier sein können, wenn man sie offensiv pakt, war in einigen Szenen ansatzweise zu bemerken. Zuletzt spielten die Deutschen so wie sie ds ganze Spiel hätten beginnen sollen.
Aber egal, die Auswahl der richtigen Taktik und mentale Stärke gehören eben auch dazu und machen einen Weltmeister aus. Ergo, Kopf nicht hängen lassen liebes Deutsches Team, Ihr habt sehr viel Potential und uns viele Tore und tolle, spannende und unterhaltsame Spiele und Grill-Nachmittage geschenkt. Weiter so! Und alles Gute beim
Spiel um den dritten Platz.
Mag ja sein das Spanien sein bestes Spiel gemacht hat aber darum kann man die Leistung der deutschen Mannschaft nicht 'schön' reden. Sie haben das schlechteste und auch 'feigste' Spiel des Turniers gespielt. Nur wer ein Tor schießen will kann gewinnen und gestern sah es so aus als ob sie mal wieder nur keins kriegen wollten. Nicht genug gegen Spanien. Und die Lorbeeren von gestern sind dann halt nix mehr wert!
Formen Sie doch mal innerhalb solch kurzer Zeit eine Manschafft, die so mit den großen Mitspielen kann. Eine Manschaft, bei derer ein großer Teil gar nicht über die Erfahrung der großen Manschaften verfügt und trotzdem min. 4. bester der Welt ist - und das mit ein paar grandiosen Spielen. Nicht umsonst ernten wir Respekt aus der ganzen Welt. Das macht man nicht mal eben so. Wir können das mit dieser teils unerfahrenen Manschaft erreichen was wir vor 4 Jahren mit einer wesentlich erfahrerenen Manschaft erreicht haben.
Und Spanien? Schauen Sie doch mal aus wievielen Vereinen die Spieler dort kommen. Viele spielen auch in der Lige so zusammen, ausserdem spielt die ganze Nationalmanschaft wesentlich länger zusammen als unsere Manschaft.
Also nochmal: Machen Sie es erst besser bevor Sie hier den Mund so voll nehmen...
Lassen Sie sich von den Kommentaren anderer nicht verwirren.
Das Spiel gegen Spanien war noch schlechter als das gegen Serbien, so einfach ist das.
Alle vier Jahre müssen Nationaltrainer in allen Ländern ihre Mannschaft "formen", dass ist nix neues.
Friedrich, Jansen, Mertesacker, Lahm, Podolski, Klose, Schweinsteiger .. alles "junge und unerfahrere" Spieler, die auch bei der WM 2006 schon dabei waren.
Die "guten" Spiele der Deutschen sollten uns nicht soweit einnebeln, dass die Leistung - und wohl auch die Taktik - am gestrigen Tage sehr zu wünschen übrig lassen.
Warum sollen die Lorbeeren von gestern nichts mehr wert sein?
....auf diesem Wege weitergearbeitet wird. Sie können eine noch bessere Mannschaft werden als die Spanier jetzt sind, denn vom System her werden sie interessanter spielen als das Mittelfeld-Räderwerk, welches sehr gut funktioniert, aber keine Höhen und Tiefen kennt. Als Anhänger freut man sich über deren Siege, aber als Zuschauer hat man das Gefühl, es könnte spannender werden.
Formen Sie doch mal innerhalb solch kurzer Zeit eine Manschafft, die so mit den großen Mitspielen kann. Eine Manschaft, bei derer ein großer Teil gar nicht über die Erfahrung der großen Manschaften verfügt und trotzdem min. 4. bester der Welt ist - und das mit ein paar grandiosen Spielen. Nicht umsonst ernten wir Respekt aus der ganzen Welt. Das macht man nicht mal eben so. Wir können das mit dieser teils unerfahrenen Manschaft erreichen was wir vor 4 Jahren mit einer wesentlich erfahrerenen Manschaft erreicht haben.
Und Spanien? Schauen Sie doch mal aus wievielen Vereinen die Spieler dort kommen. Viele spielen auch in der Lige so zusammen, ausserdem spielt die ganze Nationalmanschaft wesentlich länger zusammen als unsere Manschaft.
Also nochmal: Machen Sie es erst besser bevor Sie hier den Mund so voll nehmen...
Lassen Sie sich von den Kommentaren anderer nicht verwirren.
Das Spiel gegen Spanien war noch schlechter als das gegen Serbien, so einfach ist das.
Alle vier Jahre müssen Nationaltrainer in allen Ländern ihre Mannschaft "formen", dass ist nix neues.
Friedrich, Jansen, Mertesacker, Lahm, Podolski, Klose, Schweinsteiger .. alles "junge und unerfahrere" Spieler, die auch bei der WM 2006 schon dabei waren.
