Bundesliga-Rückschau Dem Alleinherrscher Magath fehlen die Argumente
Welch ein Fußball-Wochenende! Diego zaubert, Schalkes Trainer will Geld ausgeben, und auf St. Pauli klingt "Hells Bells" wie eh und je. Was vom 2. Spieltag übrig bleibt.
© Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Felix Magath, Manager und Trainer auf Schalke
Wer spielte wie gegen wen?
1. FC Kaiserslautern – Bayern München 2:0
FC Schalke 04 – Hannover 96 1:2
Werder Bremen – 1. FC Köln 4:2
VfL Wolfsburg – 1. FSV Mainz 05 3:4
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 1:3
1. FC Nürnberg – SC Freiburg 1:2
FC St. Pauli – 1899 Hoffenheim 0:1
Bayer Leverkusen – Borussia M'gladbach 3:6
VfB Stuttgart – Borussia Dortmund 1:3
Welches Spiel durften Sie auf keinen Fall verpassen?
Die Pfälzer Provinzkicker besiegen den großen FC Bayern. Objektiv betrachtet, ist das eine feine Sache. Subjektiv geahnt haben wir das schon lange. Auch Leverkusen gegen Gladbach, das torreichste Spiel an diesem Wochenende, hätte es verdient gehabt, näher erwähnt zu werden. Doch das größte Spektakel des Spieltages zeigten zwei andere Teams.
"Nach einer 3:0-Führung habe ich noch nie verloren", sagte ein unter Schock stehender Dieter Hoeneß. Der Wolfsburger Manager ist einer, den so schnell nichts umwirft. Diese 3:4-Niederlage gegen Mainz 05 wird ihn aber noch lange nerven. Der Bundesliga-Rückkehrer Diego verzückte in seinem ersten Spiel im VfL-Trikot zunächst die Zuschauer, er spielte schöne Pässe und – wie heißt es so schön – vernaschte seine Gegenspieler. Als dem Brasilianer in der 30. Minute nach bester Regieanweisung gar sein erstes Tor für den neuen Club gelang (es war das 3:0), konnte eigentlich nichts mehr schief gehen. Eigentlich. Die Wolfsburger nahmen die Mainzer jedoch nicht mehr für voll. So eine irre Aufholjagd werden wir so schnell nicht wieder sehen.
Welches Spiel konnten Sie mit gutem Gewissen verpassen?
Langeweile, taktisches Nichtstun, einen Grottenkick – das alles gab es nicht. Wann hat es so etwas zuletzt gegeben?
Wer stand im Blickpunkt?
Der FC St. Pauli wird gern als kultiger Kiez-Club oder noch schlimmer: als Freudenhaus der Liga bezeichnet. Das sind nicht mehr als Floskeln des Boulevards. Auch die Verantwortlichen des Vereins wollen nicht mehr in dieser Schublade verortet werden. "Wir müssen ein professioneller Club werden", sagt der Manager Helmut Schulte. Der Umbau hat längst begonnen – auch der des Stadions. Die neugierigen Blicke richteten sich daher auf die Heimspielpremiere gegen 1899 Hoffenheim. Würde die Stimmung am Millerntor trotz neuer Sitzplatztribünen und Business-Logen die alte bleiben?
Nun, die Einlauf-Hymne "Hells Bells" erzeugt immer noch Gänsehaut, und die Fans auf der Gegengeraden feuern ihr Team nach wie vor pausenlos an. Die Mannschaft hielt gegen die Offensivkünstler aus Hoffenheim gut mit. Mittlerweile bekommen die Zuschauer am Millerntor auch spielerisch etwas von ihrem Team geboten. Dass die Partie verloren ging, lag an einer kleinen Unaufmerksamkeit und den vergebenen Torchancen. Hat ja auch was Gutes: Trotz der begonnenen Umwandlung des Vereins, ein Underdog ist St. Pauli nach wie vor.
Wer sorgte für die größte Überraschung?
Dieser Spieltag überraschte gleich mehrmals (siehe Frage zwei). Los ging es am Freitagabend, als der 1. FC Kaiserslautern die Bayern wie in besten Zeiten auf eine teuflische Geisterbahnfahrt schickte. Vor Jahren gewann der FCK mal 7:4 gegen die Münchner, und in den 1980er Jahren schlug Paul Breitner vor, sich das Geld für die Fahrt auf den Betzenberg zu sparen. Man würde dort so wie so verlieren. Haben wir auch gedacht. Und schließlich sorgte der Aufsteiger aus der Pfalz dafür, dass die Münchner frustriert in den Mannschaftsbus stiegen.
Welcher Trainerstuhl wackelt am heftigsten?
Heftig wackelten nur die Tore an diesem Bundesliga-Wochenende. Wer einen latent gefährdeten Trainer-Job sucht, schaut wie immer und trotz allem nach Hannover oder nach Köln: Die Situation des dortigen Trainers Zvonimir Soldo hat sich nach der Niederlage in Bremen verschlechtert. Der Kroate weiß, verliert seine Mannschaft weiter, wird es für ihn eng.
Was war sonst noch wichtig?
Den Statistik-Freunden sei gesagt: An diesem Spieltag gab es sieben Auswärtssiege. Das hat es in der Geschichte der Bundesliga noch nicht gegeben. Ungewöhnlich liest sich auch die Tabelle. Die Plätze eins bis drei belegen nicht etwa Bayern München, Schalke 04 oder Werder Bremen. Platz eins teilen sich Hoffenheim und der Aufsteiger Kaiserslautern gefolgt von Mainz 05. Der Champions-League-Starter Schalke 04 hat noch kein einziges Pünktchen gewonnen. Ausgerechnet jetzt, da der Alleinherrscher Felix Magath mit den Fans im Clinch liegt, gehen ihm die sportlichen Argumente aus. Seine Reaktion auf den Fehlstart: "Für uns wird es auf dem Transfermarkt noch einiges zu tun geben." Der nächste Metzelder kann also kommen.
- Datum 30.08.2010 - 11:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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...ist, daß wenn die meenzer so weiter machen und sich für die champions-league qualifizieren fehlt beim neuen stadionnamen "coface arena" bald der buchstabe`r´. um als liga arena zu funktionieren, fehlen nämlich sitzplätze. wenigstens bleibts mit cofarce-arena weiterhin sehr französisch.
wenn der FC Bayern das erstemal in der Saison verliert wird immer der Gewinner dieses Spieles, Meister.
zumindest bei den Personen die Fußball kucken, sich aber nicht auskennen...
also keine Sorge, der 1. FC Kaiserslautern wird nicht Meister und sich auch nicht für einen europäischen Bewerb qualifizieren.
sonst müsste man ja auch davon ausgehen das der FC Bayern in dieser Saison absteigt?!?!?!?!
doch eher unwahrscheinlich
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