Internationale Pressestimmen "Löws Team hat noch viel zu bieten"
Die internationale Presse lobt ein unterhaltsames Spiel um Platz drei und ist sich einig: Dem deutschen Team gehört die Zukunft.
© FRANCK FIFE/Getty Images

Die deutsche Mannschaft feiert Rang drei bei der WM
SPANIEN
El País: "Deutschland hat, wie fast immer, gewonnen und so das Ergebnis der vorigen WM wiederholt. Der Schüler hat den Lehrmeister Klinsmann eingeholt."
El Mundo: "Deutschland hat in dem Trost-Finale erneut sein Talent unter Beweis gestellt. Und dies mit einer Mannschaft, deren Altersdurchschnitt bei 25,2 Jahren liegt. Löws Team hat noch viel zu bieten, wie sich spätestens bei der EM 2012 zeigen wird."
Marca: "Khedira war der König eines verrückten Spiels."
As: "Khedira hat Deutschland das verdiente Bronze beschert."
ITALIEN
La Gazzetta dello Sport: "Deutschland klettert aufs Podium. Muslera lässt Uruguay weinen. Es war zwar nur das kleine Finale, aber eines der unterhaltsamsten Spiele dieser WM!"
Corriere dello Sport: "Deutschland ist Dritter und der Krake siegt schon wieder."
Tuttosport: "Khedira sorgt für den letzten Torjubel der multiethnischen deutschen Nationalelf."
Corriere della Sera: "Deutschland stürmt mit der Kraft seines Willens aufs Podium."
Il Tempo: "Deutschland hat den dritten Platz abonniert."
La Repubblica: "Deutschland musste zittern, tröstet sich aber mit Platz drei."
FRANKREICH
L'Équipe: "Und alle Welt ist zufrieden. Nach einem schwungvollen Spiel sind die Deutschen glücklich, auf dem Podium zu stehen - und Uruguay ist stolz, so weit gekommen zu sein."
Le Parisien: "Es war nur das kleine Finale, aber die 22 Spieler auf dem Platz haben alles gegeben. Die deutsche Mannschaft fährt zum vierten Mal als Dritter nach Hause. Mit 16 Toren sollte sie die Weltmeisterschaft aber als die mit dem besten Angriff beenden."
Journal du Dimanche: "Krake Paul hatte es vorhergesagt. Deutschland steht auf dem Podium. Das letzte Treppchen ist aber allerhöchstens ein angenehmes Trostpflaster."
NIEDERLANDE
De Telegraaf: "Es war Sami Khedira, der das Chaos in der Verteidigung von Uruguay abstrafte - 3:2."
Het Parool: "Deutschland hat die WM doch noch mit einem guten Gefühl abgeschlossen. Das Team von Joachim Löw machte aus dem Trostfinale gegen Uruguay ein Fest. Mit dem 3:2 sicherte sich eine der besten Mannschaften des Turniers Bronze."
NRC Handelsblad: "Deutschland ist im WM-Trostfinale durch einen Sieg über Uruguay noch Dritter geworden. Im Nelson-Mandela-Stadion lieferten sich beide Halbfinal-Verlierer einen packenden Wettkampf"
SÜDAFRIKA
Sunday Independent: "Khedira überreicht den Deutschen erneut Bronze."
Sunday Times: "Die Deutschen reißen Bronze an sich - das Spiel für den dritten WM-Platz entwickelte sich in einen heiß umkämpften Thriller."
Nigeria:
Punch: "Deutschland schloss eine beeindruckende WM mit einem spannenden 3:2-Sieg über ein hartnäckiges Uruguay ab."
KENIA
Daily Nation: "Deutschland sichert sich Platz drei in einer unterhaltsamen Partie gegen Uruguay. Ein spannendes Spiel wurde endlich entschieden, als Khedira per Kopfball trifft und Deutschland zum zweiten Mal in Folge den dritten WM-Platz verschafft."
GHANA
GNA: "Uruguay verlor sein zweites Spiel in Folge, nachdem sie Ghana im Viertelfinale um ein Fortkommen betrogen hatten."
- Datum 11.07.2010 - 14:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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Solange Löw versuchen wird, die Spanier mit ihren eigenen Wafefn zu schlagen, wird er immer wieder an ihnen scheitern.
Aufgrund der vielversprechenden Talente zu behaupten, diesem Team gehöre die Zukunft, ist nur die eine Hälfte der Wahrheit. Die andere ist, das just die Spanier mit Juan Mata, Jesús Navas, David Silva, Javier Martínez oder Cesc Fàbregas junge Leute für die Offensivabteilung auf der Bank haben, die den meisten deutschen Stammspielern technisch deutlich überlegen sein dürften (allenfalls Özil, Müller und Schweinsteiger, vielleicht noch Lahm, erreichen deren spielerisches Nivaeu). Spanien konnte sich sogar den Luxus leisten, einen Bojan Krkic noch 2 Jahre "reifen" zu lassen.
Die Zukunft wird diesem Team nur dann gehören, wenn man jenseits des wirklich sehr attraktiven Spiels, das Löw konzipiert hat, auch die Mittel findet, Gegner zu schlagen und Spiele zu gewinnen, die sich aufgrund des Spielverlaufs (siehe Serbien) und/oder der überlegenen Ordnung des Gegners (Spanien, gegen die defensivstarken Brasilianer vermutlich auch) nicht nur überdie Leichtigkeit des Talents lösen lassen.
"Wir wollen die Dinge spielerisch lösen", dieser Ausspruch von Löw darf für das Team nicht zu einer obsessiven Sackgasse werden, falls sich die Dinge eben mal nicht spielerisch lösen lassen. Die Alternative, sie dann eben nicht zu lösen (statt mit Standards, Kontern, oder über die Physis), ist nicht modern, sondern nur eine Bankrotterklärung - auch für Löw selbst,
über all dem Lob darf nicht vergessen werden, dass diese Mannschaft wird lernen müssen, auch schwierige Spiele erfolgreich, das heißt mit Geduld, Cleverness und Coolness zu bestreiten und den "schönen" Füßball auch einmal hintan zu stellen.
Fußballromantiker werden das nicht gerne hören, aber fragt mal die Niederländer, die einmal den schönsten Fußball gespielt, aber nie den WM-Titel gewonnen haben...
Spanien hat den besten und erfolgreichsten Fußball gespielt, ist zu Recht Weltmeister. Mitreißenden Fußball haben sie dabei zu keiner Zeit gespielt. An welche Spiele wird man sich in ein, zwei Jahren noch erinnern? Sicher nicht an den faden Kick zwischen Holland und Spanien, mit Sicherheit jedoch an die Auftritte Deutschlands gegen England und Argentinien! Deutschland hat nicht den besten, nicht den erfolgreichsten, aber den begeisterndsten Fußball gespielt... Wann hat es das schon mal gegeben?
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