FC Bayern BasketballDer große Wurf

Bayern-Präsident Uli Hoeneß rüstet sein Basketball-Team auf. Es soll hoch hinausgehen. Die deutsche Konkurrenz freut sich auf den populären Neuzugang. von 

Mitspielen wird Uli Hoeneß nicht, aber Geld geben

Mitspielen wird Uli Hoeneß nicht, aber Geld geben  |  © Andreas Gebert/dpa

Dass der Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft beim FC Bayern München unter Vertrag steht, ist nicht ungewöhnlich. Michael Ballack spielte dort lange, Philipp Lahm immer noch. Wenn aber auch der Kapitän der Basketball-Nationalmannschaft beim FC Bayern unterschreibt ist das etwas Besonderes, spielen die bayerischen Basketballer doch in der Zweiten Liga.

Aufbauspieler Steffen Hamann steht kurz vor einem Wechsel vom Eurocup-Finalisten Alba Berlin zu einem Verein, der in der vergangenen Saison gegen Teams wie die Crailsheim Merlins und Kirchheim Knights geschlagen die Sporthallen verlassen musste. Hamanns Verpflichtung wäre der vorerst letzte Grundpfeiler des aufregendsten Basketballprojektes des Landes. Es ist ein Projekt, das die Verhältnisse in diesem Sport komplett auf den Kopf stellen könnte. Aber auch eines, das den deutschen Basketball auf eine neue Stufe hieven könnte.

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Die Bayern greifen an. Mit viel Geld und mit Uli Hoeneß. Die neu entdeckte Liebe des FC Bayern zur Sportart mit dem etwas größeren Ball ist vor allem ihm zu verdanken.

Seit Hoeneß seinen Managerstuhl gegen einen etwas gemütlicheren Präsidentensessel getauscht hat, hat er Zeit, sich auch um Dinge abseits des Fußballs zu kümmern. Auch der Zeitpunkt kommt gelegen. Dem FC Bayern geht es nicht nur sportlich gut, sondern auch finanziell besser als je zuvor.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach kürzlich von einem Rekordumsatz für die Saison 2009/10 von über 300 Millionen Euro. Die Mittel, sich nach neuen sportlichen Geschäftsfeldern umzuschauen und dabei das bayerische Erfolgsgen zu übertragen, sind also vorhanden.

Da man Uli Hoeneß durchaus als basketballaffin bezeichnen kann – er wurde einst Schulmeister am Schubart-Gymnasium in Ulm und outete sich jüngst als Fan der amerikanischen Liga NBA – öffnete der Präsident für seine Basketballer die Vereinskasse zumindest einen Spalt weit. Zwei Sponsoren brachte er auch gleich mit.

So konnten die Bayern in alter Hoeneß’scher Tradition auf Einkaufstour gehen. Mit Demond Greene, Alexander Nadjfeji, Darius Hall und Artur Kolodziejski haben die Bayern Basketball-Promis verpflichtet, die einen Aufstieg in Deutschlands höchste Liga wohl zur Formsache werden lassen. Damit nichts schief geht, wurde als Trainer kein geringerer als Dirk Bauermann verpflichtet, im Nebenjob Coach der deutschen Basketball-Auswahl. Selbst Dirk Nowitzki soll sich bereits nach den neuen Basketball-Bayern erkundigt haben.

Doch typisch Hoeneß: Einen Freifahrtschein hat selbst der neunfache Meistertrainer Bauermann nicht. "Erst wenn wir aufsteigen, wird konkret entschieden, wie wir das Projekt fortführen", sagte Hoeneß bei der offiziellen Präsentation nüchtern, verwies aber im gleichen Atemzug auf die Vorbilder FC Barcelona und Real Madrid, deren Basketball-Teams zu den besten des Kontinents gehören. Sicher ist: Mit Durchschnitt wird sich der FC Bayern nicht zufrieden geben.

Leserkommentare
    • meroye
    • 19. August 2010 19:09 Uhr

    klasse sache, herr hoeneß kann da sicherlich als zugpferd dienen und viele Sponsoren anziehen.

  1. So wenig ich den FC Bayern mag, Respekt verdient der Laden und Herr Hoeneß im Besonderen alle mal für das was dort über Jahre konsequent aufgebaut wurde.

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