Die "guten" Spiele der Deutschen sollten uns nicht soweit einnebeln, dass die Leistung - und wohl auch die Taktik - am gestrigen Tage sehr zu wünschen übrig lassen.
Warum sollen die Lorbeeren von gestern nichts mehr wert sein?
....auf diesem Wege weitergearbeitet wird. Sie können eine noch bessere Mannschaft werden als die Spanier jetzt sind, denn vom System her werden sie interessanter spielen als das Mittelfeld-Räderwerk, welches sehr gut funktioniert, aber keine Höhen und Tiefen kennt. Als Anhänger freut man sich über deren Siege, aber als Zuschauer hat man das Gefühl, es könnte spannender werden.
Und eine schöne Mannschaft, der es Spaß macht zuzujubeln, sogar noch mehr als 2006 und 2008. ich hoffe die Entwicklung geht weiter in diese positive Richtung. Ausserdem sollte man auch festhalten dass Deutschland eine der konstantesten Fussballmannschaften der Welt ist, auch wenn es leider nicht immer für den ganz großen Wurf reicht. Für das Finale freue ich mich wenn beide Mannschaften ihren ersten Stern bekommen, hoffe aber eher auf Oranje :)
Diese Niederlage ist für diese so junge DFB-Auswahl ein herber Rückschlag. Für sämtliche Infos rund um die WM und Südafrika, empfiehlt sich das Südafrika-Portal: http://2010sdafrika.wordp...
kann ich mich nur für diese wunderbare Mannschaft und ihre überwiegend tollen Spiele bedanken. Dass man gegen diese hervorragend und routinierten Spanier als junges Team nicht so ins Spiel kam, ist einfach ein verzeihlicher Fehler. Übrigens: Wer so kontinuierlich mit seinen Nationalteams bis zum Halbfinale oder weiter kommt, ist auf jeden Fall eine große Fussballnation und kann seinen Gegnern auch mal einen WM-Titel gönnen. Niederlande oder Spanien hatten noch nie dieses Glück, und wenn Deutschland so weiter macht, sind wir sowieso wieder irgendwann mal dran. Ich fühle mich jedenfalls seit mehreren WMs wunderbar bedient.
"Ich fühle mich jedenfalls seit mehreren WMs wunderbar bedient."
Danke für diesen Satz! Er fällt zu selten.
"Ich fühle mich jedenfalls seit mehreren WMs wunderbar bedient."
Danke für diesen Satz! Er fällt zu selten.
Keine Frage, Spanien war der bessere Gegner, erfahrener, abgeklärter, mutiger.
Glückwunsch an die "Rote Furie" !!!
Und trotzdem: Deutschland hat ein tolles Turnier gespielt, da mögen die nebenberuflichen Bundestrainer noch so stänkern und lästern oder alles in kleingeistig-deutscher Manier abqualifizieren.
Die jetzige N 11 ist ausbaufähig, wird in in kommenden 2 bzw. 4 Jahren noch den einen oder anderen guten Spieler dazu bekommen und wird an den zukünftigen Spielen gegen große wie auch kleine Gegner wachsen.
Bei der EM 2012 und der WM 2014 werden die Karten neu gemischt.
Ab dafür !!
Formen Sie doch mal innerhalb solch kurzer Zeit eine Manschafft, die so mit den großen Mitspielen kann. Eine Manschaft, bei derer ein großer Teil gar nicht über die Erfahrung der großen Manschaften verfügt und trotzdem min. 4. bester der Welt ist - und das mit ein paar grandiosen Spielen. Nicht umsonst ernten wir Respekt aus der ganzen Welt. Das macht man nicht mal eben so. Wir können das mit dieser teils unerfahrenen Manschaft erreichen was wir vor 4 Jahren mit einer wesentlich erfahrerenen Manschaft erreicht haben.
Und Spanien? Schauen Sie doch mal aus wievielen Vereinen die Spieler dort kommen. Viele spielen auch in der Lige so zusammen, ausserdem spielt die ganze Nationalmanschaft wesentlich länger zusammen als unsere Manschaft.
Also nochmal: Machen Sie es erst besser bevor Sie hier den Mund so voll nehmen...
Sie waren zu zaghaft. Übrigens ein wenig wie bei der EM mit Ballack! Aber man sollte nicht vergessen, dass die Spanier in der Lage gewesen wären, jede offensivere Taktik auszukontern. Eben wegen der technisch versierteren, im Zusammenspiel in der Nationalmannschaft erfahreneren Spielern im Mittelfeld.
Deswegen waren die Spanier besser und haben verdient gewonnen. Sie haben die Deutschen nicht ans Spiel kommen lassen.
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